Ein 1,3 Millionen-Euro-Projekt: Die Sanierung der kaputten Frauenschulstraße in Miesbach geht heuer über die Bühne.
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Ein 1,3 Millionen-Euro-Projekt: Die Sanierung der kaputten Frauenschulstraße in Miesbach geht heuer über die Bühne.

HAUSHALT 2021 - Den Projektstau lösen

Über 14 Millionen Euro: Deshalb will Miesbach heuer in Rekordhöhe investieren

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbach – Der Miesbacher Haushalt für das laufende Jahr ist rekordverdächtig. Mit insgesamt 50,2 Millionen Euro ist es der zweithöchste der Stadtgeschichte. Nur 2017 lag man mit 51,3 Millionen Euro höher. Das war damals den unerwartet hohen Einnahmen geschuldet. Diesmal ist es umgekehrt.

Die Rekordhöhe bei den Investitionen – mit 14,7 Millionen Euro ein neuer Höchstwert für Miesbach – treibt den Gesamtetat in die Höhe. Dass die Stadt sich so viele Projekte vornimmt, geschieht nicht gerade freiwillig. Einige Baumaßnahmen stehen schon seit Jahren an, kommen aber erst jetzt zum Zug. Aus vielerlei Gründen.

Allein 3,5 Millionen entfallen auf den Umbau der Grund- und Mittelschule. Wie berichtet, steht bei Letzterer der Dachgeschossausbau an. Er schlägt mit 2,1 Millionen Euro zu Buche. Für den Brandschutz an der Grundschule kommen 955 000 Euro hinzu. Wie berichtet, mussten die ausgeschriebenen Leistungen Ende 2019 wegen fehlender beziehungsweise überteuerter Angebote aufgehoben werden. Heuer soll es nun mit der Umsetzung klappen.

Kinderhaus liegt im Fahrplan

Turnusgemäß im Rennen liegt der Umbau des alten Klosters in ein Kinderhaus. 3,3 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Die Pläne wurden jüngst im Stadtrat vorgestellt und für gut befunden. Im September 2022 soll dort der Betrieb starten.

Seit Jahren ein Dauerthema ist der Straßenbau in der Kreisstadt. Bereits im Mai 2020 hat der Stadtrat grünes Licht für die Sanierung der Frauenschulstraße gegeben. Kanal und Fahrbahn sollten für 1,36 Millionen Euro inklusive Nebenkosten hergerichtet werden. Doch leider war damals die nötige Baugrunduntersuchung noch nicht abgeschlossen. Das Ergebnis liegt nun vor – die Arbeiten starten. Die Kosten dafür liegen bei über zwei Millionen Euro, wobei 660 000 Euro für die Hangsicherung vorgesehen sind. Der Beginn ist jetzt im Frühjahr. Wegen der winterbedingten Unterbrechung wird mit dem Abschluss etwa im Juni 2022 gerechnet.

Nächstes Großprojekt ist in Sicht

Eine große Baustelle steht noch nicht vollständig auf dem Plan: der Neubau des Warmfreibads. Das Vier-Millionen-Projekt ist für 2022 vorgesehen. Heuer fallen für Planung und Vorbereitung aber schon mal 386 000 Euro an. Ferner entfallen auf das Wasserwerk 1,5 Millionen Euro, 825 000 Euro auf den Breitbandausbau, 207 000 Euro auf das Rathaus, 146 000 Euro auf den Waitzinger Keller und 125 000 Euro auf die Kinderspielplätze.

Den Investitionsstau der vergangenen Jahre kann die Stadt aber nicht mit nur einem Mammut-Jahr aufholen. Das weiß auch Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU): „Wir können nicht alles in diesem Jahr stemmen.“ Heuer konzentriere man sich auf die Pflichtaufgaben wie Schule, Mobilität und Infrastruktur. Das Freibad und der Hochwasserschutz in Kleinthal, der mit ebenfalls vier Millionen Euro angesetzt ist, seien als nächste Projekte vorgesehen. „Es passiert viel in Miesbach.“

Hohe Schulden - niedrige Zinsen

Der Kreisstadt kommt dabei der Niedrigzins der vergangenen Jahre entgegen, der verhinderte, dass trotz steigender Schulden auch die Kosten für Zinsen kletterten. Im Gegenteil: Fielen im Jahr 2012 noch 982 442 Euro an, werden es für 2021 voraussichtlich gerade mal 474 000 Euro sein. Dabei steigt die Verschuldung im selben Zeitraum von 23,4 auf 28,3 Millionen Euro.

Dennoch mahnte Kämmerer Josef Schäffler jüngst im Finanzausschuss zur Vorsicht und warnte davor, die Schulden mit Blick auf die niedrigen Zinsen all zu leicht zu nehmen. Man dürfe die Tilgung und damit die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Stadt nicht aus den Augen verlieren.

ddy

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