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Tesla-Fahrerin liebt ihr Auto - doch in ihrem Landkreis sucht sie verzweifelt E-Ladesäulen

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Von: Jonas Napiletzki

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In ihrer Garage in Dürnbach lädt Kerstin Thinnes ihren Tesla regelmäßig auf. Ohne diese Möglichkeit wäre das E-Auto-Fahren im Landkreis nicht möglich, sagt sie. Vor allem Wohnviertel seien schlecht erschlossen.
In ihrer Garage in Dürnbach lädt Kerstin Thinnes ihren Tesla regelmäßig auf. Ohne diese Möglichkeit wäre das E-Auto-Fahren im Landkreis nicht möglich, sagt sie. Vor allem Wohnviertel seien schlecht erschlossen. © Stefan Schweihofer

Die E-Auto-Fahrerin Kerstin Thinnes kritisiert die Lade-Infrastruktur im Landkreis Miesbach. Eine private Wallbox sei „definitiv“ nötig, sagt sie.

Landkreis – Kerstin Thinnes aus Dürnbach ist bekennende Elektroauto-Fahrerin. Und als stolze Besitzerin eines Tesla Model 3 („der Wahnsinn“) und eines Kia Sorento (Hybrid-Modell) sagt sie: „Mit Ladesäulen ist der Landkreis Miesbach nicht besonders gut ausgestattet.“ E-Auto-Fahrer müssten „definitiv eine Wallbox“ haben, um nicht abhängig zu sein.

Thinnes hat Glück – sie kann in der heimischen Garage aufladen. Doch das sei eben nicht überall möglich. Hier sieht die E-Auto-Fahrerin ein echtes Problem auf dem Weg zur Verkehrswende. „Wer weniger Verbrenner will, muss eben auch die Lade-Infrastruktur schaffen.“ Die Säulen seien jedoch gerade in Wohnvierteln mit Mehrfamilienhäusern – teils ohne Garagen – überhaupt nicht vorhanden. „Viele parken ihre Autos an der Straße und haben keine öffentliche Lademöglichkeit. Und wer zum Aufladen ewig laufen muss, der kauft sich kein Elektroauto.“

E-Ladesäulen im Landkreis Miesbach: Tesla-Fahrerin kritisiert - „Ladesäulen meist belegt“

Ähnlich prekär sei die Lage im täglichen Alltag. Wer unterwegs aufladen müsse, dem sei die Ladeleistung beispielsweise an Supermärkten zu gering. Tatsächlich sind die meisten Anschlüsse im Landkreis Miesbach keine Schnellladesäulen. Ein leeres Auto braucht an einer Steckdose mit 22 kw/h meist mehrere Stunden, um voll zu werden. „Da ist die Geschwindigkeit einfach nicht da, dass es wirklich etwas bringt“, sagt Thinnes. „Und wenn ich dann doch mal unterwegs laden will, sind die Ladesäulen meistens belegt.“ Mal von anderen Elektroautos, oft aber auch von Autos mit Verbrenner-Motor, die den freien Parkplatz kurzerhand belegen, ohne dort aufladen zu können.

Die Dürnbacherin hat sich deshalb gemeinsam mit ihrem Mann als Zweitauto einen Hybrid angeschafft, keinen rein elektrischen Wagen wie den Tesla. Der Kia kommt etwa 60 Kilometer weit mit Strom, dann unterstützt ein Benzinmotor die Weiterfahrt. So komme sie auch mal nach München und zurück, wenn sie vor Ort keine freie Steckdose findet.

E-Auto fahren: Potenzial zum Beispiel für Tesla da - aber nur mit Infrastruktur

Im Landkreis Miesbach fehlt ihr vor allem die Transparenz. „Ich weiß gar nicht wirklich, wo es überall Lademöglichkeiten gibt.“ Für den künftigen Ausbau hält Thinnes eine solche Veranschaulichung deshalb für ebenso wichtig wie den Bau von Ladesäulen in Wohngebieten. Auch Arbeitgeber könnten Ladesäulen anbieten. „Wenn man mit einem festen Ladepunkt planen kann, fällt der Umstieg sicher leichter.“

Und der Umstieg aufs E-Auto lohne sich, bekräftigt Thinnes. „Es ist ein komplett anderes Autofahren.“ Sie selbst fahre langsamer, dadurch aber auch entspannter. „Und die Spritpreise, die mit über 2,20 Euro schon abartig sind, treffen einen weniger.“ So teuer könne der Strom gar nicht werden, dass sich das Elektroauto nicht mehr lohne, hofft sie.

Den Tesla hat die Dürnbacherin vor rund zwei Jahren gekauft. „Wir würden uns wieder einen kaufen“, bestätigt Thinnes. Schon der Bestellprozess sei beeindruckend gewesen. Bei der Konfiguration gebe es weniger Wahlmöglichkeiten, was den Ablauf aber auch deutlich beschleunige. In der Technologie an sich sieht die E-Auto-Fahrerin „großes Potenzial“. Vorausgesetzt, die Lade-Infrastruktur wird noch ordentlich aufgestockt.

E-Ladesäulen im Landkreis Miesbach

Lademöglichkeiten an Hotels sind von dieser Übersicht nicht erfasst. Diese sind, wie berichtet, für Gäste beispielsweise unter www.emobilhotels.com erfasst. nap

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