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Zum Tag des Handwerks haben wir uns mal bei denen umgehört, die tagtäglich in diesen Berufen arbeiten.

Umfrage zum Tag des Handwerks

Wir haben Handwerker gefragt, warum sie ihren Beruf lieben

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Heute ist Tag des Handwerks. Zeit, um einmal bei den Handwerkern im Landkreis Miesbach nachzufragen, weshalb sie ihren Beruf erlernt haben. Sie alle sind Handwerker aus Leidenschaft.

Landkreis - Im Handwerk ist der Name Programm: Ob beim Schreiner der Stuhl, beim Konditor die Torte oder beim Friseur der neue Haarschnitt - alle stellen sie mit ihren Händen etwas her. Deshalb sind sich die Handwerker auch in einer Sache einig. Am Ende des Tages sieht man, was man geschaffen hat. Das macht stolz und spornt an. Doch es gibt noch mehr Gründe, ein Handwerk zu erlernen.

Schreinermeister Bernhard Preis

Bernhard Preis (46) Schreinermeister in Waakirchen: „Warum ich Schreiner geworden bin, ist gar nicht so spektakulär. Mein Vater war auch Schreiner, da war das naheliegend. Es hat mir einfach immer schon Spaß gemacht, etwas aus Holz zu bauen. Der Beruf ist so vielfältig, man kann neue Dinge entwerfen und muss sich auf jeden Kundenwunsch neu einlassen. Das habe ich besonders in der Meisterschule gelernt. Langweilig wird es als Schreiner nie. Ich persönlich liebe vor allem die Planung, bei der ich meine eigenen Ideen mit einbringen und kreativ werden kann.“

Konditormeisterin Evi Tremmel

Evi Tremmel (50) Konditormeisterin in Rottach-Egern: „Das Bäcker- und Konditorenhandwerk ist ein schönes Handwerk, auch ein seltenes. Kaum einer lernt das mehr. Umso mehr weiß ich meine fleißigen und langjährigen Mitarbeiter zu schätzen, ohne die gar nichts laufen würde. An meinem Handwerk gefällt mir zum einen der Umgang mit den Leuten. Wir haben sehr viele nette Kunden. Zum anderen verkaufe ich etwas mit gutem Gewissen, da ich weiß, was drin steckt und wo es herkommt. Die Leute wissen das meist zu schätzen. Konditormeisterin bin ich vor allem deshalb geworden, da meine Großeltern und meine Eltern diese Bäckerei geführt haben und ich schon als kleines Mädel immer mittendrin gewesen bin.“

Friseurmeisterin Silvia Zellner

Silvia Zellner (28) Friseurmeisterin in Irschenberg: „Ich bin Friseurin geworden, weil mir das Kreative und der Kontakt mit den Leuten gut gefällt. Wir haben hier ja mit Alt und Jung zu tun, das finde ich gut. Bei den Farben und Schnitten kann ich mich dann kreativ austoben. Mir war früh klar, dass ich einen Beruf erlernen will, der mit Menschen zu tun hat. Zuerst habe ich an Erzieherin gedacht. Nachdem ich aber das Praktikum im Friseursalon gemacht habe, wollte ich das unbedingt machen. Ich würde es sofort wieder tun.“

Parkettlegermeister Bernhard Zehetmair

Bernhard Zehetmair (42) Parkettlegermeister in Miesbach: „Als Parkett- und Bodenleger arbeite ich mit warmen Materialien wie Teppich oder Holz, das gefällt mir gut. Viele wissen gar nicht, dass wir ein selbstständiger Handwerksberuf sind. In den 1950er Jahren hat sich diese Spezialisierung von Zimmerer und Schreiner abgespalten. Heute verlegen wir alle Böden außer Stein, das ist jeden Tag eine neue Herausforderung. Ich bin in den Beruf quasi hineingewachsen, da wir ein Familienbetrieb sind. Zuerst habe ich aber Raumausstatter gelernt und war somit immer schon im Handwerk tätig. Zwar sitze ich jetzt viel im Büro, aber als Bodenleger sieht man am Abend einfach, was man den ganzen Tag über geschafft hat.“

Schreinermeister Andreas Loferer

Andreas Loferer (48) Schreinermeister in Holzkirchen: „Holz ist von der Natürlichkeit her einfach ein super Material. Weil wir ein Familienbetrieb sind, hatte ich schon als Kind damit zu tun. Es war immer schön, am Abend zu sehen, was man geschaffen hat. Und die Herausforderung an sich selbst ist gewachsen. Nach 25 Jahren in der Werkstatt bin ich jetzt nur noch im Büro. ich kümmere mich um die Aufträge – wir haben uns auf Zirbenholz spezialisiert – und manage unsere Internetseite. Aber das Werkzeug habe ich nie aus der Hand gelegt. Natürlich nicht. Ich stehe immer mal wieder in der Werkstatt, und mache dann eben was für mich selbst.“

Herbert Kozemko (54) Maurermeister in Gmund und stellvertretender Kreishandwerksmeister:

Maurermeister Herbert Kozemko

„Ich liebe meinen Beruf, weil der Maurer mit Sicherheit der am vielfältigsten geforderte Handwerker am Bau ist, damit dauernde Abwechslung erlebt, und es dadurch nie langweilig wird. Außerdem sind wir Maurer es, die an jedem Bauwerk von ganz unten bis ganz oben maßgeblich beteiligt sind und echte Substanz für Generationen schaffen. Viel Spaß macht es auch, dass man durch die ständig wechselnden Baustellen immer wieder mit neuen Personen zu tun hat, deren Wünsche man erfüllen kann. Das Handwerk hat mich immer fasziniert – schon als Bub bei meinem Vater auf der Baustelle. Mittlerweile arbeite ich selbst seit 37 Jahren als Maurer.“

Die Reportage zum Tag des Handwerks: Ein Besuch in der Miesbacher Leitzachmühle

nip

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