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Brauchen bis 2018 nachmittags ein Dach über den Kopf: Schulkinder.

Es fehlen 30 Hortplätze bis 2018

Studie: Kreisstadt braucht einen Kinderhort

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Miesbach – Die Stadt Miesbach hat ihre Kinderbetreuungsstudie aktualisieren lassen. Das Ergebnis: Es herrscht Handlungsbedarf bei Krippen- und Hortplätzen.

Über Schulnoten lässt sich bekanntlich streiten. Das stellte auch Miesbachs Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) in der jüngsten Sitzung des Miesbacher Stadtrats fest: „Der Bewertete sieht sich immer etwas besser als der, der bewertet.“ Während Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) die Kinderbetreuungssituation in der Kreisstadt als sehr gut einstufte, ordneten die beiden Experten Robert Hobelsberger und Stephan Mahlert von der Beratungsfirma Muc-Consulting aus Planegg das Angebot zwischen gut und befriedigend ein. 

Deren Fazit: Aktuell sei der Bedarf zwar gedeckt, doch bis 2018 gibt es Lücken. Wie berichtet, hatte sich Miesbach im Jahr 2009 als eine von 100 bayerischen Kommunen bei Eon Bayern um eine kostenlose Studie beworben, die die Betreuungssituation vor Ort analysierte. Die Kreisstadt erhielt den Zuschlag und richtete anhand der ermittelten Ergebnisse 2010 ihre Kita-Planung aus. Mit Erfolg: Aktuell ist der Bedarf abgedeckt. 

Das sind die Zahlen

Deshalb war Ende 2014 die Bereitschaft groß, diese Studie fortzuschreiben – auch wenn das diesmal 11 900 Euro kostete. Die Ergebnisse stellten Hobelsberger und Mahlert nun im Stadtrat vor. Aktuell gibt es in Miesbach 60 Krippen-, 325 Kindergarten- und 25 Hortplätze. Legt man die gesetzlichen Vorgaben zugrunde, werden bereits im Jahr 2018 wieder Plätze fehlen: zehn in der Krippe, 30 im Hort. Das ist der Bedarf, der sich aus der aktuellen Bevölkerung ergibt. Demografisch gibt es keine großen Bewegungen. Wie die Berater feststellten, liegt das Bevölkerungswachstum derzeit bei 0,2 Prozent und stagniert damit. Zuzug würde etwas verändern, doch dafür fehlt es an Wohnraum. 

Offen ist aktuell lediglich, wie viele Asylberechtigte mit wie vielen Kindern zu berücksichtigen sind. Dennoch ist das Angebot, das die Stadt gesetzlich verpflichtet vorhalten muss, relativ gut planbar. Trotz der gegenwärtigen Bedarfsabdeckung stellten die Experten fest, dass im Grunde alle Einrichtungen belegt und voll ausgelastet sind. 

Zudem wird die Planung durch den Belegungsschlüssel, den das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz vorgibt, kompliziert: So belegen Kinder unter drei Jahren zwei Plätze, ab drei Jahren aber nur einen. Für Migrantenkinder werden sogar 4,5 Plätze angesetzt. Mit dem Ausbau der Krippe hat die Stadt zudem einen Grundstock geschaffen, der sich wie eine Bugwelle auf die weiteren Einrichtungen Kindergarten und Hort auswirken wird. 

Doch gerade beim Hort ist das Platzangebot aktuell noch gering. 25 Plätze gibt es derzeit, doch bis 2018 werden voraussichtlich 30 fehlen, prognostizieren die Experten. Dass die Schule mit ihrem ganztägigen Betreuungsangebot viel auffangen wird, wollte Hobelsberger nicht bestätigen: „Die Schule hat keine Abend- und Ferienbetreuung.“ Doch gerade die sei für immer mehr Berufstätige wichtig. Dabei warnte Mahlert: „Hortplätze werden gerne unterschätzt.“

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