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Wird bald zum Herz der Zone: Die Frauenschulstraße in Miesbach wird Teil eines Bereichs mit eingeschränktem Halteverbot. Parken ist hier dann nur noch in markierten Bereichen zulässig.

Sechs Gebiete in Miesbach werden zu Zonen

Stadt macht ernst: Hier darf bald nur noch eingeschränkt geparkt werden

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„Parken nur in markierten Bereichen erlaubt“: Diese Regelung wird bald zum Standard in Miesbach. Sechs Wohn- und Gewerbegebiete werden zu Zonen mit eingeschränktem Halteverbot.

Miesbach – Wo keine Markierung, da kein Bußgeld. So in etwa lautet die Devise beim Parken in etlichen Wohn- und Gewerbegebieten in Miesbach. Das Ergebnis: unübersichtliche Ausfahrten, umständliches Ausweichen – kurzum: Parkende Autos sorgen zunehmend für Verkehrsprobleme. Im Mai haben Vertreter von Stadt, Polizei und Landratsamt die neuralgischen Punkte unter die Lupe genommen und eine Lösung erarbeitet. Die lautet: eingeschränkte Halteverbotszonen in weiten Bereichen.

Für sechs Gebiete der Kreisstadt hat der Bauausschuss nun die neue Beschilderung beschlossen: Frauenschul-/Von Vollmar Straße, Gewerbegebiet Nord, Gewerbegebiet Ost, Schopfgraben/Schützenstraße, AOK-Parkplatz und Eishallen-Parkplatz. Das Prinzip ist einfach: Das Abstellen von Fahrzeugen ist mit Inkrafttreten der Zonen nur noch auf markierten Stellplätzen erlaubt. Auch ein Ausschluss von Lkw, Wohnwagen oder Anhänger ist möglich, ebenso wie ein zeitliches Limit mit Parkscheibenpflicht.

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Mit am dringendsten sei der Handlungsbedarf im Wohngebiet Frauenschul-/Von Vollmar Straße, berichtete Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU). „Da gibt es immer wieder Beschwerden.“ Um auch ein Ausweichen von Wildparkern in die abzweigenden Nebenstraßen zu unterbinden, werden auch diese in die Zone eingeschlossen. Vize-Bürgermeister Paul Fertl (SPD) und Verkehrsreferent Florian Ruml (FWG) regten an, aufgrund der Länge des Bereichs die Schilder nicht nur an den Endpunkten, sondern auch in der Mitte aufzustellen. „Dann ist es ausreichend kommuniziert“, fand Ruml. Zumal Verstöße nicht von heute auf morgen mit Strafzetteln geahndet werden, wie Pongratz erklärte. Die Parküberwacher würden zuerst „Gelbe Karten“ verteilen, um die Autofahrer für die Neuregelung zu sensibilisieren. In der Haidmühl habe sich dieses Vorgehen gut bewährt.

Nun soll es in gleicher Weise auch an der Schützenstraße und am Schopfgraben sowie in den Gewerbegebieten Ost und Nord zum Einsatz kommen. Vor allem in letzterem würden parkende Lkw bisweilen sogar das Technische Hilfswerk (THW) behindern. Gänzlich verschwinden sollen sie aber nicht, betonte Pongratz. Vielmehr gehe es darum, sie auf die dann markierten Plätze zu lotsen und so die Verhältnisse zu ordnen. „Ohne Autos am Straßenrand bekommen wir da sonst eine Rennstrecke.“

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Verschwinden sollen Lkw, Wohnwagen und Anhänger dagegen von den auch bei Pendlern beliebten Flächen auf dem AOK-Parkplatz und an der Eishalle. Hier sollen die Zonen mit der zusätzlichen Einschränkung „nur Pkw“ ausgewiesen werden. Auch eine zeitliche Begrenzung sei bei der Verkehrsschau als sinnvoll erachtet worden, berichtete Pongratz. Um das wochenlange Abstellen von Fahrzeugen zu unterbinden, könne man am AOK-Parkplatz eine Begrenzung von zehn Stunden mit Parkscheibe einrichten. Die von einigen Ausschussmitgliedern vorgeschlagene Erhöhung auf elf oder zwölf Stunden (vor allem für Pendler) werde man prüfen. An der Eishalle bleiben 62 Stellplätze von der Dauer her unbeschränkt, 14 sind für maximal zwei Stunden nutzbar.

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Nicht Gegenstand der Verkehrsschau, aber auch immer wieder Thema in Miesbach ist die Waitzinger Wiese. Hier schlug Pongratz vor, es vorerst beim freien Parken zu belassen. „Lieber schläft mal ein Lkw-Fahrer ein paar Stunden da oben, anstatt dass er übermüdet einen Unfall baut“, sagte sie. Wohnmobile dürften eh maximal 14 Tage am Stück abgestellt werden. Franz Mayer (CSU) machte sich aber für eine Befestigung des Platzes auch im hinteren Bereich stark. Eine Spritzdecken-Lösung werde man im Haushalt für 2019 einplanen.

Die von Fertl vorgeschlagene Markierung im vorderen Teil des Volksfestplatzes, um das bisweilen chaotische Zuparken von anderen Autos aus der Welt zu schaffen, wird es vorerst noch nicht geben. Doch Pongratz versprach: „Wir werden die Situation da oben sehr genau beobachten.“

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