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Voller Festsaal im Miesbacher Bräuwirt: Beim Starkbieranstich sorgte Fastenprediger Bruder Oberitas für prächtige Stimmung.

Starkbieranstich

Alles rein ins Millionenloch!

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Miesbach - Beim Miesbacher Starkbierfest ist es wie im richtigen Leben: Über Abwesende lässt sich trefflich lästern. Kein Wunder also, dass Fastenprediger Bruder Oberitas in Abwesenheit von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz die Gelegenheit nutzte, um mal richtig abzuledern.

Kein Schaden, der nicht auch Gutes mit sich bringt. Das galt beim Starkbieranstich am Freitagabend im Miesbacher Bräuwirt nicht nur für die urlaubsbedingte Abwesenheit von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, sondern auch für den Einbruch bei der Gewerbesteuer, der der Kreisstadt bevorsteht. „Die Ingrid findt des Millionenloch super“, stellte Fastenprediger Bruder Oberitas fest. Es sei die perfekte Ausrede „für ois, was ma eh ned macha mog“. Egal, ob Straßenbau, Freibad, Kloster oder Hochwasserschutz: „Schwoama’s owe ins Loch!“

Aber das Millionenloch ist nicht der einzige Kunstgriff in Miesbachs Stadtpolitik. „Wenn d’Leut wolln, dass was passiert, dann machen wir jetzt an Grundsatzbeschluss!“ So könne der Stadtrat abwarten, „bis alle wissn, was sie zu wollen haben“. Manch einer entscheide sich gar erst just während der Stimmabgabe, wie die Abstimmung zur Initiative Marktplatz im Rahmen des Stadtentwicklungsausschusses gezeigt habe: „Erst war da Ruml Flori gegen den Antrag, die Initiative zuzulassen, hat aber dann dafür gestimmt.“ Das habe er als Geschäftsleiter im Gmunder Rathaus „wohl vom Preysing Schorsch glernt“.

Auch zu den Plänen, neben Citymanager Schorsch Danner einen weiteren Moderator zu installieren, fand Oberitas klare Worte: „Boid kriagt d’Stadt an Moderator, der zwischen Stadt und Moderator moderiert. Ihr habt’s es ned olle!“ Bleibe zu hoffen, dass es zumindest beim geplanten Wirtschaftsförderer besser läuft: „Wenn’s bloß a hoibe Stell is, dann nehmt’s bitte die Hälfte, die wos duad und ned nur redt.“ Dass sich mit der Stadt auch sparen lässt, hat Oberitas ebenfalls herausgefunden: „Seit die den neia Brunnen vorm Rathaus ham, brauch i für mei Auto koa Bodenwäsche mehr zahln.“

Abwesend war auch jener, dem das Schauspiel gewidmet war: Stadtpfarrer Stefan Füger. Die Laienspielgruppe der Trachtler griff das Versetzungsgesuch des Geistlichen in ihrem Einakter „Rat in Nöten“ von Franz Lausser auf. Alles soll nun besser werden in der Pfarrei, und damit das klappt, setzt der Pfarrgemeinderat auf eine neue Erfolgsformel: MBSDSPF – Miesbach sucht den Super-Pfarrer.

Aber für eine gute Entscheidung muss man wissen, was man will, wie Verena Assum, Simona Eckl, Heidi Kahl, Stefanie und Stefan Rühl, Josef Beck, Lausser, Paul Martin sowie Florian und Klaus Ruml amüsant vorführten. Attraktiv, sportlich und korrekt soll er sein, nett zu Jugend und Senioren, und bitte auch trinkfest.

Doch das Pfarrer-Casting ist kein Wunschkonzert. Dass die Miesbacher Ansprüche nicht einfach zu erfüllen sind, stellte die Super-Pfarrer-Jury selbst fest: „So guad ko koana schnitzn.“ Oder wie es zuvor Bruder Oberitas formuliert hatte: „Wer is überhaupts kompatibel mit de Edelchristn vom Pfarrgemeinderat?“

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