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Kein Hineinkommen: Die großen Sporthallen, wie hier die der Realschule in Miesbach, bleiben Prüfungen und Unterricht vorbehalten. Der Sport – ob in Schule oder Verein – bleibt weiterhin außen vor. 

Lockerung kommt zur Unzeit

Schulsport? Nicht vor den Sommerferien

Eigentlich dürfte in den Schulen wieder gesportelt werden. Wird es aber nicht. Die Lockerung des Ministeriums kommt zu Unzeit.

Landkreis – Die Schulleiter sind derzeit vor kaum einer Überraschung gefeit. Am Freitagnachmittag verkündete das Kultusministerium, dass ab sofort wieder Sportunterricht drin ist, am Montag schob sie die mögliche Wiederaufnahme der Verkehrserziehung hinterher. Große Begeisterung vor Ort lösen diese Ankündigungen nicht aus. Denn kurzfristig lässt sich da wenig machen. Markus Rewitzer, Leiter der Grund- und Mittelschule Hausham und Fachgruppenleiter Schulleitung beim BLLV in Oberbayern, etwa sagt zum Thema Sport: „Da bin ich ehrlich, das werde ich bis zu den Sommerferien weitgehend ignorieren.“

Schulen wollen nicht ständig Stundenpläne über den Haufen werfen

Seit der ersten vorsichtigen Öffnung der Schulen galt es für die Leitungen, den Betrieb alle paar Wochen neu zu organisieren. Nach und nach kamen immer mehr Klassen. „Eine große Herausforderung“, so Rewitzer. Da Risikogruppen in der Lehrerschaft (Schwangere, ältere Personen) nicht zur Verfügung stehen, habe man „mit letzter Kraft alle Ressourcen ausgeschöpft“. Die mühevoll ausgearbeiteten Stundenpläne jetzt über den Haufen zu werfen, sei auch den Eltern nicht zumutbar. „Wir müssen uns auf die Kernfächer konzentrieren“, sagt Rewitzer. Und da gehört der Sport weniger dazu. Wichtiger erscheint dem Schulleiter-Sprecher eher das Thema Verkehrserziehung. „Natürlich hätten wir da Interesse, noch etwas zu machen.“ Gespräche mit den entsprechenden Stellen, zum Beispiel der Kreisverkehrswacht und der Polizei, würden laufen. Ob’s klappt? „Abwarten“, sagt Rewitzer.

Bereitschaft zum Sportunterricht bei den Schulen gering

Wie dem Haushamer ergeht es auch den anderen Schulleitern im Landkreis. „Klar ist eigentlich nur, dass nichts klar ist“, heißt es auf Anfrage aus dem Landratsamt, an dem auch das Schulamt angesiedelt ist. Für eine Änderung in der laufenden Woche kam die Freitagnachmittags-Ankündigung des Ministeriums viel zu spät. Ob’s überhaupt was wird, bleibt unklar. „Der Organisationsaufwand, der für Schulen, Eltern und Landkreis dahinter steckt, ist immens. Ob sich dieser Aufwand realistischerweise noch lohnt, muss schulseitig geklärt werden“, schreibt das Landratsamt.

Die großen Hallen bleiben zu. Das sind die Gründe.

Fakt ist: Knapp fünf Wochen Schule verbleiben noch bis zu den Sommerferien. Die Schüler sind bekanntlich gruppenweise im Haus, im tage- oder wochenweisen Wechsel. Auch das Landratsamt meint: „Die Schüler hätten wohl nur noch sehr wenige Male Sport vor den Ferien.“ Stand gestern, so das Landratsamt, sei von vielen weiterführenden Schulen schon die Rückmeldung gekommen, auf Sportunterricht bis zu den Sommerferien zu verzichten.

Große Hallen bleiben zu oder sind belegt - Viele kleine offen

Auch Vereine, die auf größere Hallen angewiesen sind und gehofft hatten, mit der Schulsport-Erlaubnis gehe unter Umständen eine Hallenöffnung einher, muss die Behörde enttäuschen. Zum einen finden in einigen weiterhin Abschlussprüfungen statt, zudem bleibt es ja bei den Hygienebestimmungen. Und das Landratsamt hatte keinen Weg zu einer Öffnung für die Vereine gesehen (wir berichteten).

Besser haben es da Sportarten wie Tischtennis, die kontaktlos stattfinden und weniger Platz brauchen. Die meisten Gemeinden haben ihre kleinen Hallen freigegeben. Freilich gelten recht umfangreiche Hygiene-Maßnahmen. Maximal 60 Minuten, danach komplett Durchlüften und Desinfizieren, kein Duschen, Mund-Nase-Schutz beim Kommen und Gehen. Ein Hygiene-Beauftragter muss obendrein benannt werden.

Was im Kreis Miesbach bisher in der Corona-Krise geschah,lesen Sie in unserem Ticker.

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