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Standortkonzept in Arbeit: Potenzial für Solarparks im Landkreis wird konkreter

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Von: Sebastian Grauvogl

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Reihenweise Kollektoren: Im 64 Hektar großen Solarpark Moos im unterfränkischen Geroldshausen steht eine der größten PV-Freiflächenanlagen Süddeutschlands.
Reihenweise Kollektoren: Im 64 Hektar großen Solarpark Moos im unterfränkischen Geroldshausen steht eine der größten PV-Freiflächenanlagen Süddeutschlands. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Immer mehr Gemeinden im Landkreis Miesbach machen sich Gedanken über Solarparks. Das Landratsamt arbeitet derweil an einem Standortkonzept - und das macht Fortschritte.

Landkreis – Otterfing setzt auf alte Kiesgruben, Bad Wiessee lässt den Badhügel prüfen, Tegernsee diskutiert über eine Wiese am Leeberg: Bei der Suche nach möglichen Standorten für Freiflächen-Photovoltaikanlagen schienen der Kreativität in den vergangenen Monaten kaum Grenzen gesetzt. Die zuletzt stark gestiegenen Strompreise und die verstärkten Bemühungen der Kommunalpolitik, in Sachen Energiewende endlich vorwärtszukommen, haben einige Ideen für neue Solarparks sprießen lassen. Um den Gemeinden ein Planungsinstrument an die Hand zu geben, arbeitet das Klimaschutzmanagement am Landratsamt seit geraumer Zeit an einem Standortkonzept für den gesamten Landkreis. Dieses hat jetzt die nächste Hürde genommen.

Mit nur einem Solarpark könnte ein Vielfaches des Stroms von normalen Dach-PV-Anlagen produziert werden, teilt das Landratsamt mit. „Ein Riesen-Schritt in Richtung des Ziels des Landkreises, den Energiebedarf bis 2035 vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken.“ Auch wenn der Fokus weiterhin auf „gebäudegebundenen“ PV-Anlagen liege, gebe es im Landkreis dennoch auch geeignete Flächen für größere Einheiten, sagt Klimaschutzmanagerin Antonia Rüede-Passul.

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In einem ersten Schritt habe das Klimaschutzmanagement alle potenziellen Flurstücke begutachtet und eine „grundsätzlich mögliche Flächenkulisse nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz geschaffen“. Vereinfacht ausgedrückt handle es sich dabei um Areale in Gewerbe- und Industriegebieten, entlang von Autobahnen und Schienen, Konversionsflächen und Flächen in benachteiligten Gebieten. Konkret fokussiere man sich im Standortkonzept auf Flächen entlang von Verkehrswegen und Konversionsflächen, teilt das Landratsamt auf Nachfrage mit.

Grundstücke mit Gemeindeverwaltungen begutachtet und priorisiert

Diese theoretisch möglichen Grundstücke habe man gemeinsam mit den Gemeindeverwaltungen priorisiert und schließend in jedem Gemeinderat zur Diskussion gestellt. Zentrale Frage: Ist ein Solarpark im Ort denkbar und wenn ja, wo? Die Beratungen seien unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgt, da auch Flächen in privaten Eigentumsverhältnissen Thema gewesen seien. Um Spekulationen zu vermeiden, werde auch das fertige Konzept unter Verschluss bleiben.

Konkrete Zahlen könne man ohnehin noch nicht nennen, da sich die Gemeinden noch im Auswahlprozess befinden würden. Letztlich gehe es auch um die Frage, wie gut sich mögliche Solarparks ins Orts- und Landschaftsbild einfügen würden. Eines stellt das Landratsamt aber schon jetzt mit Nachdruck heraus: Das Konzept ist kein Freifahrtschein für den Bau der Anlagen. Die Priorisierung der Flächen sei unverbindlich, sie ersetze nicht die Bauleitplanung der Gemeinden und die Prüfung der Fachstellen in einem möglichen Verfahren.

Eigentümer werden kontaktiert

Zunächst würden die Rathäuser nun die Eigentümer der durch sie ausgewählten Flächen kontaktieren. Letztere seien aber zu nichts verpflichtet, betont die Behörde: „Jeder kann der Aufnahme in das Konzept formlos widersprechen.“ Wer sich allerdings für eine Freiflächen-PV-Anlage begeistern könne, den unterstütze das Klimaschutzmanagement und die Energiewende Oberland bei allen weiteren Schritten wie der Prüfung von Netzanschlüssen und Wirtschaftlichkeit sowie den Vorgesprächen mit den Fachstellen. Da sich einige der Auswahlflächen in öffentlicher Hand befinden, sei das Klimaschutzmanagement im engen Austausch mit den jeweiligen Rathäusern. Denn auch für die Gemeinden, betont das Landratsamt, böten Solarparks „viel Potenzial“.

sg

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