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Viel zu erleben gab es im Jubiläumsjahr der Stadterhebung. Höhepunkt war zweifelsohne „Die Rumplhanni“ im Waitzinger Park.

100 Jahre für über 100 000 Euro

So teuer war das Jubiläumsjahr zur Stadterhebung von Miesbach

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Kultur ist ein Zuschussgeschäft - das gilt erst recht für das Jubiläumsjahr „100 Jahre Stadterhebung“, das Miesbach 2018 feierte. Nun liegen die Zahlen auf dem Tisch, und man hatte mit mehr gerechnet.

Das Jubiläumsjahr ist vorbei, nun liegt die Gesamtrechnung auf dem Tisch: Genau 111.775,71 Euro haben Miesbach die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Stadterhebung gekostet. Den Gesamtausgaben in Höhe von 213.733,23 Euro stehen an Einnahmen lediglich 101.957,52 Euro gegenüber. Dennoch war man sich im Kulturausschuss einig: Es war ein gelungenes und vielseitiges Jubiläumsjahr.

Viele Aktionen und Veranstaltungen

Gemacht wurde viel. Ein Stadtführer wurde in Auftrag gegeben und gedruckt, ein Trachtenbuch verwirklicht und dazu eine Ausstellung auf die Beine gestellt, die Festschrift beleuchtete Miesbach im Wandel der zeit ebenso wie die dazugehörige Ausstellung, vier Kirchenführer wurden zusammengestellt, und mit Musiknacht, Fahrzeugtreffen, Revue und Festzug mit Ministerpräsident Markus Söder publikumswirksame Veranstaltungen initiiert. Nicht zu vergessen das Stück „Die Rumplhanni“, die im aufwendigen Freilichttheater acht Mal vor ausverkauften Rängen gezeigt wurde.

Das alles kostete Geld. Teuerster Posten war „Die Rumplhanni“. Die Produktion brachte zwar knapp 50.000 Euro, dennoch blieb ein Minus von 36.000 Euro. Besser schnitt die Musiknacht ab, die trotz Kosten in Höhe von 20.600 Euro dann doch 1300 Euro Überschuss abwarf. Auf 16 300 Euro beliefen sich die Ausgaben für die Festschrift, von denen am Ende 10.000 Euro nicht gedeckt wurden. Außerdem wurden knapp 20 000 Euro für Werbung ausgegeben.

Finanzielle Unterstützung von außen

Eingeflossen in diese Bilanz ist auch finanzielle Unterstützung von außen. So förderte der Bezirk Oberbayern „Die Rumplhanni“, für die monatelang geprobt wurde, mit 3490 Euro. Noch mal 5170 Euro kamen durch die Crowdfunding-Aktion für das Stück dazu. 7500 Euro erhielt die Musiknacht – 5000 Euro von der Kreissparkasse und 2500 Euro von Telair. Der Flugzeug-Ladesystemhersteller schoss zudem 2500 Euro für die Festschrift zu.

Teuer muten auf den ersten Blick auch die Publikationen an, die geschaffen wurden. Der Reiseführer von Sonja Still kostete 8554 Euro, spielte bislang aber erst 1900 Euro ein. Der Bildband „Tracht in Miesbach“ von Verena Zemme und Mathias Leidgschwendner brachte es gar auf 28 000 Euro, denen knapp 16.000 Euro gegenüberstehen. Beide zusammen ergeben ein Minus von 18.550 Euro. Doch das sei nur eine Momentaufnahme, wie Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch betonte: „Wir haben mit den Publikationen etwas geschaffen, das wir weiterhin verkaufen.“ Die Zahlen datieren aber vom Jahresende 2018.

Weniger ausgegeben als ursprünglich veranschlagt war

Bürgermeisterin Pongratz war wie auch die übrigen Ausschussmitglieder mit dem Verlauf des Festjahres überaus zufrieden: „Wir haben tolle Veranstaltungen erlebt und die Stadt gut nach außen dargestellt.“ Und sie brach eine Lanze für den Kulturbetrieb. „Es wurde sehr gut gewirtschaftet und deshalb weniger ausgegeben, als veranschlagt worden war.“

Auch Krobisch sieht die angestrebten Ziele verwirklicht: „Es war ein tolles Gemeinschaftserlebnis für alle Beteiligten.“ Zudem hätten viele einen neuen Blick auf Miesbach geworfen. „Wir konnten neues Publikum gewinnen und sind happy, dass alles so gut lief.“ Denn letztlich lasse sich nicht alles planen. „Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, Miesbachs Fülle zu zeigen. Das war unser Ziel, und das hat Freude bereitet.“

ddy


Lesen Sie dazu auch den Kommentar des Autors: „In der Kultur geht es nicht allein ums Geld“

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