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Immer mehr Senioren nutzen ein Smartphone wie hier im Bild. Student Thomas Hardieck erklärt ihnen in einem Kurs, wie man die moderne Technik richtig bedient. 

Er erklärt, wie man das Hörgerät ans iPhone koppelt

Student macht Senioren zu Smartphone-Fans

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Miesbach - Student Thomas Hardieck erklärt Senioren, wie ein Smartphone funktioniert. Sein erster Kurs  ist bereits ausgebucht. Wir haben nachgefragt, wie er sich die Begeisterung erklärt.

Mobiles Internet, Apps, GPS: Smartphones sind mehr Computer als Telefon. Was für die Jugend selbstverständlich ist, stellt die ältere Generation schnell vor Probleme. Der Wiesseer Thomas Hardieck (21), der in Regensburg Informationswissenschaften studiert, führt in seinem Kurs „Keine Angst vor Technik“ am Katholischen Bildungswerk (kbw) in Miesbach Senioren in die Welt der neuen Handys ein.

Thomas Hardieck (21) aus Bad Wiessee studiert Informationswissenschaften in Regensburg.

Der erste Termin heute Abend ist bereits ausgebucht. Hardieck, der seinen Bundesfreiwilligendienst am kbw absolviert hat, denkt sogar schon über ein ganztägiges Smartphone-Seminar nach. Wir haben den 21-Jährigen gefragt, wie er sich die große Nachfrage erklärt.

Herr Hardieck, wo kommt die Begeisterung der Senioren für die mobilen Alleskönner her?

Ich bin selbst baff, dass sich so viele Leute angemeldet haben. Schon im vergangenen Jahr war der Kurs gut besucht, aber heuer waren die 25 Plätze im Nu weg. Ich denke, dass viele Senioren über ihre Familien mit Smartphones in Berührung kommen. Wenn der Enkel mal eben nachschaut, wie das Wetter wird oder wie das Lösungswort im Kreuzworträtsel lautet, machen auch Oma und Opa große Augen – und werden neugierig. Trotzdem sind viele skeptisch, ob sie so etwas überhaupt brauchen. Diese Skepsis versuche ich, in meinem Kurs abzubauen.

Und das gelingt Ihnen in einem einzigen Abend?

Meistens schon. Ich habe etliche Kursteilnehmer, die ohne eigenes Smartphone zu mir kommen. Einfach um sich einmal zeigen zu lassen, was damit alles möglich ist. Spätestens, wenn ich ihnen dann erkläre, wie sie über die Apotheken-App die Sprechzeiten ihres Hausarztes herausfinden oder sich die schnellste Busverbindung über das Internet anzeigen lassen können, sind sie beeindruckt. 

Wenn da nicht die komplizierte Bedienung wäre... 

Auch die wird immer einfacher. Apple und Android (die gängigsten Betriebssysteme, Anm. d. Red.) bieten mittlerweile viele nützliche Funktionen für Senioren an. So lässt sich bei fast allen Geräten die Schrift auf dem Bildschirm vergrößern. Beim iPhone kann man sogar das eigene Hörgerät als Kopfhörer anschließen. Deshalb halte ich die so genannten Seniorenhandys auch für unnötig.

Inwiefern das? 

Weil sie die Menschen in ihrer Freiheit beschneiden. Die wenigen Modelle, die es auf dem Markt gibt, kann man kaum als Handy bezeichnen. Mit ein bisschen Anleitung schaffen es heute auch komplett unerfahrene Senioren, ein Smartphone zu bedienen. Selbst mein 85-jähriger Opa schreibt schon munter SMS.

Weil er auch in Ihrem Kurs war?

(lacht) Nein. Mein Opa war immer technikinteressiert. Einen Computer nutzt er schon länger, da ist das Smartphone eigentlich nur der nächste logische Schritt.

Einen weiteren Kursabend mit Thomas Hardieck veranstaltet das Katholische Bildungswerk am Donnerstag, 26. März, von 18 bis 20 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro, Anmeldung unter 08025/99290.

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