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Kunst im Kleinstformat: Die Buben der Kunstprojektgruppe der Miesbacherin Barbara Gerbl – hier mit Willy Krause (l.) und ihrem Sohn Korbinian am Stadtplatz – haben die Kreisstadt mit Miniatur-Figurengruppen bevölkert. Weil die so klein sind, dass sie leicht übersehen werden können, weisen bunte Pfeile darauf hin.

Kleine Männchen am Stadtplatz

Street Art-Projekt: Winzige Welten in ganz Miesbach

Seit sieben Jahren arbeitet Barbara Gerbl mit Kindern und Jugendlichen an Kunstprojekten. Das aktuelle bevölkert nun die Miesbacher Innenstadt.

Miesbach – Ein Rennauto im Boxenstopp auf dem Bordstein, ein Düsenjet vor dem Rathaus. Es könnte eng werden in der Kreisstadt, würde es sich nicht um Miniaturen handeln. Eine Gruppe junger Burschen hat sich in einem Projekt des Ateliers Farbenspiel unter der Leitung von Barbara Gerbl eigene kleine Welten ausgedacht und erweckt sie in der Innenstadt mit Szenerien zum Leben.

Das Atelier Farbenspiel entstand aus der Faszination, mit der Gerbl ihre vier eigenen Kinder beim Experimentieren mit Farben, Techniken und Materialien beobachtete. „Ich war immer der Meinung, ich könne nicht malen.“ Doch mit der Zeit fand die vierfache Mutter großen Gefallen an der kreativen Arbeit. Ihr Anreiz war es, Kindern immer wieder neue Anregungen zu geben, sie im richtigen Moment zu unterstützen, aber auch loszulassen. „Die Kindergartenleitung hat mich eines Tages angesprochen, ob ich nicht was Kreatives anbieten kann.“ Gesagt, getan – und die Kinder waren begeistert. Als deren Zeit im Kindergarten endete, wollte sich niemand so recht trennen. Deshalb eröffnete die 37-Jährige 2010 ihr Atelier an der Ableitnerstraße.

Die Figürchen ziehen den Blick auf ihre Welt im Kleinen.

Dort können sich die großen und kleinen Künstler für jedes Kurssemester – meist fünf Kurseinheiten – neu anmelden und arbeiten dann in altersentsprechenden Gruppen. Mittlerweile hat Gerbl ein Grundstudium für klassisches Malen und Zeichnen absolviert und macht seit 2016 eine Ausbildung zur Kulturpädagogin. Ihr Konzept funktioniert wunderbar: „Manche Kinder sind schon seit acht Jahren bei mir.“ Werbung hat sie nie gemacht, das Atelier lebt von der Mundpropaganda. Eigentlich ist die Miesbacherin Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin, doch im Atelier habe sie ihre Berufung gefunden. Außerhalb ihrer Kurse arbeitet Gerbl ehrenamtlich in der katholischen Kirche und der Miesbacher Grundschule, um den Nachwuchs in seiner kreativen Entfaltung zu begleiten. „Es ist schön, zu sehen, wie meine Mädels und Jungs sich ausleben und einfach sie selbst sein können.“

Das jüngste Projekt lässt sich nun in der Miesbacher Altstadt bestaunen. Acht Buben zwischen elf und 13 Jahren beschäftigten sich mit Street Art, also Kunst, die den öffentlichen Raum nutzt. Das Projekt „Kleine Menschen in der großen Stadt“ orientierte sich am britischen Künstler Slinkachu, der Miniatur-Figuren in Städten platziert. Die Jugendlichen waren von der Idee begeistert, bauten und bemalten eigene Figuren und Welten. „Toll ist, dass die Jungs den Künstler nicht kopieren, sondern ihre ganz eigenen Ideen verwirklicht haben“, sagt Gerbl.

Am Samstag machte sich die kleine Gruppe auf den Weg, um ihre kleinen Menschen in ganz Miesbach auszusetzen. „Damit niemand die Kunstwerke übersieht, haben wir alle mit einem Pfeil gekennzeichnet.“ Ein paar der Figuren sind zwar leider schon abhandengekommen. „Aber so ist das“, sagt Gerbl: „Ein Kommen und Gehen.“ Sie bittet natürlich darum, die Szenen stehen zu lassen. Einen Überblick gibt es auf www.farbenspiel.net.

Leah Stefan

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