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Neuer Plan: Das Kloster soll zum Kinderhaus werden. Der Mittelbau soll der Krippe (l.) als Erweiterung dienen, die alte Schule (r.) könnte zum Hort werden.

Streit ums Museum im Kloster

„Das Ehrenamt hat seine Grenze erreicht“

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Das Aus für das geplante Museum im Miesbacher Kloster hat beim Museumsverein große Enttäuschung hinterlassen. Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? Aufgeben wollen die Aktiven nicht, aber auch nicht ständig gegen die Wand laufen.

Im Vorstand des Museumsvereins hat man den Nackenschlag, den der Stadtratsbeschluss pro Kinderhaus bedeutet, immer noch nicht ganz weggesteckt. „Es ist hart, darüber hinwegzukommen“, sagt Vorsitzender Johannes Schlichting. „Wir haben viele Jahre dafür gekämpft, dass das Museum im Kloster eine Heimat findet. Nun aber müssen wir feststellen, dass wir immer gegen die Wand gelaufen sind.“

Wie berichtet, hatte der Stadtrat trotz seines Grundsatzbeschlusses von 2013 nun der Erweiterung der Kinderkrippe im Kloster den Vorzug gegeben. Kinderhaus statt Museum – mit Blick auf den ungeteilten Nutzungszweck und die bessere Förderung durch die Regierung von Oberbayern stimmte die Mehrheit zu.

Dabei wurde auch recht spitzfindig vorgegangen. Wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) in der Sitzung betont hatte, habe man 2013 nicht beschlossen, das Museum im Kloster einzurichten, sondern das lediglich zu prüfen. Für Schlichting ist dies Haarspalterei: „Es war damals allen klar, dass man mit diesem Beschluss ein Bekenntnis dafür abgibt, dass das Museum ins Kloster kommen soll.“

Deshalb habe der Museumsverein in der Folge auch sein Engagement rund ums Kloster verstärkt: In vielen ehrenamtlichen Stunden wurde das Portal restauriert. Zudem wurden Sammlungen angeschafft, um den Fundus des Museums zu vergrößern.

Auch einige Gutachten wurden in Auftrag gegeben. Rund 40 000 Euro hat die Stadt beispielsweise für die Machbarkeitsstudie ausgegeben – dies hatte Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) in der Sitzung vorgehalten. Und dann das Aus. „Man hat zugeschaut, wie wir uns vorbereiten“, sagt Zweiter Vorsitzender Konrad Tradler. Um nun den Stecker zu ziehen. „Denn in den vergangenen Monaten“, sagt Schlichting, „hat sich nichts Maßgebliches geändert.“

Die Alternative, aus dem denkmalgeschützten Gebäude ein Kinderhaus zu machen, ist aus Sicht des Museumsvereins nicht die beste Lösung. „Für ein Kinderhaus wäre ein Neubau am besten – so wie er bereits neben der Krippe geplant war.“ Nun für die Erweiterung den Mittelbau des Klosters zu sanieren, bedeute höhere Kosten und längere Bauzeit. Zudem bestehe die Gefahr, dass aufgrund der Vorschriften für Kinderbetreuungseinrichtungen genau das wegsaniert werde, was am Altbau schützenswert ist. Schlichting: „Man könnte jetzt schon das Museum und die Erweiterung der Krippe haben.“

Wie es weitergehen soll, ist auf Seiten des Vereins noch vage. Zunächst soll das Meinungsbild der Mitglieder abgefragt und respektiert werden. Eines ist für Schlichting aber klar: „Das Ehrenamt hat hier seine Grenze erreicht.“ Das bedeutet: Die Bereitschaft, weiterhin in Vorleistung zu gehen, gehe gegen null.

Aufgeben will der Verein aber nicht. So soll die Idee besprochen werden, im Klostergarten zwischen Kloster und Portiunkulakirche – also auf städtischem Grund – einen Pavillon aufzustellen, der für Ausstellungen dienen könnte. Doch es gibt Zweifel, ob der Schutz des Ensembles einen solchen Bau zulassen würde. Schlichting betont dennoch die Bereitschaft zum Dialog seitens des Vereins. Man sei auch offen für Angebote seitens der Stadt. „Es wäre schön, wenn wir etwas machen könnten, um zu zeigen, was wir uns mit einem Museum vorstellen – und dass es funktionieren könnte.“

ddy

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