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Notarzt Florian Meier stellt das Tourniquet vor. Es dient als Staubinde für starke Blutungen, wie sie durch Schuss- oder Sprengverletzungen entstehen.

Interview mit Notarzt Florian Meier

Terror-Set für Rettungswagen: Warum das kein Luxus ist

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Landkreis – Die Terrorgefahr ist für Rettungskräfte sehr real - auch außerhalb Münchens. Was das für die Einsatzkräfte vor Ort bedeutet, erklärt der Notarzt Florian Meier im Interview.

Als Reaktion auf die Anschläge in Paris und Brüssel hat das Innenministerium eine Richtlinie erlassen, wonach alle Fahrzeuge im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst mit militärischer Sanitätsausrüstung ausgestattet werden sollen. Miesbacher Florian Meier ist nicht nur Notarzt sondern auch stellvertretender Landesarzt. Und sieht in der neuen Ausstattung einen lebensrettenden Vorteil.

Herr Dr. Meier, militärische Ausrüstung in Rettungswagen auf dem Land: Ist das nicht ein bisschen viel des Guten?

Meier: Das hört sich dramatischer an, als es ist. Im Grunde handelt es sich um spezielle medizinische Ausrüstung, mit der sich starke Blutungen schnell stillen lassen. Weil diese unter anderem bei Sprengstoff- oder Schussverletzungen auftreten, bedient sich auch das Militär solcher Hilfsmittel. Das heißt aber nicht, dass diese nicht auch bei Verletzungen im zivilen Bereich Leben retten können.

An welche Einsätze denken Sie da?

Meier: Stellen Sie sich zum Beispiel vor, ein Bauarbeiter fällt auf einen Zaun oder ein Motorradfahrer verliert bei einem Unfall den Unterschenkel. In beiden Fällen wäre lebensbedrohlicher Blutverlust die Folge. Mit Hämostyptika könnten die Rettungskräfte die Wunden des Bauarbeiters austamponieren, mit einem Tourniquet das Bein des Motorradfahrers abschnüren. Die neue Ausstattung ist also kein Luxus, sondern ein im Zweifel lebensrettender Vorteil für die Bürger.

Ganz billig ist die Aufrüstung aber nicht...

Meier: Das ist richtig. Die Kosten für die fünf Rettungs- und drei Notarztwagen, die im Landkreis im öffentlich-rechtlichen Dienst unterwegs sind, übernehmen aber die Krankenkassen. Davon ausgenommen sind unsere 20 BRK-Fahrzeuge. Die stattet der Kreisverband auf eigene Rechnung mit der neuen Technik aus – wenn auch teils in abgespeckter Version. Zudem werden wir noch Zuschussmöglichkeiten prüfen.

Wie sieht es mit den Sanitätern aus? Brauchen die eine besondere Ausbildung?

Ja. Wir sind gerade dabei, ein Schulungskonzept zu entwickeln. Das machen wir aber auch, wenn wir zum Beispiel eine neue Software für unsere EKG-Geräte erhalten. Die Sanitäter sind jedenfalls durchweg begeistert von der neuen Technik. Und dass sich auch außerhalb von Ballungszentren ein Terroranschlag nicht gänzlich ausschließen lässt, hat ja der Fall Ansbach gezeigt.

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