+
Im Fokus der Landesanwaltschaft: Ex-Landrat Jakob Kreidl (CSU) und aktueller Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne).

Ex- und aktueller Landrat unter Beschuss

Sponsoring-Affäre:  Disziplinarverfahren gegen Kreidl und Rzehak eingeleitet

Nachdem die Staatsanwaltschaft in der Causa Kreidl Anklage erhoben hat, leitet die oberste Beamten-Aufsicht Bayerns ein Disziplinarverfahren ein - gegen den ehemaligen und den aktuellen Landrat.

Miesbach - Die Landesanwaltschaft Bayern hat Disziplinarverfahren gegen den ehemaligen Landrat des Landkreises Miesbach Jakob Kreidl (CSU) und den amtierenden Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) eingeleitet. 

Lesen Sie hier die Mitteilung der Landesanwaltschaft im Wortlaut:

„Der sich im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergebende Tatverdacht der Untreue zulasten der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee begründet zugleich den hinreichenden Verdacht auf das Vorliegen eines Dienstvergehens. 

Auf die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft München II vom 27.03.2018 wird verwiesen. Der ehemalige kommunale Wahlbeamte Kreidl war in der Zeit von 01.05.2008 bis 30.04.2014 Landrat des Landkreises Miesbach und zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Der derzeitige Landrat des Landkreises Miesbach Rzehak war vor seiner Wahl zum Landrat als Lebenszeitbeamter bei der Landeshauptstadt München beschäftigt und als Mitglied des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee tätig. Die nunmehr eingeleiteten Disziplinarverfahren wurden bis zum Abschluss des Strafverfahrens ausgesetzt. Dies ist, weil bereits Anklage erhoben wurde, von Gesetzes wegen zwingend so vorgesehen. 

Das Bayerische Disziplinargesetz gilt auch für im Ruhestand befindliche kommunale Wahlbeamte wie den ehemaligen Miesbacher Landrat. Es sieht als mögliche Disziplinarmaßnahmen gegen Ruhestandsbeamte die anteilige Kürzung des monatlichen Ruhegehalts um höchstens ein Fünftel auf längstens fünf Jahre oder die Aberkennung des Ruhegehalts vor. Mögliche Disziplinarmaßnahmen gegen kommunale Wahlbeamte, die sich im aktiven Dienst befinden, sind der Verweis, die Geldbuße, die Kürzung von Dienstbezügen und die Entfernung aus dem Beamtenverhältnis.“

Lesen Sie auch: Was wann passiert ist - eine Chronologie der Ereignisse in der Sponsoring-Affäre um Ex-CSU-Landrat Jakob Kreidl. Sowie:Nach jahrelangen Ermittlungen - Staatsanwaltschaft erhebt Anklage.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Petition gegen neue Zone für Münchner Trinkwasser eingereicht - Schwere Vorwürfe gegen Landrat
Grundstückseigner haben eine Petition beim Landtag eingereicht. Das Ziel: Die neue Zone für Münchner Trinkwasser sofort stoppen. Sie würzen ihre Aktion mit schweren …
Petition gegen neue Zone für Münchner Trinkwasser eingereicht - Schwere Vorwürfe gegen Landrat
Streit um den neuen Marktplatz
Auch nach seiner Umgestaltung sorgt der Miesbacher Marktplatz für Diskussionen. Im Stadtrat wollte Erhard Pohl der AG Marktplatz per Antrag Kompetenzen entziehen lassen, …
Streit um den neuen Marktplatz
Ein Leben für den Fasching: Nachruf auf Crachia-Urgestein Toni Strim
Er war der „Mr. Crachia“: 39 Jahre prägte Toni Strim den Haushamer Fasching wie kein Zweiter. Jetzt ist er mit nur 57 Jahren gestorben. Ein Nachruf.
Ein Leben für den Fasching: Nachruf auf Crachia-Urgestein Toni Strim
Viel mehr als Schilder: So vielseitig wird der Waldlehrpfad zur Huberspitz
Gut Ding will Weile haben. Waldpädagoge Hans Glanz braucht einiges an Geduld, bis er seinen Lehrpfad zur Huberspitz in Hausham verwirklichen kann. Doch das Projekt …
Viel mehr als Schilder: So vielseitig wird der Waldlehrpfad zur Huberspitz

Kommentare