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Leiten den Unternehmerverband: (v.l.) Vorstandsvorsitzender Anton Stetter und sein Vize Matthias Brandl. 

Abstimmung im UVM-Vorstand

Stetter löst Moltke an Spitze von Unternehmerverband ab

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
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Beim Unternehmerverband Miesbach (UVM) dreht sich das Personalkarussell. Anton Stetter (57) hat das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Klaus Dieter Graf von Moltke (65) übernommen.

Landkreis –Eigentlich müsste über derartige Personalien die Mitgliederversammlung entscheiden. Weil die im Mai aber coronabedingt nicht tagen konnte, nutzte der UVM-Vorstand eine Lücke in der Satzung und stimmte in kleiner Runde ab. Die Zeit drängte, weil nach der Kommunalwahl und mit Beginn der neuen Amtszeit im Mai auch der Aufsichtsrat der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) neu bestimmt werden musste. Laut Satzung ist der UVM-Vorstandsvorsitzende zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der SMG.

SMG-Aufsichtsrat neu besetzt

Moltke stand seit Gründung des Unternehmerverbands im Jahr 2012 an der Spitze der Organisation. Seit Juni ist der Geschäftsmann aus Rottach-Egern allerdings kein Unternehmer mehr im Landkreis Miesbach. Der Hotelier hat seine Egerner Höfe an den Allgäuer Molkerei-Besitzer Christian Ehrmann verkauft. „Es hätte in seinen Augen wenig Sinn gemacht, vor diesem Hintergrund für nur wenige Wochen den Posten des SMG-Aufsichtsratsvorsitzenden zu übernehmen“, sagt Slyrs- und Lantenhammer-Gesellschafter Stetter. „Wir haben deshalb einen Schnitt gemacht.“ Der Schlierseer war seit 2017 bereits stellvertretender UVM-Vorsitzender, auf diesen Posten rückt das bisherige Vorstandsmitglied Matthias Brandl (36, Firma CBO) aus Schliersee nach. Zusammen vertreten sie den Unternehmerverband im SMG-Aufsichtsrat. Diesem gehören ferner Landrat Olaf von Löwis (CSU), der Gmunder Bürgermeister Alfons Besel (FWG) sowie von der Kreissparkasse deren Vorstandsvorsitzender Martin Mihalovits und der Leiter des Vorstandsstabs, Jürgen Rode, an.

Verzahnung von Wirtschaft und Tourismus vorantreiben

In seiner neuen Funktion möchte Stetter die Verzahnung von Wirtschaft und Tourismus weiter vorantreiben. Der Unternehmerverband soll für seine rund 200 Mitglieder weiter ein attraktiver Partner sein. So nimmt das Projekt Regionalwährung langsam konkrete Formen an. „Die Regierung von Oberbayern hat mittlerweile eine Förderung zugesagt“, berichtet Stetter. Unternehmen sollen Wertgutscheine an ihre Mitarbeiter abgeben, mit denen diese wiederum bei hiesigen Firmen einkaufen können. „Damit halten wir die Umsätze im Landkreis“, sagt der neue Vorstandsvorsitzende. Die SMG unter ihrem Geschäftsführer Alexander Schmid tüftelt seit mittlerweile mehreren Jahren an einem wasserdichten Konzept – jetzt offenbar mit Erfolg. Überhaupt sei die Kombination von SMG und UVM spitze. „Ich kenne keine derartige Organisation in Bayern, die so schlagkräftig ist“, betont Stetter.

Seinen Posten als Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats im Landkreis, den er sich mit der Gmunderin Kornelia Kneissl teilt, möchte der Schlierseer weiter behalten. Beide Organisationen könnten voneinander profitieren. Das gilt auch für die Industrie- und Handelskammer (IHK). Stetter möchte sich mit dem IHK-Regionalausschuss stärker vernetzen und den Austausch mit den Unternehmen aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen pflegen.

Beim Unternehmerverband selbst sieht er kein unbegrenztes Wachstum. Ziel sei es vielmehr, die bestehenden Mitglieder zu halten und zu motivieren. Ob diese mit der Wahlentscheidung ihres Vorstands zufrieden sind, wird sich im Herbst zeigen. Dann muss sich die Führungsriege im Rahmen einer Mitgliederversammlung noch mal offiziell der Wahl stellen.

sh

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