Paradies für Leseratten: Bürgermeister Gerhard Braunmiller lobt die Stadtbücherei Miesbach für ihre Arbeit. Leiterin Stephanie Kilian und ihr Team können wegen der Corona-Krise derzeit aber nur ein abgespecktes Programm bieten.
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Paradies für Leseratten: Bürgermeister Gerhard Braunmiller lobt die Stadtbücherei Miesbach für ihre Arbeit. Leiterin Stephanie Kilian und ihr Team können wegen der Corona-Krise derzeit aber nur ein abgespecktes Programm bieten.

Stadtbücherei Miesbach

Medien müssen drei Tage in Quarantäne

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Bei Medien ist es wie bei Menschen: Vor der Einreise steht die Quarantäne. Seit 12. Mai läuft der Betrieb in der Miesbacher Bücherei wieder. Doch damit das funktioniert, muss ein auf die Corona-Regeln abgestimmtes Hygienekonzept eingehalten werden.

Wie das aussieht, berichtete Leiterin Stephanie Kilian in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses und erntete viel Lob, auch von Bürgermeister Gerhard Braunmiller: „Die Bücherei hat meine volle Unterstützung.“

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Vom umfangreichen Angebot ist derzeit aber nur noch das Mindestprogramm verfügbar. „Wir können aktuell nur die reine Ausleihe und Rückgabe von Medien anbieten“, berichtete Kilian. Alle Service-Angebote – sei es Lesecafé, Internet-Zugang oder Zeitungen – sind bis auf Weiteres nicht möglich. Alle Veranstaltungen wurden gestrichen. Zudem wurden die Sitzgelegenheiten abgebaut – wegen zu viel Nähe.

Quarantäne erschwert Berechnung der Leihfristen

Auch Entleihen und Rückgabe mussten angepasst werden. „Aktuell ist es so, dass Medien erst drei Tage in Quarantäne kommen, bevor sie wieder eingebucht werden“, erklärt Kilian. Das bedeutet einen Mehraufwand bei überzogenen Leihfristen. „War die Frist bereits bei der Abgabe überschritten, oder geschah das erst durch die Quarantäne? Das müssen wir jetzt zusätzlich prüfen.“ Und das bedeute einen spürbaren Mehraufwand. Insgesamt habe sich die Arbeit des Teams verändert. Viele Aufgaben könnten jetzt erst vor oder nach den Öffnungszeiten erledigt werden.

Das sind die aktuellen Corona-Regeln der Bücherei

Aktuell ist die Bücherei dienstags bis samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Hinzu kommen zwei Nachmittagstermine dienstags und freitags von 14 bis 16 Uhr. Montags ist sie geschlossen. Dabei dürfen sich nicht mehr als zehn Nutzer gleichzeitig in der Stadtbücherei aufhalten. Ab sechs Jahren muss man in den Räumen einen Mund-Nasenschutz tragen und einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Um Kontakte zusätzlich zu vermeiden, können Medien per E-Mail oder telefonisch bestellt werden, um sie dann während der Öffnungszeiten des darauf folgenden Tages nur abholen zu müssen. Die Rückgabeklappe steht ebenfalls für das Abgeben von Medien zur Verfügung.

Neue Nutzer bei der Onleihe

Was mit Corona einen Schub bekommen hat, ist die Onleihe, bei der man sich zu Hause elektronische Medien aufs Lesegerät laden kann. „Hier haben wir seit Januar 82 neue Nutzer bekommen“, sagte Kilian. Obwohl der Betrieb unter dem Strich ganz gut läuft, wünscht sie sich weitere Lockerungen bei den Corona-Regeln. „Vor allem beim Lesecafé und bei den Internet-Plätzen wäre das schön.“ Zudem sollen die Veranstaltungsreihen wieder belebt werden – und jede soll ein eigenes Hygienekonzept bekommen.

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Gerade die coronabedingte Schließungszeit hat das Bücherei-Team genutzt, um eine Jugendbibliothek zu schaffen. Der vorhandene Bestand wurde differenziert und in den verschiedenen Altersgruppen angeglichen. Zudem wurde der Erstleser-Bestand ausgebaut. Auch in den sozialen Medien ist die Stadtbücherei nun zu finden – als „miesba cher.stadtbuecherei“. „Seit zwei Wochen sind wir auf Facebook und Instagram zu finden“, berichtete die Leiterin stolz. „Diese Plattformen wollen wir nutzen, um uns als sympathische Bücherei darzustellen.“ Die aktuelle Nachricht dort dürfte viele Mediennutzer freuen: Eine neue Bücherlieferung ist eingetroffen.

ddy

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