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Verschoben, verschoben, abgesagt: Für die meisten Veranstaltungen im Waitzinger Keller in Miesbach sind bereits Ausweichtermine angesetzt. Abgesagt sind derweil saisonale Termine wie das Frühjahrssingen und langfristig ausgebuchte Künstler wie etwa Helmut Schleich.

Waitzinger Keller 

„Trauriger Status quo“ hält bis September an

Kulturfreunde in Miesbach müssen noch länger auf Veranstaltungen im Waitzinger Keller verzichten. Das gibt die Kulturhaus-Chefin nun bekannt.

Miesbach – Die Kulturszene darf ab Montag, 15. Juni, wieder Veranstaltungen anbieten. Doch führt die seitens der Politik beschlossene Öffnung tatsächlich überall zum Aufatmen? Nicht in Miesbach bei Isabella Krobisch. Für die Kulturamts-Leiterin wird es auch nach den Pfingstferien keinen Theater- und Konzertbetrieb im Waitzinger Keller geben.

„Für uns ist es keine Option, mit 50 Leuten den Saal zu öffnen. Das rechnet sich für niemanden und ergibt kein schönes Bild“, sagt Krobisch. Man hört ihr die nach wie vor gedrückte Stimmung an. Auch Veranstaltungen, die nicht in ihrer Hand als Gastgeberin lagen, werden nicht stattfinden, weil es von allen bis Ende Juli Absagen gab. So wird weder die Realschule den altehrwürdigen Saal für die Prüfungen zur Mittleren Reife nutzen, noch werden Zeugnisverleihungen, Abschlussbälle oder Auftritte von Ballettschulen stattfinden. „Alles abgesagt“, fasst Krobisch zusammen.

Sie hofft auf einen Neustart im September. Bis dahin sind die Mitarbeiter des Hauses – wie schon seit dem 28. Mai – in Kurzarbeit, und auch die Geschäftszeiten des Kulturzentrums sind eingeschränkt. „Aktuell ist nur die Gastronomie im Vollbetrieb“, fasst die Kulturamtsleiterin „unseren traurigen Status quo“ zusammen. Das Culinaria hat im Garten einen eleganten Pavillon aufgebaut und zusätzliche Plätze bekommen. Trotz Mindestabstand und Hygieneregeln soll eine behagliche Atmosphäre aufkommen.

Auch die Wirte haben‘s schwer dieser Tage. Lesen Sie hier.

Die Aufgaben im Kulturamt konzentrieren sich indes überwiegend auf gelegentlichen eBike-Verleih, touristische Auskünfte und einen ungewöhnlich hohen Verkauf von Tageskarten fürs Fischen (wir berichteten). Außerdem bereite man vorsichtig ein Ferienprogramm für Kinder vor, das allerdings wegen vieler ungeklärter Fragen zur Durchführbarkeit noch in den Sternen steht. Ein Haus, in dem nichts passiert, quäle sie zwar, sagt Krobisch. 50 Besucher in einen Saal von 300 Quadratmeter Größe zu setzen, sei aber keine gute Lösung. Zum einen rechne sich der Aufwand nicht. Zum anderen fehle genau das, was den Waitzinger Keller ausmache: das Ambiente. Ob man Stuhlreihen weglasse oder mit Absperrband markiere, wo man sitzen darf, „das ergibt alles kein schönes Bild“ sagt Krobisch und klingt resigniert.

So ist die Lage in Holzkirchen, im Kultur im Oberbräu

Für die ausgefallenen und noch ausfallenden Veranstaltungen gibt es einen neuen Terminplan. Abgesehen von saisonal verankerten Konzerten, wie dem Frühjahrssingen des Trachtenvereins oder dem Frühjahrskonzert der Stadtkapelle sowie dem Auftritt von Helmut Schleich, dessen Terminkalender schon auf lange Zeit voll ist, hat man weitestgehend Ersatztermine gefunden, die mitunter allerdings erst im Jahr 2021 liegen. Tickets behalten ihre Gültigkeit. Der Neustart nach Corona ist in Miesbach für Freitag, 11. September, terminiert. Mit der ursprünglich für 17. April geplanten „Jagerische Musi und Gsang“ soll der Saal wieder mit altem Glanz und möglichst großer Kulisse eröffnet werden. Bis dahin gilt: „Mia kommen schon durch, aber traurig ist‘s.“

Das Büro im Kulturzentrum Waitzinger Keller ist aktuell montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Den aktuellen Spielplan sowie die geplanten Ausweichtermine von Veranstaltungen finden Kulturinteressierte unter www.waitzinger-keller.de.

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