Es besteht Handlungsbedarf: Das Obdachlosenheim der Stadt Miesbach muss hergerichtet werden. Im Bauausschuss wurden nun Maßnahmen besprochen.
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Es besteht Handlungsbedarf: Das Obdachlosenheim der Stadt Miesbach muss hergerichtet werden. Im Bauausschuss wurden nun Maßnahmen besprochen.

SPD macht Druck beim Obdachlosenheim

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbachs SPD besinnt sich auf ihr soziales Engagement und prangert die Zustände im Obdachlosenheim der Stadt an. Lange Zeit sei nichts passiert, moniert Stadtrat Paul Fertl. Nun hat er gemeinsam mit seiner Fraktion einen Fragenkatalog an die Stadt gerichtet.

Miesbach – Das Obdachlosenheim von Miesbach befinde sich in einem „schrecklichen Zustand“, stellte Paul Fertl jüngst im Miesbacher Stadtrat fest. Die Mitglieder seiner SPD-Fraktion hätten sich in den vergangenen Jahren mehrfach nach dem Zustand erkundigt und kleinere Verbesserungen vorgeschlagen. „Leider weitgehend ohne Erfolg“, stellte Fertl fest. „Nach unserer Meinung ist so gut wie nichts unternommen worden.“ So sei ein „riesiger Investitionsstau“ entstanden, der angegangen werden müsse.

Zwölf Fragen, um Stadträte zu informieren

Zusammen mit Sozialreferentin Hedwig Schmid fasste Fertl das Anliegen in einer Mitteilung an die Medien zusammen. Da das Obdachlosenheim, das sich am Ende der Frauenschulstraße befindet, eine Pflichtaufgabe der Stadt sei, müsse diese jener „ernsthaft nachkommen“. Es gehe darum, „menschenwürdige Zustände für die Schwächsten unserer Gesellschaft“ zu schaffen. Um das Thema für die Stadtratskollegen transparent zu machen, hat die SPD zudem einen Zwölf-Fragen-Katalog an Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) übergeben.

Der reagierte auf Nachfrage unserer Zeitung „etwas verwundert“ auf den Vorstoß der SPD: „Es ist ja nicht so, dass in der Zwischenzeit nichts passiert ist.“ Fakt sei auch, dass man etwas machen müsse. Dazu habe es im Juli bereits eine Information im Bauausschuss gegeben – allerdings in nicht öffentlicher Sitzung. „Wir sind also dran.“

Bürgermeister reagiert erstaunt: „Sind schon lange dran“

Das Heim ist laut Braunmiller immer wieder Thema gewesen, seit sich dort Ende 2014 ein Zimmerbrand ereignet hatte. In der Folge wurden 2015 die Heizung gemacht sowie bei Bewohnerwechseln Fenster ausgetauscht sowie Böden und Geländer saniert. 2019 sei bei der Feuerbeschau ein Maßnahmenkatalog aufgestellt worden, der anschließend abgearbeitet wurde. Zudem gab es seit Ende 2019 Gespräche über das Heim mit dem Ordnungsamt. „Meine Vorgängerin Ingrid Pongratz und die Verwaltung waren damals schon an diesem Thema dran“, sagt Braunmiller. Und er selbst habe sich auch früh damit befasst. Außerdem sei Paul Fertl damals als Zweiter Bürgermeister ebenso involviert gewesen wie Hedwig Schmid als Sozialreferentin.

Das Obdachlosenheim, von dessen 24 Wohneinheiten 22 derzeit genutzt werden – zwei sind sanierungsbedürftig und daher nicht bewohnbar –, sei gut ausgelastet, berichtet der Bürgermeister. Das weitere Vorgehen mit konkreten Maßnahmen war am Dienstagabend erneut Thema im Bauausschuss – wieder in nicht öffentlicher Sitzung. Schmids Ansinnen, den Punkt im öffentlichen Teil zu behandeln, folgte das Gremium – nach kurzer nicht öffentlicher Unterbrechung – nicht. Laut Braunmiller liegen „triftige Gründe“ vor, die diese Voraussetzungen rechtfertigen würden. Dies betreffe auch das Nennen dieser Gründe.

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