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Auf nach Marseillan: Mit einem Gegenbesuch wollen sich die Stadträte ein Bild von der möglichen Partnergemeinde machen.

„Aufgeschlossen reagieren, wenn man gefragt wird“

Städtepartnerschaft Miesbach/Marseillan: Nur nichts überstürzen

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Marseillan will mit Miesbach eine Städtepartnerschaft schließen. Während die Franzosen ihre Bereitschaft bekennen, zögert die Kreisstadt. Der Stadtrat will sich erst ein Bild vor Ort machen.

Miesbach – Die Avancen, die die französische Gemeinde Marseillan Miesbach macht, um eine Städtepartnerschaft zu schließen, werden im Stadtrat der Kreisstadt unterschiedlich aufgenommen. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) begrüßt – wie berichtet – eine solche Gemeinschaft und hat für den Stadtrat einen entsprechenden Beschluss vorbereiten lassen. Darin befürworte der Stadtrat die Städtepartnerschaft mit den Südfranzosen und beauftrage die Bürgermeisterin, weitere Schritte einzuleiten sowie den Antrag für das Förderverfahren zu stellen. Zudem soll im September eine Delegation aus dem Stadtrat zusammen mit Pongratz Marseillan besuchen. Doch im Stadtrat reagierte man zurückhaltend.

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Städtepartnerschaft Miesbach/Marseillan: Nur nichts überstürzen

Wie berichtet, wurde im April zum ersten Mal über die Anfrage der französischen Gemeinde diskutiert. Trotz zurückhaltender Reaktionen in Miesbach besuchten Bürgermeister Yves Michel, der Partnerschaftsbeauftragte Ludovic Fabre und der deutsche Initiator Conny Knoben die Kreisstadt und lernten einige Stadträte beim Volksfest kennen. „Es war sehr nett“, berichtete Pongratz.

Doch das allein war einigen im Stadtrat nicht genug. So sprach sich Markus Seemüller (Freie Wähler) dafür aus, „aufgeschlossen zu reagieren, wenn man gefragt wird“. Wegen der Entfernung von 1100 Kilometern sei es für weitere Schritte aber zu früh. Eine Delegation ans Mittelmeer zu schicken, sei in Ordnung, jedoch solle jeder die Kosten für die Teilnahme selbst tragen. Pongratz’ Beschlussvorschlag hatte dagegen eine prozentual nicht festgelegte Beteiligung der Stadt an den Kosten vorgesehen. Generell, so fand Seemüller, solle dies der nächste Stadtrat entscheiden. Ebenso sei es überlegenswert, über eine deutsch-deutsche Partnerschaft in den neuen Bundesländern nachzudenken, was Pongratz jedoch ablehnte: „Das fördert nicht den europäischen Gedanken.“

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) versuchte, Vorbehalte wegen Sprache und Entfernung mittels der Landkreispartnerschaft mit Tewkesbury zu entkräften: „Die funktioniert seit 40 Jahren sehr gut.“ Miesbach solle endlich den Schritt wagen, statt eine Entscheidung zu verschieben. „Die Menschen müssen das annehmen und leben, aber es braucht eine Person, die vorangeht.“

Fertls Hinweis, dass es dort unten auch guten Wein gebe, wollte Manfred Burger (Grüne) nicht gelten lassen: „Wir sollten uns Marseillan erst mal anschauen. Außerdem sollten wir nicht vergessen, die Vereine mitzunehmen, die das ja leben sollen.“

Miesbach und Marseillan: Das sagt der Stadtrat

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Inge Jooß (SPD) bedauerte dagegen: „Alle haben Partnerschaften, nur wir nicht.“ Die Entfernung sei weit, aber mit dem Bus sei das gar nicht so teuer. „Trotzdem sollten wir auch schauen, ob wir nicht etwas Näheres und Innerdeutsches finden.“ Allerdings würde sich ihre ehemalige Schule, die Realschule Miesbach, über einen Austausch nach Frankreich freuen, ergänzte die Lehrerin im Ruhestand. Und so eine Verbindung müsse ja nicht auf ewig sein.

Das widerstrebte aber Erhard Pohl (CSU). „Ich heirate nicht mit der Option, mich wieder scheiden zu lassen“, stellte er fest. Man habe eine Verpflichtung, diese Partnerschaft zu leben. „Dieses Herzblut kann sich nur entwickeln, wenn eine Delegation das Land kennengelernt hat.“ Seinem Fraktionskollegen Dirk Thelemann war das Zaudern zu viel: „Entweder geht man voran und löst Probleme, oder man sucht Probleme und geht nicht. Wenn nur die Zauderer runterfliegen, wird das nichts.“ Astrid Güldner (Grüne) ergänzte, dass Schülerfahrten nach Rom mit dem Bus auch kein Problem seien.

Der Stadtrat beschloss gegen die Stimmen von Burger und Franz Mayer (CSU), dass eine Delegation auf eigene Kosten nach Marseillan reisen und über die Eindrücke berichten soll. Der Besuch soll im September erfolgen.

ddy

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