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Grillfreuden trotz Wintereinbruch: Die vier Köche (v.l.) Giuseppe Messina, Stephan Stohl, Rob Reinkemeyer und Fabian Beck legen die Steaks im Hof des Miesbacher Lokals Pasta Vino auf den Rost. 25 Gerichte bereiten sie bei ihrem Fotoshooting für ein Grillbuch zu. Rechts oben im Bild sind die Schneeflocken zu erkennen.

Fotoshooting beim Pasta Vino in Miesbach

Trotz Schnee und Kälte: Diese vier Profis haben angegrillt

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Grillfreuden für Hartgesottene: Im dichten Schneetreiben haben vier Profi-Köche beim Miesbacher Lokal Pasta Vino Steaks, Gemüse und vieles mehr auf den Rost gelegt - für ein Fotoshooting.

Miesbach – Wie gut, dass der Grill eine Haube hat. Trotz aufgespanntem Zeltdach wehen immer wieder Schneeflocken und Graupelkörner auf die Steaks, die die vier Profi-Griller im Hof hinter dem Miesbacher Lokal Pasta Vino auf den Rost legen. Die vom Tauwasser tropfenden Äste des Zitronen- und Olivenbaums verschwinden in Rauch und Dampf. „Miesbach verlangt euch alles ab“, scherzt Pasta Vino-Inhaber und Koch Giuseppe Messina in Richtung seiner drei Kollegen, die es nur dank der Heizstrahler ohne Daunenjacke unter ihren Schürzen aushalten. Was tut man nicht alles fürs perfekte Grill-Foto.

Kennengelernt haben sich Messina, Fabian Beck, Stephan Stohl und Rob Reinkemeyer über den Keramikgrill „Monolith“. „Das war unser Round Table“, sagt Reinkemeyer, der aus Neuseeland stammt und in Hannover eine Kochschule leitet. Die Herstellerfirma aus Osnabrück fragte ihre „Lieblingsgriller“, ob sie nicht gemeinsam ein Buch schreiben würden. Die vier Köche waren sofort Feuer und Flamme. Mit der Heel GmbH aus Königswinter war auch der passende Verlag schnell gefunden. „Unser Verleger ist ein Heavy-User des Monolith-Grills“, sagt Lektorin Christine Birnbaum.

Insgesamt 90 Rezepte aus der Feder von Messina werden es ins Buch schaffen. Nicht nur in Form von eintönigen Zutaten- und Checklisten, sondern mit vielen schmackhaften Bildern. Dafür verabredeten sich die Profi-Griller zu vier Fototerminen – jeweils in ihrer eigenen (Außen-)Küche. Das Pasta Vino bildete den krönenden und unerwartet winterlichen Abschluss.

25 Gerichte bereiteten die Experten in Miesbach zu. Dabei kamen nicht nur Steaks auf den Rost. Auch Beilagen wie in Salzteig und Heu gebackene Kartoffeln und Spargel oder Desserts wie ein Cheese-Cake-Soufflé oder Kaiserschmarrn wanderten unter die Keramikhaube des Monolith. Diese dient als eine Art Speicherkammer für die Wärme der Holzkohle. „Mit eineinhalb Kilo kann man zwölf Stunden bei 80 Grad garen“, erklärt Messina. Die Temperatur lässt sich durch die Zu- und Abluftventile aufs Grad genau steuern. „Wenn man sich ein bisschen damit auskennt“, fügt Messina schmunzelnd hinzu. Damit sich auch Laien an diese – zumindest in Deutschland – neue Form des Grillens wagen können, servieren die Köche in ihrem im September erscheinenden Buch ein ausführliches Technikkapitel.

Im asiatischen Raum wird hingegen schon seit 600 Jahren so gegrillt – und gekocht, wie Messina erklärt. „Man kann auch einen Topf auf den Rost stellen.“ Die Keramikhaube konserviere nicht nur die Temperatur, sondern auch das Aroma der Speisen. Ob Kalbsbries, Teriyaki Chicken oder Polentabrot: Der Fantasie der Köche ist dabei keine Grenze gesetzt. Ihr Grill ist Herd und Backofen in einem.

Trotzdem sind die Profis in Miesbach voll gefordert. Kaum haben sie die Haube geöffnet, beugt sich der Düsseldorfer Fotograf Philipp Hympendahl über den Rost. Er lichtet jedes Gericht einmal auf dem Grill und einmal fertig angerichtet auf dem Teller ab. Viel Zeit hat er dafür nicht, schließlich soll alles absolut frisch aussehen.

Auf einen „Foodstylisten“ greift der Heel-Verlag nicht zurück, betont Lektorin Birnbaum. Während woanders schon mal das cremige Vanilleeis aus Styropor und die knusprige Haut des Brathähnchens aus brauner Lebensmittelfarbe besteht, wird beim Miesbacher Shooting nicht getrickst. „Wir glänzen maximal mit Öl ab“, erklärt Birnbaum. Für den Rest sorgen die Schneeflocken.

Zum gemeinsamen Essen ziehen sich die Profi-Griller dann aber ins Pasta Vino zurück. Auf dem Teller werden die Steaks bei dem Wetter einfach zu schnell kalt. Haubengrill hin oder her.

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