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Mahnwache: Türkisch-Islamische Gemeinde zeigt Flagge

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Miesbach - Die Türkisch-Islamische Gemeinde Miesbach hat am Freitagnachmittag zu einer Mahnwache auf den Habererplatz in Miesbach geladen, um ein Zeichen gegen religiös motivierte Gewalt zu setzen.

Terror hat in der Kreisstadt keinen Platz: So lautete die zentrale Botschaft bei der Mahnwache der Türkisch-Islamischen Gemeinde Miesbach am Freitag auf dem Habererplatz in Miesbach. Ein solidarisches Bekenntnis zur Freiheit und zum Miteinander.

Sie sind gekommen, um gegen den Terror zu protestieren. Mehr als 100 Menschen stehen deswegen auf dem Habererplatz in Miesbach. Einige von ihnen halten Transparente in die Höhe. „Wir stehen bei Euch!“, „Terror hat keine Religion, Terror hat keine Nation, Terror ist Terror“ und „Mit dem Namen des Barmherzigen“ ist auf ihnen zu lesen. Daneben drei Männer mit großen Fahnen: der deutschen, der türkischen und jener der Türkisch-Islamischen Union.

Video: Mahnwache in Miesbach

Szenen der Mahnwache, die die Türkisch-Islamische Gemeinde Miesbach am Freitagnachmittag vor dem Medienhaus Miesbach abhielt, um nach den Anschlägen von Paris Flagge zu zeigen für Meinungs- und Pressefreiheit sowie gesellschaftliches Miteinander. Zur Demonstration trafen sich die Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde nach ihrem Freitagsgebet mit vielen Christen.

Mit einer Gedenkminute für alle unschuldigen Opfer eröffnet der Vorsitzende Süleyman Kaynak die Kundgebung. „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden. Freiheit für Presse, Freiheit für Religion und Freiheit für das menschliche Leben, das wollen wir“, sagt der Muslim. Dem schließen sich die christlichen Vertreter an. „Die Verunglimpfungen des Glaubens verletzen auch uns zutiefst“, sagt der katholische Diakon Franz Mertens. Niemals und nirgendwo dürfe aber mit Gewalt reagiert werden.

Fotos: Mahnwache in Miesbach

Mahnwache des Türkisch-Islamischen Kulturvereins - Fotos

Seine Kollegin, die evangelische Pfarrerin Anika Sergel-Kohls, ergänzt: „Wir dürfen es nicht dulden, wenn Hass geschürt wird gegen die Anhänger einer Religionsgemeinschaft.“ Damit spricht die Christin Muslimin Özgül Oruç aus der Seele. „Nicht jeder Muslim oder Ausländer ist ein Terrorist“, sagt die Miesbacherin.

Pfarrerin Sergel-Kohls betont in ihrer Rede aber auch die gemeinsamen Werte, die beide Religionen verbinden. Insbesondere in der Kreisstadt, in der sie die „Kultur der offenen Türen“ lobt. Das beweise auch diese Kundgebung, die für Toleranz einstehe. Durch Teilnehmer wie Kubilay Aydin aus Hausham, der es „wichtig findet, dass viele Menschen zusammenkommen“. Oder Susanne Wormslev aus Weyarn, die mit ihrer Anwesenheit „Toleranz und den Einsatz für andere“ ausdrücken möchte.

Echte Anteilnahme, die die Organisatoren spüren. „Wir zeigen, dass wir solidarisch miteinander leben“, ergänzt Kaynak. Diesen Worten kann Teilnehmer Bernhard Stahuber nur zustimmen. „Wir in Miesbach leben Integration und bringen sie voran“, sagt der Miesbacher. Nur logisch erscheint daher das Bekenntnis des gebürtigen Türken Kaynak zur Stadt: „Wir sind auch einheimisch. Wir sind Miesbacher.“ Die Menge applaudiert. „Vielen Dank, dass Sie auch dieses Gefühl haben“, antwortet er gerührt.

Dieses „unglaubliche Zusammengehörigkeitsgefühl in Miesbach“, wie es Bürgermeisterin Ingrid Pongratz nennt, mündet in einer schönen Geste: Am Ende geben sich politische und kirchliche Vertreter die Hände, reißen die Arme nach oben und rufen: „Wir sind Miesbacher!“

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