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Frische Gesichter bei der Kreis-SPD: Verena Schmidt-Völlmecke zieht für den Unterbezirk in die Landtagswahl, Tim Roll (l.) möchte in den Bezirkstag. Unterbezirksvorsitzender Hannes Gräbner gratulierte.

Verena Schmidt-Völlmecke geht ins Rennen

Spannende Wahl: SPD-Unterbezirk kürt Landtagskandidatin

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Der SPD-Unterbezirk Miesbach schickt die Warngauerin Verena Schmidt-Völlmecke als Kandidatin in die Landtagswahl. Ihrer Nominierung ging eine echte und spannende Wahl voraus.

Landkreis Der Andrang im Miesbacher Bräuwirt war groß: Gut 40 Delegierte aus den Ortsverbänden waren am Samstagfrüh zur Aufstellungskonferenz für die Landtagswahl gekommen. Da galt es, nicht nur einen „Freiwilligen“ zu benennen, sondern aus drei starken und engagierten Kandidaten zu wählen.

Es bewarben sich mit jeweils einer Grundsatzrede der 53-jährige SPD-Ortsvereinsvorsitzende und stellvertretende Kreisvorsitzende Thomas Danzer aus Hausham, der 34-jährige SPD-Ortsvorsitzende aus Bad Wiessee, Robert Kühn, der als stellvertretender Vorsitzender für den Regierungsbezirk Oberbayern der parteiinternen Arbeitsgemeinschaft SPDqueer aktiv ist, und die 38-jährige Verena Schmidt-Völlmecke, die seit diesem Jahr SPD-Ortsvorsitzende in Holzkirchen und Beisitzerin im Vorstand des SPD-Unterbezirks Miesbach ist.

Die zweifache Mutter, die vor wenigen Jahren mit ihrer Familie aus Nordrhein-Westfalen nach Bayern gezogen ist, ist quasi vom Fach. Sie ist wahlkampferfahren und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin für einen Landtagsabgeordneten in NRW – und zwar bis auf wenige Tage online im Homeoffice. Den Breitbandausbau im ländlichen Raum, eine moderne und digitale Bildungspolitik und bezahlbaren Wohnraum hat sie zu ihren persönlichen Wahlkampfthemen gemacht und begründete dies höchst engagiert und dynamisch, indem sie ihre persönlichen Erfahrungen vor Ort gekonnt mit den politischen Entwicklungen auf Bundesebene in Bezug setzte. Vor allem geht es Schmidt-Völlmecke um Chancengleichheit: „Die Zukunft des Landes entscheidet sich in den Klassenzimmern, nicht im Labor oder in der Fabrik“, befand sie.

Die 31 stimmberechtigten Delegierten zeigten sich beeindruckt von so viel Professionalität und Tatendrang und gaben Verena Schmidt-Völlmecke 16 Stimmen (Robert Kühn acht Stimmen, Thomas Danzer sieben Stimmen). Nicht aber ohne zuvor die Gretchen-Frage der SPD gestellt zu haben, die aktuell allen Genossinnen und Genossen auf den Nägeln brennt und heiß diskutiert wurde: „Würdet Ihr für eine GroKo eintreten?“

Wo der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, Martin Walch aus Kreuth, mit wenig Verständnis in Richtung Berlin und Martin Schulz wetterte („Wir sollten in einen Wahlkampf ziehen mit der Absicht zu regieren und demokratische Gespräche zu führen, nicht um das von vorneherein auszuschließen.“), betonte Schmidt-Völlmecke: „Wir müssen vor allem als Sozialdemokraten wahrnehmbar sein.“ Sie wolle die Opposition nicht der AfD überlassen.

Konsens herrschte in Sachen Vermögenssteuer, die zu Steuergerechtigkeit führen soll, und auch darüber, dass junge Leute in die Politik gebracht werden müssen. Den Anfang machte der SPD-Unterbezirk dann auch gleich bei der Wahl der Delegierten und Ersatzdelegierten zur Wahlkreiskonferenz der OberbayernSPD. Da kamen neben Kreis- und Gemeinderätin Irmi Ammer und dem Unterbezirksvorsitzenden Hannes Gräber aus Holzkirchen auch die beiden Jusos Jakob Falkenhahn aus Otterfing und Alisa Prock aus Feldkirchen-Westerham zum Zug.

Auch der neue Bezirkstagskandidat Tim Roll, der mit 30 Stimmen gewählt wurde, gehört zu den jüngeren SPDlern. Der 31-jährige Politik- und Verwaltungswissenschaftler, der im Direktorium der Landeshauptstadt München arbeitet, ist erst seit Januar 2017 SPD-Mitglied und seit Kurzem stellvertretender Ortsvorsitzender in Holzkirchen. Roll, der sich die Daseinsvorsorge und deren Finanzierung auf die Fahnen geschrieben hat, sagte: „Die CSU, die auch beim Thema Inklusion ‚lindnert‘, hat genug gegen die Wand gefahren. Ich habe Bock auf Wahlkampf!“

In diesem Sinne schwor auch Kandidatin Schmidt-Völlmecke ihre Parteigenossen ein: „Lasst uns zuhören, was die Menschen zu sagen haben. Lasst uns Freude haben und Gas geben und die Menschen überzeugen, dass sie ihr Kreuzchen bei uns machen!“ Es herrschte eindeutig Aufbruchstimmung bei der SPD im Landkreis.

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