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Bei der U18-Wahl vor zwei Jahren (im Bild) war das Interesse groß. Heuer will der KJR noch deutlich mehr Jugendliche anziehen.

„Lernen, was Demokratie bedeutet“

U18-Wahl am 6. März: „Wir rechnen mit über 1000 Teilnehmern“

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Bei der U18-Wahl des Kreisjugendrings (KJR) können Jugendliche am 6. März ihre Stimme abgeben – zum ersten Mal über die Webseite des KJR. Das steckt dahinter.

Landkreis – Bei der U18-Wahl des Kreisjugendrings (KJR) Miesbach können Jugendliche am Freitag, 6. März, ihre Stimme abgeben – zum ersten Mal über die Webseite des KJR. Simon Orlando, stellvertretender Vorsitzender des KJR, hat eine Webseite programmiert, mit der sie den Landrat, den Kreistag sowie den Gemeinde- oder Stadtrat ihres Heimatortes wählen können. Wir haben mit ihm über die Ziele der U18-Wahl und sein neues Programm gesprochen.

Zur Vorbereitung auf die Wahl: Die Landratskandidaten im Video-Duell

U18-Wahl am 6. März: „Wir rechnen mit über 1000 Teilnehmern“

Herr, Orlando wie programmiert man eine Kommunalwahl im Internet?

Ich habe eine Webseite designt, die aussieht wie ein Stimmzettel. Die Teilnehmer wählen den Ort, in dem sie leben, und können dann wie bei der Kommunalwahl Stimmen vergeben – für den Landrat, dazu bis zu drei Stimmen pro Person für den Gemeinderat und den Kreistag. Sie können auch Kandidaten durchstreichen oder eine Liste wählen. Ein Video erklärt, wie die Wahl und die Webseite funktionieren.

Also ist alles fast wie in der Wahlkabine?

Ja! In unseren vier KJR-Jugendzentren im Landkreis stellen wir sogar wirklich Wahlkabinen auf. Die Jugendlichen bekommen ein Tablet, wählen in der Kabine und geben das Tablet wieder ab. Wir wollen, dass alles fast wie bei einer echten Wahl ist.

Ein Screenshot des Wahlprogramms.

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Wie lange haben Sie für das Programm gebraucht?

Es dürften so 40 Stunden gewesen sein. Verteilt über drei Wochen, an den Abenden und am Wochenende.

Klingt nach Idealismus.

Auf jeden Fall. Die Jugendlichen sollen lernen, was Demokratie bedeutet und dass man bekommt, was man wählt. Sie sollen sich mit Politik beschäftigen, lernen, Sachen zu hinterfragen und nicht alles zu glauben.

Trotzdem: Wäre es nicht einfacher gewesen, Wahlzettel zu drucken und analog zu wählen?

Nein. Wir haben uns schwergetan, Wahllisten für alle 17 Ortschaften zu erstellen und an den Schulen auszulegen. Am Gymnasium Holzkirchen sind ja auch Schüler aus Tegernsee und umgekehrt. Wir hätten also sehr viele Listen drucken und überall hin liefern müssen. Die Online-Wahl erleichtert die Organisation.

Können die Jugendlichen von zuhause abstimmen?

Wenn sie das möchten, ja. Sie bekommen von ihren Lehrern zufällige Codes zugeteilt. Mit jedem Code kann man nur einmal wählen, wir wissen aber nicht, wem welcher Code gehört. Die Wahl ist also anonym, geht aber auch vom Handy aus. Viele Schulen werde auch ihre Computer für die Wahl bereitstellen.

Simon Orlando (32), stellvertretender Vorsitzender Kreisjugendring Miesbach

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Rechnen Sie deswegen mit mehr Teilnehmern als vor zwei Jahren?

Auf jeden Fall. Bei der U18-Bundestagswahl vor zwei Jahren hatten wir rund 450 Teilnehmer. Damals mussten die Jugendlichen aber noch zu unseren Jugendzentren fahren, um zu wählen. Jetzt ist das einfacher. Außerdem haben wir gemerkt: Die Jugend wird politisch aktiver. Sie bringt sich ein, will etwas bewegen. Deswegen rechnen wir heuer mit über 1000 Teilnehmern.

Wählen Jugendliche denn anders als Erwachsene?

Das werden wir sehen. Bevor die Jugendlichen abstimmen, fragen wir sie nach ihrem Alter, der Schulart, nach Vereinstätigkeit und ob sie sich vorher mit der Wahl beschäftigt haben. Daraus können wir im Nachhinein sehen, wie welche Gruppen gewählt haben und wie sich das Ergebnis der Jugendlichen von dem der Erwachsenen unterscheidet. Bei der Landtagswahl vor zwei Jahren hat sich zum Beispiel gezeigt, dass die unter 18-Jährigen eher grün wählen.

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