Bunte Dächer in Tegernsee: Klimaschutzmanagerin Veronika Halmbacher mit dem Solarpotenzialkataster auf dem Bildschirm. Foto: Landratsamt
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Bunte Dächer in Tegernsee: Klimaschutzmanagerin Veronika Halmbacher mit dem Solarpotenzialkataster auf dem Bildschirm.

Berechnungen einer Anlage möglich

Solarpotenzialkataster: So erfahren Sie, wo sich Solaranlagen lohnen

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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Sonnenenergie zu nutzen ist auf 60 Prozent der Dächer im Landkreis rentabel. Es werden aber nur knapp fünf Prozent genutzt. Das Solarpotenzialkataster soll das ändern.

Landkreis – Sonnenenergie für Wärme und Strom nutzen, das ist auf etwa 60 Prozent der Dächer im Landkreis rentabel. Für die Stromerzeugung werden derzeit aber nur knapp fünf Prozent genutzt. Mit dem Solarpotenzialkataster will der Kreis nun einen Anreiz liefern, dass mehr Immobilieneigentümer diesen Weg gehen.

Solarpotenzialkataster: So erfahren Sie, wo sich Solaranlagen lohnen

Und so funktioniert es: Im Internet kommen Interessierte unter www.solare-stadt.de/kreis-miesbach/ auf die Startseite des Solarpotenzialkatasters des Landkreises und von dort über einen Link direkt weiter zu einer Übersichtskarte mit allen Städten und Gemeinden. Klickt man auf eine Kommune, erscheint eine Karte mit allen Gebäuden. Die Dächer sind je nach Eignung für eine Fotovoltaikanlage in unterschiedlichen Farben dargestellt.

Nun kann der Nutzer seine Adresse eingeben und erhält bereits eine erste Einschätzung, ob das Haus für Fotovoltaik oder Solarthermie geeignet ist. „Als nächstes kann man sich die Anlage konfigurieren und die Planung simulieren“, erklärt Veronika Halmbacher, Klimaschutzmanagerin des Landkreises. Nach der Eingabe einiger Daten wie private oder geschäftliche Nutzung, jährlicher Stromverbrauch, Platzierung der Module oder Integration eines Stromspeichers, errechnet das Programm die Kosten für die Anlage. Wer noch den Eigenanteil an der Investition eingibt, kann sogar sehen, wie lange es dauert, bis sich die Anschaffung rechnet. „Die Ergebnisse können als PDF ausgedruckt werden und sind die Grundlage für eine konkrete Angebotseinholung bei den Handwerksfirmen“, sagt Halmbacher.

Immobilieneigentümer finden auf der Seite aber noch mehr: Fragen und Antworten, was beispielsweise bei einem alten Haus zu beachten ist. Es gibt Tipps zur Planung einer eigenen Anlage sowie Links zu Ministerien, Instituten und Verbänden, die mit dem Thema zu tun haben, und – ganz wichtig – zu einer Beratungsstelle vor Ort.

Den Weg zu einem Fachplaner ersetzt all das aber nicht, betont Halmbacher. „Aussagen zur Tragfähigkeit von Dächern können beispielsweise nicht gemacht werden.“

Landrat Olaf von Löwis hofft nun, dass sich mit Hilfe des Katasters mehr Bürger für eine Solaranlage entscheiden. Der Landkreis hat sich als Gründungsstifter der Energiewende Oberland dem Ziel angeschlossen, die Region bis 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Einer der Schwerpunkte liegt dabei auf der Nutzung der Solarenergie im Gebäudebereich. Und hier ist noch einiges möglich. Löwis: „Es ist noch viel Luft nach oben.“

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