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Ist gerne im Gespräch: Michaela Eder aus Miesbach sucht eine neue Herausforderung.

Arbeitgeber aufgepasst

Traumjob gesucht: Michaela Eder will Kunden beraten

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Miesbach - Michaela Eder (55) aus Miesbach sucht einen Job mit Kundenkontakt. 25 Bewerbungen hat sie angeschickt - bislang ohne Erfolg. Dabei geht sie gerne auf Menschen zu. 

Ihren Traumjob hatte Michaela Eder schon gefunden. Vier Jahre lang kümmerte sie sich bei einer Miesbacher Innenausbau- und Bodendielen-Firma um die Kunden. „Vom ersten Gespräch bis zum Beratungstermin vor Ort“, schwärmt die 55-jährige Miesbacherin. Genau ihr Ding. „Ich brauche Action“, sagt Eder schmunzelnd. Doch es schwingt auch Wehmut in ihrer Stimme mit. Im Mai 2015 wurde ihr betriebsbedingt gekündigt. Abgesehen von zwei kürzeren Beschäftigungen ist Eder seitdem arbeitslos.

Ein Gefühl, das ihr nicht nur fremd, sondern auch unangenehm ist. Seit ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau bei der Firma Zweckform in Oberlaindern hat sie ihr ganzes Leben gearbeitet. Selbst während ihrer Elternzeit jobbte sie nebenbei. Jetzt schreibt sie Bewerbungen. Mehr als 25 hat sie schon abgeschickt. Das Ergebnis macht sie traurig. „Teilweise bekommt man nicht mal eine Eingangsbestätigung“, sagt die 55-Jährige. „Das ist schon ziemlich demotivierend.“

Auch ihre Erfahrungen in einem Münchner Callcenter haben ihre Stimmung nicht verbessert. Drei Monate lang saß sie dort am Telefon. Zwar hatte sie da Kontakt zu Kunden, dafür aber keine Zeit. Das Gefühl, die Anrufer einfach nur weiterzuverbinden, ohne ihnen zu helfen, frustrierte sie. Ähnlich erging es ihr als Vertriebsmitarbeiterin in einem Bodenmarkt. „Da hat mir niemand was erklärt“, sagt sie. Auch so konnte sie die Kunden nicht vernünftig beraten. Dabei ist genau das ihr Steckenpferd.

Doch die 55-Jährige lässt sich nicht hängen. Das würde auch gar nicht zu ihr passen. Sie zieht sich nicht zurück, sondern geht offen mit ihrer Situation um. „Meine Mama hat mal zu mir gesagt, dass ich mit jeder Ameise rede“, sagt sie und lacht. Tatsächlich geht Eder gerne auf Leute zu, hat immer ein offenes Ohr. Dass sie Krisen überstehen kann, hat sie bereits bewiesen. Mit 50 trennte sie sich von ihrem Mann, musste wieder ganz von vorne anfangen. Doch sie nahm ihr Schicksal in die Hand – und wechselte 2012 in ihren Traumjob.

Jetzt ist sie bereit für eine neue Herausforderung. Am liebsten wieder Vollzeit in der Kundenberatung, vielleicht sogar bei einem Immobilienmakler. „Ich wollte früher Innenarchitektin werden“, erzählt die Miesbacherin. Auch eine Tätigkeit in der Tourist-Information könnte sie sich gut vorstellen. Eder hat kürzlich einen Englisch-Kurs erfolgreich abgeschlossen – und sie liebt den Landkreis Miesbach, sportelt gerne in der Natur. „Ich bin 55, fühle mich aber wie 35“, sagt sie und lacht. Auch deshalb möchte sie auf keinen Fall „in einem Kammerl sitzen und mit Zahlen jonglieren“. Sie arbeitet lieber im Team, wünscht sich Kontakt zu Kunden und ab und an mal einen Außentermin. Kurz gesagt: Eder sucht ihren neuen Traumjob.

sg

Die Arbeitsmarktdaten vom Juli 2016

Die Arbeitslosigkeit im Kreis Miesbach ist im Berichtsmonat Juli bei gleichbleibender Quote von 2,5 Prozent leicht gestiegen – nämlich um 36 Personen auf 744. Dies teilt die zuständige Agentur für Arbeit in Rosenheim mit. Gegenüber dem Vorjahr bedeuten die Zahlen einen Anstieg um 0,2 Punkte und 131 Personen. Wie Nicole Cujai, Leiterin der Agentur, sagt, liegt dies insbesondere daran, dass im Juni und Juli viele schulische und berufliche Ausbildungen enden. Betroffen sind deshalb besonders junge Menschen. Viele allerdings streben eine höhere Qualifikation an und drücken ab Herbst wieder die Schulbank. „Insgesamt gesehen dürfte daher der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit vorübergehender Art sein“, sagt Cujai. Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Agentur – als Kreis und Stadt Rosenheim sowie die Kreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen – stieg die Zahl Arbeitslosen im Juli um 160 auf 7748, die Quote um 0,2 Punkte auf 2,7 (Vorjahr: 2,7) Prozent. Offene Stellen sind der Agentur fast 4000 gemeldet.

dak

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