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Familiäre Atmosphäre: Die Miesbacher BOS zählt zu den kleinen Berufsoberschulen.

 „Minischule hat keine Überlebenschance“

Tölzer Landrat lästert über Miesbach-BOS - und Rzehak

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Deutliche Worte aus Tölz: Unser Landrat soll sich gefälligst an die Kreidl-Absprachen halten. Die Miesbacher "Minischule" habe sowieso auf Dauer "keine Überlebenschance".

Landkreis - Auslöser ist die neue Fachrichtung Gesundheit, um die die Fachoberschule (FOS) in Bad Tölz zum Schuljahr 2018/19 erweitert werden soll. Zu einem späteren Zeitpunkt – und das ist für den Landkreis Miesbach relevant – könnte dieser Zweig auch an der Tölzer Berufsoberschule (BOS) folgen.

Im Tölzer Kreis-Schulausschuss, der der Erweiterung zustimmte, herrschte jedoch Unmut, weil wiederum der Landkreis Miesbach seinen Unmut über die Einführung einer Fachrichtung Gesundheit geäußert hatte. Man befürchtet, dass mit der Einführung der neuen Ausbildungsrichtung an der Tölzer BOS eine Schwächung der Miesbacher BOS (Fachrichtung Sozialwesen) einhergehen könnte.

Für den Tölzer Landrat Josef Niedermaier (FW) ist der Protest aus Miesbach offenbar keine große Sache. „Auf Dauer wird diese Minischule sowieso keine Überlebenschance haben“, stellte er mit Blick auf die nur 60 Schüler in Miesbach fest. Zum Vergleich: Derzeit besuchen 730 Schüler die FOS/BOS in Bad Tölz.

Vize-Landrat Thomas Holz (CSU) fand das Veto der Nachbarn dennoch mehr als ärgerlich. Schließlich habe es eine klare Absprache mit dem damaligen Landrat Jakob Kreidl (CSU) gegeben, sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen. Tölz sollte demnach den Bereich Gesundheit beantragen, die Nachbarn den Zweig internationale Wirtschaft für den FOS-Standort in Holzkirchen.

Auch wenn die Absprache mit dem Vorgänger des jetzigen Miesbacher Landrats Wolfgang Rzehak (Grüne) getroffen worden sei, „finde ich es ein starkes Stück, dass man sich nicht mehr daran gebunden fühlt“, wetterte Holz. Diesen Standpunkt habe man auch im Gespräch mit Rzehak deutlich gemacht, betonte der Tölzer Landratsamts- Abteilungsleiter Wolfgang Krause.

In Miesbach will Martin Greifenstein, Leiter des Beruflichen Schulzentrums, die Sache nicht kommentieren und verweist an das Landratsamt. Dort befasse man sich mit der Angelegenheit, erklärte Sprecher Birger Nemitz auf Anfrage unserer Zeitung. Eine Stellungnahme solle in Kürze erfolgen.

va / ddy

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