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Sieht viel vom Oberland: Marion Schmidt verkauft ihre selbst gemachten Filz-Accessoires auf Märkten.

Marion Schmidt (54) aus Holzkirchen über ihre Arbeit

Interview: So hart ist das Leben als Stand-Betreiberin

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Miesbach - Das Geschäft hat sich verändert, weiß Marion Schmidt. Im Interview erklärt sie, wie hart ihr Job wirklich ist - und was sich der Kunde von heute wünscht.

Vom mollig-warmen Paar Schafwollsocken bis hin zum Gemüsehobel: Auf Märkten wird regelmäßig eine große Bandbreite unterschiedlichster Waren angeboten. Marion Schmidt aus Holzkirchen ist fahrende Händlerin und mit ihren Filzwaren in ganz Oberbayern und darüber hinaus unterwegs. Am Montag hat sie Station auf dem Michaelimarkt in Miesbach gemacht. Im Interview erzählt die 54-Jährige, wie sich das Geschäft verändert hat und was der Kunde von heute so wünscht.

Frau Schmidt, was bieten Sie denn alles feil?

Schmidt: Ich habe lauter Waren aus eigener Herstellung im Programm. Das Angebot umfasst Landhauskissen, Filzkissen, Trachtenloops und Dirndltaschen. Außerdem verkaufen mein Mann Jörg und ich Handytaschen und Zigarettenhüllen sowie unterschiedliche Trachtenaccessoires. Auch Filzhüllen für Tablet-Computer sind im Moment sehr gefragt.

Wo machen Sie denn überall Halt?

Schmidt: Im ganzen Oberland und im Allgäu. Vereinzelt auch in Niederbayern. Von Berchtesgaden bis Hindelang – und zwar von Anfang März bis Ende Dezember. Das Schöne ist, dass die Orte so unterschiedlich sind und man die anderen Händler immer wieder trifft. Da sind über die Jahre richtige Freundschaften entstanden.

Liegt Ihnen das Verkaufen im Blut?

Schmidt: In der Familie hat es keine Tradition, es war unsere Idee. Ursprünglich haben wir mal auf dem Ottobrunner Christkindlmarkt verkauft – ein großer Spaß. Irgendwann dachten wir uns, dass wir das doch eigentlich das ganze Jahr über machen könnten. Seit 1999 sind wir jedes Wochenende unterwegs.

Bestimmt ein Knochenjob.

Schmidt: Ja, es ist schon viel Arbeit. Das Ein- und Ausräumen ist wie ein Mini-Umzug. Das muss man mögen. Für mich überwiegen aber die Vorteile. Besonders ist zum Beispiel, dass man andauernd neue Leute kennenlernt. Und ich muss sagen, dass die Menschen im Oberland einfach nur nett sind. Sie sind herzlich, offen und gut drauf.

Rechnet sich so ein Marktstand wirtschaftlich überhaupt noch?

Schmidt: Früher haben wir davon gelebt, inzwischen ist es ein Nebenerwerb. Ich betreibe unter der Woche einen Bügelservice, und nach der Arbeit stelle ich die Waren her. Mein Mann hat ein kleines Transportunternehmen. Es wird eindeutig immer schwieriger, das Internet hat viel kaputt gemacht. Wir haben uns daraufhin spezialisiert und fahren gut damit. Die Leute wollen wieder Handarbeit, Qualität und individuelles Design.

Was kaufen die Miesbacher am liebsten?

Schmidt: Das kann man so gar nicht sagen. Die Nachfrage ist in jedem Ort und jedes Jahr wieder anders. Unsere Filzsachen sind eigentlich überall recht gefragt. Ich habe sogar schon nach Neuseeland, Australien und Kanada verkauft. Besonders die Amis sind ganz heiß auf alles, was mit Bayern zu tun hat.

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