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Zufriedenstellendes Zeugnis: 126 Betriebe haben bei der IHK-Standortumfrage 2017 für den Landkreis Miesbach mitgemacht. Die Gesamtnote fällt gut aus.

Größter Handlungsbedarf bei Bürokratie

Umfrage zeigt: Diesen Ruf hat der Landkreis bei Unternehmern

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Die IHK hat bei 126 Unternehmern im Landkreis nachgefragt: Wie bewerten Sie den Standort Miesbach? Das Zeugnis fällt mit 2,0 solide aus. Aber es gibt auch Kritik.

Landkreis – Zwei Herzen schlagen in Petra Reindls Brust. Das der Einheimischen und das der Unternehmerin. So freut sich die Sixtus-Geschäftsführerin und Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses zwar über das exzellente Sport- und Freizeitangebot in ihrer Heimat, hadert dafür aber mit der Breitbandversorgung und dem Fachkräftemangel. Dass es nicht nur ihr, sondern auch vielen anderen Firmenchefs im Landkreis so geht, zeigen die Ergebnisse der IHK-Standortumfrage 2017. Diese hat Reindl nun zusammen mit Robert Obermeier, Chefvolkswirt der IHK für München und Oberbayern, und Wolfgang C. Janhsen, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim, präsentiert.

126 Betriebe haben bei der Befragung ihre Einschätzung zu 44 Standortfaktoren abgegeben. Um eine überregionale Vergleichbarkeit zu gewährleisten, waren die Fragen in ganz Oberbayern gleich. Geht man nach der Gesamtnote von 2,0, hat sich der Landkreis im Vergleich zu 2015 um 0,1 Prozentpunkte verbessert und liegt damit exakt im oberbayerischen Schnitt. 80 Prozent der Unternehmen haben den Standort mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet und würden hier erneut ihre Zelte aufschlagen. „Das ist ein deutliches Bekenntnis zum Standort“, sagt Reindl erfreut.

Schaut man sich die Einzelergebnisse an, ergibt sich ein klares und eigentlich auch wenig überraschendes Bild. Die höchste Zufriedenheit ernten das Freizeit- und Sportangebot (Note 1,9), die medizinische Versorgung (2,0) und die Attraktivität des Wohnumfelds (2,1). Nimmt man die Faktoren mit der höchsten Bedeutung für die Unternehmer, liegen die Stärken des Landkreises in der Anbindung an das Fernstraßennetz, der Loyalität und Motivation der Mitarbeiter sowie der Energieversorgung.

Gewissermaßen spiegelverkehrt stellt sich das Bild auf der Minus-Seite dar. Am schlechtesten bewertet wurden hier die Anbindung an den Schienen-Güterverkehr (4,0), die Gewerbeflächen-Grundstückspreise (3,4) und das Angebot an Wohnraum (3,4). Den größten Handlungsbedarf sehen die Betriebe hingegen beim Bürokratieabbau in der Verwaltung, der Verfügbarkeit von beruflich qualifizierten Fachkräften sowie beim Ausbau der Breitbandversorgung.

Eine Patentlösung dafür hat die IHK nicht, betont Janhsen. „Wenn wir die Antworten wüssten, würden wir uns als Berater selbstständig machen“, meint er schmunzelnd. Immerhin auf dem richtigen Weg sieht er die meisten Gemeinden in Sachen schnelles Internet. So gut wie alle seien in die Förderprogramme eingestiegen. Janhsen mahnt aber, dass der Ausbau keine einmalige Sache ist. „Die Bandbreite wird weiter wachsen.“ Nicht locker lassen will die IHK ferner bei ihren Forderungen, die Serviceorientierung in den Behörden zu verbessern. „Ein Unternehmer hat 100 Mal mehr Kontakte zur Verwaltung als eine Privatperson“, sagt Janhsen.

Ein Dilemma für die Unternehmer ist hingegen die Attraktivität der Region. Einerseits lässt sich damit beim Werben um Mitarbeiter wuchern, andererseits ist das Angebot an bezahlbarem Wohnraum sehr überschaubar. Das schlage sich auch auf die Gehaltsvorstellungen der Mitarbeiter nieder, erklärt Reindl. „Das ist Fluch und Segen gleichermaßen.“

Dass hier eine Lösung auf Landkreisebene schwierig ist, räumt die IHK ein. Die Flächenproblematik ließe sich jedoch – zumindest teilweise – auch durch interkommunale Zusammenarbeit bekämpfen, meint Janhsen. So könnten beispielsweise mehrere kleinere zu einem großen Grundstück entwickelt werden. Die Realisierung eines Wohn- oder Gewerbeprojekts wäre damit deutlich einfacher. „Hier lohnt es sich, die Scheuklappen abzunehmen“, betont Janhsen.

Um große Neuansiedlungen gehe es der IHK aber nicht, stellt Obermeier klar. Vielmehr gelte es, ansässigen Unternehmen ein gewisses Wachstum zu ermöglichen. Dass es dafür bisweilen einen langen Atem braucht, hat Reindl am eigenen Leib erfahren. Wie berichtet, will sich Sixtus nach dem Nein beim Bürgerentscheid in Schliersee nun in Fischbachau ansiedeln. Trotz aller Schwierigkeiten macht Reindl kein Geheimnis daraus, was sie bei der Frage nach der nochmaligen Standortentscheidung für den Landkreis Miesbach angekreuzt hat: „Selbstverständlich ja. Ich bin ja auch hier aufgewachsen.“

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