Beim Miesbacher Obdachlosenheim herrscht Renovierungsbedarf.
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Beim Miesbacher Obdachlosenheim herrscht Renovierungsbedarf.

Forderung der SPD erfüllt

Stadt Miesbach legt Antwortkatalog zum Obdachlosenheim vor

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Die SPD hat im Miesbacher Stadtrat in der September-Sitzung - wie  berichtet - einen Fragenkatalog zum Obdachlosenheim bei der Stadt eingereicht. Nun liegen die Antworten vor.

Der bauliche Zustand des Obdachlosenheims in Miesbach ist nicht mehr der beste. Während die Stadt seit einigen Monaten das Thema bearbeitet, hat die SPD-Fraktion im September im Stadtrat einen umfangreichen Fragenkatalog dazu eingereicht, um „alle Stadtratsmitglieder auf denselben Wissensstand zu bringen“, wie SPD-Sprecher Paul Fertl erklärt hatte. Nun hat die Stadt die Fragen beantwortet. Das Ergebnis: Das Gebäude ist sanierungsbedürftig, aber nicht in einem sehr schlechten Zustand.

Wie Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) in einem Schreiben an die Ratsmitglieder erklärt, stelle sich der aktuelle Zustand entsprechend des Alters – gebaut in den 1950er-, erweitert in den 1970er-Jahren – und der einfachen Bauweise dar. Zudem habe es – wie berichtet – 2014 im Gebäude einen Brand gegeben. Seit Anfang 2015 wurden immer wieder Sanierungsarbeiten durchgeführt. Dies sei in Absprache mit den stellvertretenden Bürgermeistern, also auch Fertl, und den zuständigen Referenten besprochen worden.

25.000 Euro bislang investiert

Seit damals wurden rund 25.000 Euro in das Haus investiert, darunter Holzöfen, Rauchmelder, Fenster, Türen, Böden, Steckdosenleisten und eine Feuerbeschau. Von den 24 sogenannten Nutzungseinheiten sind laut Braunmiller aktuell 20 belegt. Ein Raum ist sanierungsbedürftig, und ein weiterer werde vom Hausmeister für Geräte genutzt.

Über die Jahre hinweg sei die durchschnittliche Verweildauer gleichgeblieben. „Sie liegt zwischen drei Tagen und mehreren Jahren“, erklärt der Rathauschef. In den vergangenen Jahren hätten dort acht Kinder gelebt – jeweils in Absprache und Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Landratsamts. Aktuell seien dort keine Familien untergebracht. Derzeit werde es von 20 Personen genutzt.

Umfang und Kosten abhängig von Konzeptplanung

Die Frage nach der finanziellen Belastung für die dringendsten Maßnahmen kann die Stadt allerdings nicht beantworten. „Um die erforderlichen Maßnahmen und Kosten zu erhalten, ist eine Konzeptplanung samt Bestandsaufnahme eines Fachplaners notwendig“, sagt Braunmiller. Zudem gebe es Vorüberlegungen, falls eine Renovierung nicht sinnvoll erscheint. Die SPD wollte für diese Möglichkeit nämlich wissen, ob es bauliche und räumliche Alternativen zum derzeitigen Obdachlosenheim gebe – sei es ein Grundstück oder Gebäude. Auch hier ist laut Braunmiller für die Ermittlung etwaiger Kosten ein Fachplaner notwendig.

Thema bislang nicht öffentlich behandelt

Die nächste Sitzung des Stadtrats ist am Donnerstag, 15. Oktober. Dann dürfte das Thema erneut auf den Tisch kommen. Zuletzt wurde es im Juli sowie September im Bauausschuss behandelt – jeweils nicht öffentlich.

ddy

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