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Sparkassenprozess: Urteil gegen Jakob Kreidl rechtskräftig

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Von: Stephen Hank

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Jakob Kreidl mit Anwalt
Jetzt noch Sozialstunden, dass ist die Affäre ausgestanden: Jakob Kreidl (l.) © THOMAS PLETTENBERG

Während der frühere Sparkassenchef Georg Bromme (73) gegen das verhängte Urteil im zweiten Sparkassenprozess erneut Revision einlegt, verzichtet darauf die Staatsanwaltschaft. Somit ist das Urteil gegen Jakob Kreidl rechtskräftig 

+++ Update, 8. Juni +++

Miesbach – Acht Jahre, nachdem nach und nach diverse Verfehlungen bekannt wurden, ist das Thema Sparkassen-Affäre zumindest für Ex-Landrat Jakob Kreidl so gut wie ausgestanden. Die Staatsanwaltschaft hat die Frist für eine Revision gegen das neuerliche Urteil (wir berichteten) verstreichen lassen. Heißt: Das Urteil ist rechtskräftig. Für Kreidl bleibt noch, die Sozialstunden abzuleisten. Zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit hat das Landgericht München II den Ex-Landrat verurteilt – zusätzlich zu der Bewährungsstrafe von elf Monaten. Kreidl selbst hatte gegen das erste Urteil im Jahr 2019 keine Rechtsmittel eingelegt. Wann und wo der 69-Jährige die Sozialstunden ableistet, darüber will die Pressestelle des Gerichts aus Datenschutzgründen keine Auskunft erteilen.

Anders als Kreidl hat der frühere Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Georg Bromme, erneut Revision gegen das Urteil eingelegt, nachdem seine Strafe um zwei Monate auf ein Jahr und acht Monate auf Bewährung plus 300 Sozialstunden erhöht wurde. Der Fall geht nun wieder an den Bundesgerichtshof. Bestätigt die Karlsruher Instanz das Urteil, sind für Bromme die regulären Rechtsmittel ausgeschöpft. Dann bliebe ihm allenfalls eine Verfassungsbeschwerde wegen Grundrechtsverletzung.

+++ Ursprünglicher Bericht +++

Miesbach/München ‒ Nach einer erneuten Bewährungsstrafe im Zusammenhang mit der sogenannten Miesbacher Sparkassenaffäre legt der ehemalige Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, Georg Bromme, Revision ein. Dafür habe man sich nach ausführlicher Diskussion entschieden, teilte der Anwalt des 73-Jährigen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Er wolle nun zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten, gehe aber davon aus, dass auch die Staatsanwaltschaft ihrerseits Revision einlegen werde.

Georg Bromme, ehemaliger Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, hebt vor dem Auftakt im neuem Prozess am Landgericht München II um die Miesbacher Sparkassenaffäre seine Hand.
Georg Bromme, ehemaliger Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, hat erneut Revision eingelegt. © dpa/Bildfunk

In einem neuen Prozess um teure Geschenke auf Kosten der Kreissparkasse hatte das Landgericht München II Bromme vor einer Woche erneut wegen Untreue verurteilt. Der ehemalige Vorstandschef bekam allerdings mit einem Jahr und acht Monaten eine um zwei Monate höhere Strafe als im ersten Prozess. Der Ex-CSU-Landrat und frühere Aufsichtsratschef Jakob Kreidl hingegen erhielt erneut elf Monate.

Bromme und Kreidl mussten sich schon zuvor einmal wegen der Affäre um teure Geschenke, luxuriöse Reisen und Geburtstagspartys auf Kosten der Bank verantworten. Bromme und die Staatsanwaltschaft hatten gegen das damalige Urteil Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof bestätigte 2021 die Urteile des Landgerichts weitgehend. Bei einigen Vorwürfen aber sahen die Karlsruher Richter erneuten Verhandlungsbedarf. Neben Bewährungsstrafen wurden die Angeklagten auch zu Sozialstunden verurteilt.

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