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Jede Menge Spaß haben die Kinder im Miesbacher Hort „Haus Wirbelwind“.

Stadt soll Aufgabe übernehmen

Trotz Ansturm auf Miesbacher Kinderhort: Trägerverein löst sich auf

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Die Anmeldezahlen steigen, die Mitgliederzahlen sinken. So kommt es, dass sich der Trägerverein des Miesbacher Kinderhorts auflösen wird. Die Hoffnung ruht nun auf der Stadt.

Miesbach – Ansturm auf der einen Seite, Schwund auf der anderen: Die Schere zwischen Anmelde- und Mitgliederzahlen beim Miesbacher Kinderhort hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter geöffnet. Dies schlägt sich nun auch in einer konträren Entwicklung der Strukturen nieder: Während der Hort um eine Gruppe erweitert werden soll, wird sich der Trägerverein bei seiner Mitgliederversammlung am morgigen Donnerstag um 18 Uhr im Hort mehr als 20 Jahre nach seiner Gründung auflösen.

„Es gibt keinen Nachwuchs mehr“, sagt Vize-Vorsitzende Isabella Krobisch auf Nachfrage unserer Zeitung. So sei auch keine Verjüngung des Vorstands in Sicht. Das Engagement der Eltern sei eher rückläufig. Krobisch klagt aber nicht, sondern zeigt durchaus Verständnis. „Die heutigen Familien setzen es einfach voraus, dass eine Kommune eine solche Einrichtung anbietet.“

So könnte auch die Zukunft des Miesbacher Kinderhorts aussehen. Wie berichtet, beabsichtigt die Stadt, das Gebäude an der Kolpingstraße über einen Vertrag im Erbbaurecht mit dem Erzbischöflichen Ordinariat als Eigentümer in die eigenen Hände zu bekommen. Dies würde den für eine zweite Gruppe notwendigen Umbau samt brandschutztechnischer Sanierung beschleunigen. Dieses Engagement der Stadt will der Hortverein nutzen, um auch die Trägerschaft ans Rathaus abzugeben.

Letztlich ein logischer Schritt, findet Krobisch. Zum einen habe sich die Stadt auch bisher schon über eine Defizitvereinbarung an den Betriebskosten beteiligt, zum anderen gebe es Reserven. „Es ist schon ein Polster da“, sagt Krobisch. Der Stadtrat wird voraussichtlich in der Sitzung am 23. Januar über die Übernahme der Trägerschaft entscheiden. Laut Krobisch wäre grundsätzlich auch die Beauftragung eines anderen Trägers denkbar.

Ein bisschen Abschiedsschmerz leugnet die Vize-Vorsitzende aber nicht. Kein Wunder, brauchte es doch bei der Gründung des Vereins 1997 einiges an Mut, um das damals noch recht neue Hortprojekt durchzuziehen. Mit nur fünf Kindern startete die Einrichtung 1998 im Anbau des Trachtenheims, 2003 erfolgte dann der Umzug ins Schaffner-Benefiziaten-Haus an der Kolpingstraße. Heute kümmert sich hier Leiterin Ute Braun zusammen mit zwei Kinderpflegern um 28 Grundschüler. Diese erhalten nicht nur ein Mittagessen, sondern auch Hausaufgabenhilfe sowie ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm.

Das soll auch nach der Auflösung des Hortvereins so weitergehen, wünschen sich Krobisch und Vorsitzende Christa Kumpfmüller mit dem gesamten Vorstandsteam. „Uns ist nicht bang um die Zukunft des Miesbacher Kinderhorts“, sagt Krobisch. „Das Haus Wirbelwind ist im Aufwind.“

sg

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