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Diese vier Gebäude aus dem Landkreis öffnen am Tag des offenen Denkmals ihre Türen.

Am 10. September

Tag des offenen Denkmals: Diese Gebäude im Landkreis sind dabei

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Ob Macht durch Prunk oder Macht durch Größe: Einige Bauwerke aus dem Landkreis Miesbach passen hervorragend zum Motto des Tag des offenen Denkmals. Warum, erklärt sich aus ihrer Geschichte.

Landkreis– Wie haben einst Adel, Bürgertum und Kirche durch Architektur ihre Stellung in der Gesellschaft deutlich gemacht? Die Frage steht im Mittelpunkt des diesjährigen Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September. „Macht und Pracht“ lautet das Motto, unter dem auch vier Bauwerke aus dem Landkreis ihre Pforten öffnen. Armut und Schwäche als Gegensatz zu Macht und Pracht finden ebenso ihren Platz wie Machtdemonstration durch bewussten Verzicht. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich.

Tag des offenen Denkmals: die Machtmetropole Weyarner Kloster

„Es ist eine der schönsten und prunkvollsten Kirchen im Oberland“, meint Josef Hatzl vom Förderverein für Kultur und Geschichte aus Weyarn. Er spricht über das Kloster Weyarn. „Auch wenn das wahrscheinlich jeder über seine Kirche sagt.“ Der Bezug zum Motto am Tag des Denkmals ist äußerst passend: Im 17. Jahrhundert sei das Kloster Weyarn eine regelrechte Machtmetropole gewesen. Errichtet wurde es 1133, als Stift der Augustiner Chorherren. Graf Siboto II. vom Geschlecht der Falkensteiner, war der geldgebende Initiator.

Nachdem Brände einen Großteil der Gebäude zerstörten, wurde der Komplex 1700 neu zusammengefasst und restauriert. Die Innengestaltung übernahmen bedeutende Künstler des Barock und Rokoko. Eine Besonderheit stellen die drei weltberühmten Figuren von dem in München geborenen Bildhauer Ignatz Günther dar. Zum Tag des offenen Denkmals bietet die Gemeinde Weyarn eine Klosterführung an, welche die Geschichte des rund 900 Jahre alten Klosters erzählt. „Man erfährt Hintergründe, die den Besuchern normalerweise verborgen bleiben“, sagt Hatzl. Der Rundgang startet um 14 Uhr im Bürgergewölbe und ist kostenlos. „Spenden sind natürlich immer willkommen.“

Prunkvoll und stattlich: das aus dem 17. Jahrhundert stammende Kloster in Weyarn.

Tag des offenen Denkmals: die Kath. Filialkirche St. Rupert in Weyarn/Bruck

Klein aber fein – und steinalt. Das romanische Gotteshaus St. Rupert in Weyarn wurde um 1200 errichtet, und ist somit eines der ältesten Kulturdenkmäler im Landkreis. Bis 1830 gehörte das Gebäude zum Kloster Weyarn, und zählte damit ebenfalls zum kirchlichen Machtimperium der damaligen Zeit.

Die von außen unscheinbare Kirche ist im Inneren umso eindrucksvoller. Seit der Sanierung 2009 erstrahlt das Denkmal in vollem Glanz. Die Saalkirche, deren östlichen Abschluss eine halbmondförmige Apsis bildet, ist mit floralen Verzierungen aus der Barockzeit versehen. Die waren jedoch nicht immer sichtbar. „Ende des 19. Jahrhunderts wurde alles überpinselt, und erst 1962 ein Teil davon wieder freigelegt“, berichtet Hatzl. Besonders stolz ist er auf die Kirchentür. „Die stammt aus dem späten Mittelalter.“ Geöffnet wird sie nur zu Gottesdiensten.

Den Spitznamen „Pestkircherl“ erhielt das Gebäude während der Epidemie in den 1630er Jahren. Damals vergruben die Bewohner rund 400 Pestopfer auf einem Feld neben der kleinen Kirche, um der Ansteckungsgefahr zu entgehen. Am 10. September ist das Denkmal von 9 bis 12 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Die Führung übernimmt Hatzl selbst.

Eines der ältesten Kulturdenkmäler: die Katholische Filialkirche St. Rupert im Weyarner Ortsteil Bruck.

Tag des offenen Denkmals: das ehemalige Kloster & die Portiunkulakirche in Miesbach

Zum ersten Mal beim Tag der offenen Tür dabei ist heuer die Stadt Miesbach. Von 10 bis 17 Uhr werden die Pforten des ehemaligen Klosters, das 1865 bis 2005 im Besitz der Armen Schulschwestern war, und die Portiunkulakirche geöffnet. Dem Motto „Macht und Pracht“ werden die beiden Denkmäler zwar nicht ganz gerecht. „Aber jeder, der das Klostergelände besucht, wird feststellen, dass es sich um einen wunderschönen Standort mit beeindruckendem Blick auf die Innenstadt handelt“, sagt Isabella Krobisch, Leiterin des Kulturzentrums Waitzinger Keller.

In der 1659 erbauten Portiunkulakirche können unter anderem die voll funktionsfähige Mannhardt-Uhr und die historischen Befunde einer Altarempore und der ehemaligen Außenkanzel besichtigt werden. „Außerdem wird der Museumsverein zeigen, wie sich die Mitglieder die Nutzung des Klosters als Museum vorstellen“, sagt Krobisch. Um 11, 13 und 15 Uhr führen die Historiker Alexander Langheiter und Barbara Wank durch das Klostergebäude und um 12, 14 und 16 Uhr der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ferdinand Huber durch die Portiunkulakirche. Der Tag wird gemeinsam von Bürgerstiftung, Katholischer Pfarrei, Museumsverein und Kulturamt organisiert.

Ungewöhnliche Achteckform: die Portiunkulakirche in Miesbach aus dem altbayerischen Frühbarock.

Tag des offenen Denkmals: der Förderturm des Kohlebergwerks in Hausham

Was hat der Förderturm in Hausham mit Macht und Pracht zu tun? Einiges, bestätigt Wolfgang Bloch vom Interessenkreis Bergbaumuseum Hausham. „Nicht direkt mit Macht im Sinne von Herrschen“, sagt er. Doch aber ist er ein Denkmal einer wirtschaftlich wichtigen Epoche. Allein schon durch seine Größe von 40 Metern Höhe wirkt der Turm des ehemaligen Kohlebergwerks – errichtet 1934/35 nach Plänen von Fritz Schupp und Martin Kremmer – mächtig. Macht in Form von Stahlbeton.

Zum Tag des offenen Denkmals wird es zwei spezielle Führungen durch Architekt Johannes Wegmann und einige Mitglieder des Interessenskreises beziehungsweise des Projektteams Klenzeschacht geben. Um 10 und 14 Uhr geht es dabei sowohl um die Vergangenheit des Turms als auch um seine Zukunft. Wer sich für die Pläne für das künftige Bergbaumuseum samt Erlebnisbergwerk interessiert oder alte Bilder aus den Anfängen des Bergbaus in Hausham sehen möchte, ist an diesem Tag genau richtig. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Führungen sind kostenfrei.

Beeindruckt durch seine Größe: der Förderturm des Kohlebergwerks in Hausham.

Tag des offenen Denkmals: Führung durch die Sonderausstellung in Tegernsee

Macht und Pracht am Tegernsee bietet auch das Museum Tegernseer Tal. Nicht im offiziellen Programm zum Tag des offenen Denkmals, aber durchaus passend ist die Führung durch die Sonderausstellung „Das Königliche Tal. 200 Jahre Wittelsbacher am Tegernsee“. Die Ausstellung zeigt neben Porträts und Ansichten auch die Kopie der bayerischen Königskrone, die bei Gedenkgottesdiensten für den König in der Tegernseer Kirche verwendet wurde. Die Führung beginnt am Sonntag, 10. September, um 16 Uhr. Es gilt der normale Eintritt.

Leah Stefan/Nina Probst

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