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Sponsoringaffäre: Verwaltungsrat akzeptiert Entschuldigungen

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Von: Stephen Hank

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Im Gerichtssaal hinter Scheiben: (v.l.) Georg Bromme, Jakob Kreidl und ihre Anwälte.
Im Gerichtssaal hinter Scheiben: (v.l.) Georg Bromme, Jakob Kreidl und ihre Anwälte. © Thomas Plettenberg

Bei ihren persönlichen Auftritten vor dem Verwaltungsrat der Kreissparkasse haben Georg Bromme und Jakob Kreidl Fehler eingeräumt. Das Gremium akzeptierte die Entschuldigungen.

Miesbach – Der frühere Vorstandsvorsitzende Georg Bromme (73) und der frühere Landrat Jakob Kreidl (69) haben gestern vor dem Verwaltungsrat der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee Fehler eingeräumt und sich für ihr Verhalten entschuldigt. Der Verwaltungsrat nahm die Entschuldigungen einstimmig an. Damit können die beiden, wenn kommende Woche im Sparkassenprozess das Urteil fällt, auf mildere Strafen hoffen.

Kreidl wirkt bei Auftritt sichtlich mitgenommen

Für Kreidl war es bereits der zweite Auftritt vor dem Gremium. Er hatte sich bereits im März 2019 entschuldigt. Jetzt, im Zuge der Neuauflage des Prozesses, war die Forderung noch mal neu an ihn herangetragen worden. Nach Worten von Landrat Olaf von Löwis, der Vorsitzender des Verwaltungsrats ist, habe Kreidl eine sehr ausführliche und überzeugende Erklärung abgegeben und eingeräumt, dass sein Verhalten auch Unannehmlichkeiten für die Mitarbeiter der Kreissparkasse mit sich gebracht habe. „Ich habe Fehler gemacht“, sagte er laut Löwis. Kreidl wirkte bei seinem Auftritt sichtlich mitgenommen. Der Verwaltungsrat nahm die Entschuldigung nach kurzer Beratung einhellig an.

Diskussionsbedarf nach Erklärung von Bromme

Etwas mehr Diskussionsbedarf sah das Gremium bei Bromme. Der hatte eine Entschuldigung 2019 noch verweigert und musste sich im Sinne des Täter-Opfer-Ausgleichs zusätzlich auch beim Personalrat der Bank entschuldigen. Während Kreidl zuvor allein zur Sitzung gekommen war, betrat Bromme den Sitzungssaal in Begleitung seines Anwalts. Die persönliche Erklärung des früheren Bankenchefs fiel deutlich kürzer aus. Er übernehme, sagte Bromme unter anderem, die volle Verantwortung für die im Raum stehenden Vorwürfe. „Die Erklärung ist ihm sichtlich nicht leicht gefallen“, berichtet Löwis. Obwohl die Stimme des 73-Jährigen zitterte und er Tränen in den Augen hatte, habe die Entschuldigung nicht alle Verwaltungs- und Personalräte sofort überzeugt. Die Diskussion, ob man sie annimmt, dauerte deutlich länger als bei Kreidl. Bromme sei, so hieß es in der Sitzung, bei seinem Auftritt gleich über mehrere Schatten gesprungen.

Mit seinen einstimmigen Beschlüssen, die sofort im Anschluss telefonisch ans Landgericht nach München übermittelt wurden, hat der Verwaltungsrat für sich einen vorläufigen Schlusspunkt unter die Sponsoringaffäre gesetzt. Mit der Sparkasse von damals habe das Haus heute nicht mehr viel gemein, so Löwis. „Die Bank hat die Angelegenheit intensiv aufgearbeitet und bewegt sich inzwischen in einem neuen, modernen Fahrwasser“, betont der Landrat. „Das Personal, das durch die Affäre am meisten belastet war, steht heute hinter ihrer Führung.“

Wiedergutmachung von 25.000 Euro

Neben der Entschuldigung wird Bromme nach Abschluss des Verfahrens noch eine Wiedergutmachung von 25.000 Euro an die Sparkasse leisten. Das hatte er bereits während des ersten Verfahrens am Landgericht über einen externen Schlichter schriftlich erklärt. Das Geld liegt derzeit auf einem Treuhandkonto und wartet auf die Freigabe.

Die Sponsoringaffäre: eine Chronologie der Ereignisse.

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