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Wissenswertes über Miesbach erfahren Interessierte in der Festschrift und in der Ausstellung zum Jubiläum. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (2.v.r.) dankte (v.l.) Historiker Alexander Langheiter, Stadtarchivarin Barbara Wank und Nadine Kirschenlohr von der Firma Telair. Das Unternehmen hat Buch und Ausstellung maßgeblich finanziert.

Stadterhebung vor 100 Jahren

Miesbach muss seine Kassen offen legen

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Auf den Tag genau vor 100 Jahren „geruhten seine Majestät König Ludwig III. allergnädigst“ den Markt Miesbach zur Stadt zur erheben. Rund 100 Miesbacher feierten das am Sonntag.

Miesbach „Es war ein glorreicher Akt, dass Miesbach als letzte Stadt in Bayern und im Kaiserreich vor 100 Jahren zur Stadt erhoben wurde“, erklärte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz im Foyer des Rathauses nicht ohne Stolz. Das Stadtoberhaupt erinnerte daran, wie es unter dem hartnäckigen Zutun der damaligen Mitglieder des Gemeindekollegiums, Bader Franz Doll und Brauer Josef Feitl, zur Stadterhebung gekommen war. Die Münchner hätten nicht nur eine ausführliche Begründung gefordert, warum Miesbach es verdiene, eine Stadt zu sein, sondern auch die Offenlegung der Kassen, die Gliederung der Bevölkerung, eine Erhebung über Handel und Wirtschaft sowie Angaben über Verkehr und Schulen.

Das alles und noch einige Argumente mehr haben die Stadtväter geliefert, sodass am 10. Mai das lang ersehnte Telegramm von Innenminister Friedrich von Brettreich den Ort erreichte: „Seine Majestät der König haben am 6. Mai 1918 allergnädigst zu genehmigen geruht, dass der Markt Miesbach fortan die Bezeichnung ,Stadt‘ führt“, zitierte Pongratz. Eine Ernennungsurkunde gab es keine. Und auch die Feier fiel damals, in der von Verlusten und Entbehrungen geprägten Endphase des Ersten Weltkriegs, nur sehr klein aus.

Das aber holt Miesbach ein Jahrhundert später selbstbewusst nach und gönnt sich eine 250-seitige, reich bebilderte Festschrift und eine umfassende Ausstellung zur Stadtentwicklung. Einen Stadtführer gibt es schon. Stadtarchivarin Barbara Wank und Historiker, Verleger und Autor Alexander Langheiter, beides „echte Miesbacher Gwaxe“, wie Pongratz betonte, haben sich hier zusammengetan und ihr profundes Wissen einfließen lassen. Bevor sich die beiden in das Goldene Buch der Stadt eintrugen, stellten sie ihr Werk mit den 14 Kapiteln vor und dankten allen Beteiligten für deren Hilfe.

Der Dank ging vor allem an die privaten Leihgeber von Fotografien, die es ermöglichten, dass bis dato unveröffentlichtes Bildmaterial im Buch gezeigt werden kann. Während Langheiter augenzwinkernd anhand einiger exemplarischer Fotografien von historischen Ereignissen durch Miesbachs Politik und Verwaltung, Gesellschaft und ihre Würdenträger, Wirtschaftsleben, Sport, Religion, Kunst und Literatur, Bildung, Presse und Medien, Städtebauförderung, Soziales, Wasser und Energie führte und die Gäste neugierig machte auf das Buch, lud Barbara Wank zur Ausstellung. 32 der insgesamt 44 Stadtansichten und Perspektiven auf prägnante Gebäude hängen im Treppenhaus und in den Fluren des Rathauses und können bis zum 28. Dezember besichtigt werden.

Die Auswahl aus der Fülle des Stadtarchivs sei eine Herausforderung gewesen, weshalb sich Wank entschlossen habe, zeitgenössische Aufnahmen historischen in identischer Perspektive gegenüberzustellen. „Es geht nicht um eine Wertung, sondern um die Entwicklung, den Wandel und auch die Tradition und die Kontinuität unserer Stadt“, erklärte Wank.

Ihr Dank galt hier Hans Löw senior, der die Stadt entsprechend im vergangenen Jahr fotografiert habe. Wank lud die Bürger ein, öfter ins Rathaus zur Besichtigung der Fotoausstellung zu kommen. Schließlich werden die Fotobanner regelmäßig ausgewechselt, sodass es immer Neues zu entdecken gibt.

Im Laufe des Jahres erwarten die Miesbacher überdies eine Zeitreise und ein umfangreiches Festprogramm.

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