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Mehr Licht, weniger Strom: Die Achse Lebzelterberg-Fraunhoferstraße soll auf LED umgerüstet werden. Das ist vor allem deshalb teuer, weil der Unterbau 70 Prozent der erzeugten Energie als Wärme abführen muss.

Umrüstung der Straßenbeleuchtung

Lebzelterberg wird Miesbachs LED-Teststrecke

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Miesbach - Die Achse vom Lebzelterberg runter zur Fraunhoferstraße wird Miesbachs neue Musterstrecke. Dort will die Stadt an elf Stellen neue energiesparende Lampen testen.

Die Europäische Union hat Energiefressern den Kampf angesagt. Mit ihrer Ökodesign-Richtlinie hat sie bereits im Jahr 2009 festgelegt, dass alte Leuchten gegen energieeffiziente ausgetauscht werden müssen. die Vorschrift wurde In Deutschland mit dem Energiebetriebene-Produkte-Gesetz in nationales Recht umgesetzt. Zuerst erwischte es die Haushaltsglühbirne. Nun ist die Büro-, Straßen- und Industriebeleuchtung dran. Schrittweise werden veraltete Leuchten vom Markt genommen. Dazu zählen nun auch Quecksilberdampflampen, wie sie auch in Miesbach zu finden sind. Die Stadt muss ihre Lampen austauschen, doch wie am besten? 

Um Licht ins Vorschriften-Dunkel zu bekommen, ließ sich der Stadtrat von Alexander Usselmann erklären, worauf es ankommt. Der Kommunalbetreuer vom Stromversorger Bayernwerk AG, die eine 100-prozentige Tochter des E.on-Konzerns ist und die Verteilnetze betreibt, kam schnell auf den Punkt: Das Licht der Wahl ist LED. Und das Ausrangieren alter Quecksilberleuchten ist unvermeidbar. Zwar dürfen die bestehenden Lampen noch ausbrennen, aber nicht mehr neu bestückt werden. Deshalb sei eine geordnete Umrüstung sinnvoll. 

1188 Straßenlaternen – sogenannte Brennstellen – hat Miesbach. Bei einer Anschlussleistung von 87,76 Kilowatt und rund 4050 Stunden Brenndauer pro Jahr kommen so 355 428 Kilowattstunden zusammen. Würde man die 960 alten Lampen umrüsten, ließe sich der verbrauch auf rund 170 300 Kilowattstunden pro Jahr senken. Bezogen auf die elf Brennstellen an der Achse Lebzelterberg-Fraunhoferstraße könnte dank LED die Leistung von 936 auf 188 Watt reduziert werden. Beim aktuellen Strompreis von 17 Cent pro Kilowattstunde wären die rund 3000 Euro Netto-Umbaukosten in knapp sechs Jahren amortisiert. 

Ein kompletter Austausch der 960 alten Lampen in Miesbach wäre möglich, aber ziemlich teuer. Usselmann rechnete mit rund 380 000 Euro. In etwas mehr als zwölf Jahren wäre die Ausgabe amortisiert. Eine andere Möglichkeit ist das Contracting-Modell, das die Bayernwerk AG bietet: Die kommune zahlt weiter ihren bisherigen Strompreis, bis die Kosten abgetragen sind – allerdings mit üppigen vier Prozent Zinsaufschlag. 

Für die Stadträte war dies etwas zu viel des Guten. Franz Mayer (CSU) schlug deshalb vor, zunächst den test am Lebzelterberg zu starten und das restliche Programm noch mal genau durchzurechnen. Den Ansatz des Dritten Bürgermeisters Michael Lechner (FW), mit dem Umrüsten noch zu warten, damit die LED-Technik weiter ausreifen kann, teilte Usselmann nicht: „In den vergangenen fünf Jahren wurde der Verbrauch von 20 auf 18 Watt gesenkt. Das sind nur kleine Schritte.“ Deshalb sei es günstiger, gleich umzurüsten als erst in fünf Jahren. Solarbetriebene Laternen wollte er hingegen nicht empfehlen: „Es gibt kein gutes Modell am Markt, das die Lichtleistung hält.“ 

Der Stadtrat segnete den Test an der Achse Lebzelterberg-Fraunhoferstraße einstimmig ab. Gleichtzeitig soll die Preisentwicklung bei den umrüstkosten beobachtet werden, wie Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) anregte: „Wer ganz vorne dabei ist, zahlt mehr.“

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