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Gut gelaunter Austausch: (v.l.) Bernhard Heidl, Vorsitzender des Fördervereins Warmbad Miesbach, CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck, Fischbachaus Rathauschef Josef Lechner, Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Badreferent Erhard Pohl.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner: „Ich kann nichts versprechen.“

Sonderfonds fürs Warmfreibad? Das sagt die CSU zu der Idee

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Nach der SPD hat nun auch die CSU im Warmfreibad Miesbach vorbeigeschaut. Das Thema war das gleiche: Zuschüsse für sanierungsbedürftige Bäder. Eine Zusage gab’s noch nicht.

Miesbach – Planschende Kinder, sonnenbadende Senioren und eine gut besuchte Terrasse am Kiosk: Der Förderverein hätte es nicht besser arrangieren können, um Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und den CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan von der Bedeutung des Miesbacher Warmfreibads zu überzeugen. „Es ist ein sozialer Mittelpunkt“, schwärmte Badreferent Erhard Pohl. Einen weiteren Profiteur des Bads hatte Radwan ausgemacht: „Bedrohte Tierarten“, meinte er schmunzelnd und deutete auf die große Wasserschildkröte, die als neuestes Spielzeug umringt von Kindern im Becken trieb.

Die Stimmung war entspannt unter der Markise vor dem Miesbacher Badstüberl. Das Thema dafür umso ernster: Der Förderverein Warmfreibad hatte erneut die große Politik zum Dialog geladen, um für finanzielle Unterstützung für sanierungsbedürftige Schwimmbäder in Bayern zu werben. Bei der ersten Auflage hatten sich bereits SPD-Landtagsabgeordneter Markus Rinderspacher und Direktkandidat Hannes Gräbner für ein entsprechendes Zuschussprogramm stark gemacht (wir berichteten). Zwischenzeitlich ist der Förderverein selbst tätig geworden und hat eine Online-Petition für die Einführung eines zeitlich begrenzten Sonderfonds durch die bayerische Staatsregierung gestartet. Mehr als 450 Befürworter haben bereits unterzeichnet.

Die Messlatte lag also hoch für Aigner und Radwan. Ohne ein klares Bekenntnis für die kommunalen Warmfreibäder wollten Fördervereinsvorsitzender Bernhard Heidl und die drei anwesenden CSU-Bürgermeister aus Miesbach, Fischbachau und Rottach-Egern ihre Parteifreunde nicht vom Stammtisch entlassen. „Wir wünschen uns ein Signal des Freistaats, dass man das Problem erkannt hat“, sagte Heidl. 500 Millionen Euro betrage der Investitionsbedarf in den bayerischen Freibädern. 20 Prozent davon könnte der Freistaat übernehmen. – in einem zeitlich befristeten Förderprogramm für dringend notwendige Sanierungen.

Den laufenden Betrieb werde man nach wie vor selbst schultern, betonte Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Gerade die Suche nach Personal werde aber zunehmend schwieriger. „Es gibt zu wenig Fachleute, aber immer strengere Auflagen.“ Rottach-Egerns Rathauschef Christian Köck bestätigte das. Seine Gemeinde kooperiere deshalb mit dem Badepark Bad Wiessee. Der bauliche Zustand des Rottacher See- und Warmbads sei aktuell noch recht gut. „Wir haben über die Jahre immer ein bisschen was gemacht.“

Das gilt auch für das Warmfreibad Fischbachau, berichtete Bürgermeister Josef Lechner. Gut 100 000 Euro habe die Gemeinde jährlich in die Einrichtung gesteckt. Deshalb müsse man bei einem Sonderfonds darauf achten, dass nicht nur Kommunen in den Genuss von Fördermitteln kommen, die in der Vergangenheit nichts investiert haben. An der grundsätzlichen Notwendigkeit von Zuschüssen rüttelte Lechner aber nicht. „Wir erfüllen damit einen reinen Versorgungsauftrag für unsere Bürger und Touristen“, sagte er. In Zeiten, in denen jedes zweite Kind nicht mehr schwimmen könne, sei dies wichtiger denn je.

„Ilse Aigner und ich kommen beide aus der Wasserwacht und wissen, dass wir hier was tun müssen“, versicherte Radwan. Er wünsche sich aber ein System, dass die Kommunen gleichzeitig „fördert und fordert“. Dass die Rathäuser grundsätzlich nicht über fehlende finanzielle Unterstützung klagen können, machte die Wirtschaftsministerin anhand von Zahlen klar. Gut 15 Milliarden Euro seien 2017 an die Gemeinden geflossen. Geld für einen Sonderfonds könne man nicht so ohne weiteres herzaubern. „Ich kann nichts versprechen“, sagte Aigner.

Der Fördervereinsvorsitzende und die Bürgermeister waren trotzdem zufrieden. „Ihr habt uns versichert, dass ihr voll hinter uns steht“, sagte Lechner zu Aigner und Radwan. „Wir bauen auf euch“, ergänzte Heidl. Als er der Wirtschaftsministerin seine Liste zuschob, winkte die jedoch schmunzelnd ab. „Ich unterschreibe grundsätzlich keine Petition an mich selbst.“

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