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Zoffen sich auf Facebook: Josef Lechner und Wolfgang Rzehak.

Rzehaks Polit-Posts vom Elba-Strand

Wie sich Landrat Rzehak und die CSU auf Facebook zoffen

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Die Landkreis-CSU attackiert Landrat Rzehak (Grüne) heftig. Der schießt genüsslich zurück - vom Urlaubsstrand auf Elba via Facebook - und bringt seine Gegner so richtig auf die Palme.

Landkreis - Dass sie sich nicht mögen, ist ja nicht neu. Auf der einen Seite: der Grünen-Landrat Wolfgang Rzehak, der sich durch seine präsidiale Wohlfühlpolitik so unangreifbar macht. Auf der anderen Seite: Die Kreis-CSU, die sich seit dem Kreidl-Desaster (vor über drei Jahren) immer noch schwer tut, einen Angriffspunkt bei Rzehak zu finden - von einem Gegenkandidaten für die Landratswahl 2020 ganz zu schweigen.

Anfangs übte man sich noch in sachlicher Harmonie, frei nach dem Motto: Gemeinsam für den Landkreis. Doch die Zeiten sind vorbei, spätestens seit dem Halbzeit-Interview des Landrats mit unserer Zeitung. Darin geht Rzehak auf die Öko-Modellregion ein: „Ich war sofort Feuer und Flamme“, sagt er da, sei dann aber bei den Bürgermeistern auf wenig Gegenliebe gestoßen. „Daraufhin haben wir mitgeholfen, dass ein Projekt der Bürgermeister daraus wird.“

Für die CSU hat Rzehak mit der Aussage den Bogen offenbar endgültig überspannt. „Das hätte er nicht sagen sollen“, sagt ein CSU-Bürgermeister aus dem Landkreis. „Damit hat er uns alle gegen sich aufgebracht.“ Bei der Kreisversammlung kam dann die Retourkutsche. Vielen CSU-Bürgermeistern sei bei der Rzehak-Aussage der Hut hochgegangen, sagte da Kreuths Bürgermeister und CSU-Fraktionschef im Kreistag Josef Bierschneider. Dabei habe man den Landrat erst bei der Urkundenübergabe wiedergesehen.

Klare Worte, die nach den alten Regeln des politischen Diskurses erstmal unwidersprochen bleiben würden. Schließlich weilt Rzehak mit seiner Familie auf Elba. Woher wir das wissen? Weil er es - wie so vieles - auf seinem Facebook-Profil postet. 

Früher hätte er wohl eine Pressemitteilung herausgeben müssen, in der er den CSU-Aussagen widerspricht. Vom Urlaub aus wirkt das doch reichlich unentspannt. Er hätte wohl warten müssen, bis er wieder in Amt und Würden gewesen wäre und bis dahin auf Elba brüten. 

Aber Rzehak muss das nicht. Rzehak kann Facebook. Miesbachs Grüner Landrat nutzt seinen Account in dem sozialen Medium schon lange gekonnt als politische Bühne. Vor allem, um live seine Sicht zu den CSU-Attacken zu präsentieren, auch vom Urlaubsstrand. 

Mit dieser Art der politischen Verlautbarung zwingt Rzehak die CSU in seine Arena. Und da tut sich die führende CSU-Riege im Landkreis erstmal schwer. Einzig die Miesbacher CSU-Stadträtin Verena Assum - 30 Jahre jung - reagiert mit einem Kommentar auf Rzehaks Post:

Doch besonders Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner scheint der Landrat mit seinen Aussagen zur Öko-Modellregion und vielleicht auch seinen Facebook-Skills nachträglich die Zornesröte ins Gesicht getrieben zu haben. „Die alleinigen Initiatoren, Treiber und Zahler waren die 17 Städte und Gemeinden“, stellte Lechner jüngst gegenüber unserer Zeitung klar. „Wir haben die Öko-Modellregion nicht wegen, sondern trotz des Landrats.“ Dessen Reaktion folgt promt - wieder zwischen zwei gemütlichen Strand-Posts aus Elba:

Vom Text her klingt seine Kritik fast ein bisschen genüsslich. Man kann sich schon vorstellen, wie Wolfgang Rzehak die Elba-Sonne auf seinen Bauch scheinen lässt und dabei entspannt kleine Sticheleien gegen die CSU in sein Tablet tippt.

Aber damit ist die Geschichte noch nicht vorbei. Offenbar will die CSU Rzehak das Spielfeld Facebook nicht mehr überlassen. Allen voran Fischbachaus Bürgermeister, der auf Facebook bisher reichlich passiv auftritt. Er wirkt auch noch etwas unbeholfen. So teilt Lechner Rzehaks Frotzeleien gegen die CSU unkommentiert in seiner eigenen Timeline. Dass sieht ein bisschen so aus, als fände er Rzehaks Aussagen irgenwie ganz gut und lesenswert. Auch sein Kommentar wirkt noch etwas steif. Offenbar versucht er den richtigen Ton auf Facebook zu finden - inklusive eines Zwinker-Smileys:

Immerhin: Christian Köck gefällt das. Dem Landrat allerdings nicht. Der reagiert trocken - und ganz ohne Smiley:

Und vorher postet er sein Halbzeit-Interview gleich nochmal. Mit einer klaren Ansage:

Vier Facebook-Usern gefällt das. Josef Lechner und seinen Parteikollegen gefällt das wohl eher nicht. Und es wird spannend sein, ob die CSU weiter versucht, Rzehak auf Facebook Parole zu bieten. Lechner lernt bekanntlich schnell. Die Laune hat sich Rzehak allerdings nicht von dem kleinen Facebook-Zoff verderben lassen. Er genießt schon wieder die Abendstimmung auf Elba:

Übrigens: Wenn Sie - Politiker oder nicht - auch gerne kommunalpolitische Themen im Landkreis diskutieren, sind Sie herzlich auf unsere Facebook-Seite eingeladen. Dort diskutiert unsere Community schon lange intensiv und kontrovers. Werden Sie Teil davon, vielleicht bald auch gemeinsam mit Wolfgang Rzheak und Josef Lechner.

kmm

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