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Eingespielte Formation: Die Musiker der Blaskapelle Agatharied unter der Leitung von Dirigent Wolfgang Probst boten bei ihrem Frühjahrskonzert im Alpengasthof Glück Auf in Hausham ein vielseitiges Programm. 

Frühjahrskonzert

Vom Egerland bis nach Afrika

Agatharied/Miesbach – Saubere Vorstellung: Bei den Frühjahrskonzerten hat die Stadtkapelle Miesbach/Blaskapelle Agatharied eine musikalische Weltreise unternommen.

Zwei Namen erlaubten auch heuer zwei Triumphe für 60 Musiker und ihren Dirigenten Wolfgang Probst. Die Frühjahrskonzerte der Stadtkapelle Miesbach im ausverkauften Waitzinger Keller und der Blaskapelle Agatharied im vollbesetzten Alpengasthof Glück Auf in Hausham begeisterten mit Schwung und Klang.

Mit schneidigen Fanfaren von Julius Fucik eröffneten die Bläser das Programm. Weil der tschechische Komponist 1916 im Alter von nur 44 Jahren gestorben war, widmete ihm die Blaskapelle zwei weitere Stücke. Die Ouvertüre zur nie vollendeten Operette „Marinarella“ erfüllte den Raum mit poetischem Holzbläserklang und wuchtigen Kontrasten der Blechbläser und Schlagwerker. Mit zwei Hämmern setzte Andreas Patzlsperger die Amboss-Akzente im Marsch „Die lustigen Dorfschmiede“.

Realistisch wurde es auch bei Johann Strauß Sohn, als in der flott und präzise gespielten Polka „Auf der Jagd“ ein paar Platzpatronen knallten. Schmissig, weich und melodiös wie die Egerländer Musikanten selbst präsentierte das Orchester Ernst Hutters „Egerländer Festtagspolka“. Zackig und sauber gespielt lud „Blauer Enzian“ von Ernst Hoffmann zum Mitwippen ein.

Die gut aufgelegte Truppe um Dirigent Probst hat aber nicht nur Konzertmärsche, Polkas und Landler drauf. Sie kann auch moderne Klassik und Show-Band. Das zeigte sich schon in der gefühlvollen „Mazury Rhapsody“ von Alfred Bösendorfer (eigentlich Kees Vlak aus den Niederlanden), einer Hommage an die Seen, Wälder und Heidelandschaften Masurens. Mit fetzig interpretierten Ausschnitten aus dem Musical „König der Löwen“ machte die Blaskapelle Appetit auf eine Reise in die afrikanische Savanne oder wenigstens eine Theaterfahrt zum Hamburger Hafen. „Seit 2001 gab es dort mehr als 5000 ausverkaufte Vorstellungen,“ informierte Moderator Sepp Grundbacher, der kundig und humorvoll durch das Programm führte.

Ein elegantes Potpourri servierten stehend Peter Holzer, Sepp Holzer jun. und Gerhard Probst mit dem „Posaunen-Cocktail“ von Willi Löffler, dezent unterstützt vom Orchester. Zur Big Band in Hochform mutierten die Dirndl-Damen und die Herren im grünen Gilet mit „James Last – The Last Tour“. Hierzu hatte Probst die beliebtesten Melodien des Altmeisters arrangiert.

Nach so vielen schönen Eindrücken wollte sich das Publikum nicht mit dem Astronauten-Marsch von Josef Ullrich verabschieden lassen. Mit Bravo-Rufen und donnerndem Applaus drängte es die Kapelle zu drei Zugaben. Und diese spielte dann auch den Tölzer Schützenmarsch, den Washington Post March und den Bayerischen Defiliermarsch wie das vorherige Programm sauber und gut gelaunt – gekonnt eben.

Gudula Beyse

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