Deutsche Behörden vereitelten wohl IS-Terroranschlag auf großes Musikfestival

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„Das war kein Kahlschlag“

Umstrittene Baumfällung: Förster verteidigt die Aktion

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Das Lärm der Kettensägen war nicht zu überhören: Etliche Bäume hat die Stadt Miesbach in den vergangenen Tagen fällen lassen. Warum, erklärt Förster Peter Lechner im Interview.

Peter Lechner ist Beratungsförster im Forstrevier Schliersee.

Miesbach – Das Lärm der Kettensägen war nicht zu überhören: Etliche Bäume hat die Stadt Miesbach in den vergangenen Tagen fällen lassen. Wie berichtet, wurde dabei am Nordgraben ein Waldarbeiter schwer verletzt. Am Schopfgraben ist Gott sei Dank nichts passiert. Dafür hat hier so mancher Anwohner Sorgen, dass durch die Fällung von 30 bis 40 Bäumen die Stabilität des darunterliegenden Hangs aus Bergbau-Abraummaterial gefährdet ist. Nicht wenige fragten sich: Ist der Schutzwald am Schopfgraben nun zum Nutzwald mutiert? Wir haben Peter Lechner, zuständiger Beratungsförster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen, um eine Einschätzung gebeten.

-Herr Lechner, ist ein Kahlschlag in so einem instabilen Bereich wie am Schopfgraben nicht gefährlich?

Peter Lechner: Zuallererst kann man hier in keiner Weise von einem Kahlschlag sprechen. Vielmehr wurden gezielt kranke Eschen entnommen, die eine Gefahr für die unterliegenden Wohngebäude bedeutet hätten. Wenn sich da bei einem Sturm ein dicker Ast löst oder gar ein ganzer Baum umfällt, kann das Folgen für Leib und Leben haben. Die Stadt musste im Rahmen ihrer Verkehrssicherheitspflicht zu dieser Maßnahme greifen, weil sie sonst für Unfälle oder Schäden in der Haftung gestanden hätte.

-Was genau hat den Bäumen denn gefehlt?

Peter Lechner: Sie sind dem Eschentriebsterben zum Opfer gefallen. Die Krankheit wird von einem eingeschleppten Pilz verursacht. Seit etwa 2008 hat sie sich in Bayern rasant ausgebreitet, seit ein paar Jahren tritt sie auch im Landkreis massiv auf. Wenn man die betroffenen Bäume nicht schnell genug entfernt, siedeln sich weitere Pilze und Käfer an, die die Standfestigkeit der Eschen stark beeinträchtigen. Umso wichtiger sind regelmäßige Waldbegehungen im Sommer. Da erkennt man nämlich am besten, ob eine Esche noch gesund, bereits geschwächt oder gar abgestorben ist.

-Was passiert dann mit dem Holz?

Peter Lechner: Am Schopfgraben wurden die Stämme in Ein-Meter-Stücke zerlegt und den Anwohnern als Brennholz zum Kauf angeboten. Die Äste braucht man aber nicht alle herauszunehmen, denn das Totholz bietet Kleintieren eine wichtige Heimat.

-Und wenn der nächste Sturm kommt? Hat der im nun lichteren Wald nicht leichtes Spiel?

Peter Lechner: Die durchgeführte Maßnahme war nicht so stark, dass sich an der Schutzfunktion der verbliebenen Laubbäume wie Bergahorn, Buchen und Bergulmen etwas verschlechtert hätte. Alles andere wäre auch gar nicht genehmigt worden.

Rubriklistenbild: © dpa

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