Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Der Fastenprediger in Hochform: Bruder Oberitas beleuchtet im Bräuwirt das Geschehen in der Kreisstadt aus einem postfaktischen Blickwinkel und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Starkbieranstich in Miesbach

Die Wahrheit über Fake News

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Wahrheit oder doch nur alternative Fakten? Auch beim Miesbacher Starkbierfest herrschte in diesem Jahr Fake-News-Alarm. 

Miesbach – Donald Trump sei Dank: Es gibt keine Lügen mehr. Bestenfalls handelt es sich bei zwei Wahrheiten um alternative Fakten. Und dass dieser sprachliche Kunstgriff auch in Miesbach durchaus Vorteile mit sich bringen kann, zeigte Bruder Oberitas – gespielt von Wolfgang Ober – am Freitagabend beim Starkbieranstich des Musikvereins im vollen Saal des Miesbacher Bräuwirts eindrucksvoll auf.

Glaubt man dem Fastenprediger, sind bereits einige alternative Fakten im Umlauf. „Dass sich die Stadträte ausschließlich für das Wohl der Bürger interessieren und sich nicht selbst profilieren wollen – alternative Fakten“, zählte er auf. Wahr sei dagegen, dass Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, die auch diesmal mit drei routinierten Schlägen anzapfte, knapp 51 Jahre alt ist. „Letztes Jahr hat sie noch gefehlt. Weil wenn schon mal ein 60er ansteht, dann hauen sie in Miesbach lieber ab.“

Bei der Rathaus-Chefin geriet Oberitas prompt ins Philosophieren: „Man sagt, die erste Wahlperiode ist anstrengend, die zweite ist schön, und die dritte ist die Hölle. Was sagst Du dazu, Ingrid?“ Was nicht zuletzt an Markus Seemüller von den Freien Wählern liege. „Er is hoit da Antragsmüller: keine Sitzung ohne Antrag, keine Abstimmung ohne Zusatz.“

Überhaupt war der Stadtrat überaus präsent. So durfte Florian Ruml beim Bauen „a Schneisn in den ganzen Hang schneidn“, weil er „mit’m Baumschmuser, an Lechner Michi, in da selben Partei is“. Und der habe eine eigene Philosophie: „Oan Baam fälln derf ma ned, 100 auf oa Moi ,ernten‘ wie am Nordgraben und bei da Frauenschui scho.“

An neue Zeiten müssten sich auch das Krankenhaus und dessen Geschäftsführer Michael Kelbel – „da Fürst vo da Agatharieder Bettenburg“ – gewöhnen. „Jetzt schreibn d’Mitarbeiter scho anonyme Briefe, und d’Zeitung druckt’s ab. Wo gibt’s denn so was“, polterte Oberitas. „Bei am Leserbrief muaßt immer den Namen dazuaschreibn. Und wennst des ned wuist, schreibst hoit Karl Brutscher drunter.“

Mit der Öffentlichkeit habe dagegen Wolfgang Rzehak keine Probleme. Anders als das Krankenhaus, das angeblich zu viel Transparenz fürchten müsse, brauche sich der auf Facebook recht aktive Landrat keine Sorgen machen: „Du muaßt auf koa Konkurrenz aufpassen. Wos daadn de scho vo Dir abschaugn?“

Auch für die Kreissparkasse hätten sich die Zeiten geändert, stellte Oberitas fest: „Weniger Leut, weniger Öffnungszeiten, dafür mehr Automaten und mehr Gebühren.“ In Hausham habe die KSK sogar „Brommes Glaspalais, wo jeder Mitarbeiter 150 Quadratmeter hatte“, an die Gemeinde versilbert.

Eine Premiere gab es beim abschließenden Einakter. Den inszenierte diesmal nicht die Theatergruppe des Trachtenvereins, sondern der Musikverein. Das Thema: „Mamas Tipps sind die besten“. Zwei Brüder lassen sich getrennt von den Eltern beraten – der eine vom Vater zum Thema Anbandeln, der andere von der Mama (gespielt von Bräuwirt-Wirtin und Bühnendebütantin Hanni Huber) zur anstehenden Bewerbung. Die Mitschriften werden vertauscht, und die Folgen sorgten beim Publikum für viel Gelegenheit zum Lachen.

ddy

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