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Glückliche Gesichter bei der Verleihung des Sozialpreises: Landrat Wolfgang Rzehak (hinten l.) freut sich mit (v.l.) Peter Unterholzner, Christian Probst, Toni Engelhard, Marianne Schmid, Waltraud Frank, Monica De Liagre, Betty Mehrer, Ther ese Lausecker, Franz Zehendmaier und Barbara Strauß-Baumgartner.

Verleihung im Rahmen der Aktion „Leser helfen Lesern“

Sozialpreis: Drei Initiativen gewürdigt

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Ein Zuhause für Menschen mit Handicap, eine Perspektive für Jugendliche in Schwierigkeiten, stete Spenden für Bedürftige. Drei wichtige Initiativen, die eines gemeinsam haben: Sie wurden mit dem Sozialpreis des Landkreises ausgezeichnet.

Miesbach Meist helfen sie im Stillen, ehrenamtlich und ohne Aufhebens. Um dieses Engagement zu würdigen, vergibt der Landkreis aus den Mitteln der Aktion „Leser helfen Lesern“ den Sozialpreis, heuer zum zehnten Mal. Feierlich verliehen wurde der Preis bei der Übergabe des Erlöses der Leser-Aktion 2016 an die Nachbarschaftshilfen im Landkreis. Wie berichtet, kamen 110 000 Euro zusammen, 3000 Euro davon fließen in den Sozialpreis.

Diesmal hat sich die Jury – bestehend aus Betty Mehrer, Waltraud Frank, Anton Engelhard, Franz Zehendmaier und Landrat Wolfgang Rzehak – bei einer Sitzung Ende September für gleich drei Preisträger entschieden. Die Auszeichnungen gingen an Monica de Liagre aus Fischbachau, den Katholischen Frauenbund Rottach-Egern/Kreuth und den Holzkirchner Verein „Vorbild Jugendlicher – Leitbild Mensch“. Die Auswahl unter den vielen Vorschlägen sei der Jury sehr schwergefallen, erklärte Landrat Rzehak. „Eigentlich hätten alle Einsendungen den Preis verdient gehabt.“

Monica de Liagre wurde für ihr Lebenswerk geehrt. Über 30 Jahre lang habe sie „wesentlich dazu beigetragen, Menschen mit Behinderung eine dauerhafte Heimat zu geben“. De Liagre ist Mitbegründerin der nach anthroposophischem Konzept geführten Lebensgemeinschaft für Seelenpflege, die sie bis Oktober 2015 leitete. Schon 1984 hatte sie ihr Haus in Fischbachau für die ersten beiden Bewohner geöffnet. Bis 1986 kamen vier dazu. Vor etwa zehn Jahren eröffnete die Lebensgemeinschaft ein weiteres Haus in Neuhaus, in dem acht Menschen mit Behinderungen leben. Wobei de Liagre selbst nicht von Behinderungen spricht. Es gehe um Seelenpflege. „Der Lebenskern dieser Menschen ist nicht behindert“, erklärte sie. Wichtig ist ihr die Akzeptanz jedes Menschen „so wie er angetreten ist“.

Akzeptanz und Gespräche auf Augenhöhe sind auch Christian Probst wichtig. Er ist Vorsitzender des 2012 in Holzkirchen gegründeten Vereins „Vorbild Jugendlicher – Leitbild Mensch“. Ziel ist es, Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene zu sein, die in schweren Schwierigkeiten stecken. Sucht, Kriminalität, Schulverweigerung: Der Verein will betroffenen Menschen die Möglichkeit geben, Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln und Talente zu entdecken. Ganz wichtig: Junge Menschen, die ihre Krise überwunden haben, geben ihre Erfahrungen an die weiter, die gerade mittendrin stecken. „Jugendliche schreien eigentlich nach Partnern und hören wahnsinnig gern zu“, meinte Probst.

Für die stete Unterstützung Bedürftiger in der Region und im Ausland wurde der Katholische Frauenbund Rottach-Egern/Kreuth ausgezeichnet. Er hat 2016 seinen 100. Geburtstag gefeiert, aktuell über 200 Mitglieder und sieht seine Hauptaufgabe im sozialen Engagement. Um Spenden zu sammeln, bestücken die Frauen unermüdlich Oster-, Weihnachts- und diverse Flohmärkte. Ein Drittel des Geldes werde für Bedürftige im Landkreis verwendet, erklärte die Vorsitzende Therese Lausecker. Der Rest gehe zum Beispiel an eine Suppenküche in Kasachstan. Auch in Argentinien habe der Frauenbund Ansprechpartner mit bester Verwendung für jeden gespendeten Cent: „Der persönliche Kontakt ist uns sehr wichtig, damit kein Geld verschwindet.“

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