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Glückwunsch: Generalvikar Peter Beer (l.) überreicht Siegfried Rummel im Rahmen einer Feierstunde auf dem Freisinger Domberg die Urkunde zum erfolgreichen Abschluss des Kurses zum Umweltauditor. 

Pfarrei Miesbach setzt auf Nachhaltigkeit

Umweltauditor: „Kirchen sind energetisch eine Katastrophe“

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Die Pfarrei Miesbach hat mit Siegfried Rummel nun einen Umweltauditor bestellt. Im Interview erzählt er, wo die Kirche Energie sparen kann – und wo nicht.

Miesbach– Die Pfarrei Miesbach hat einen Umweltengel. Damit ist nicht etwa ein göttlicher Abgesandter gemeint, sondern ein weltlicher Kümmerer: Kirchenpfleger Siegfried Rummel. An zwölf Kurstagen hat sich der 68-Jährige beim Erzbischöflichen Ordinariat München in zwei Jahren zum ehrenamtlichen Umweltauditor ausbilden lassen. Im Interview erläutert er seine Mission und erklärt, warum sich Kirchen beim Energiesparen besonders schwer tun.

-Herr Rummel, gibt es künftig nur noch Kerzenlicht in der Stadtpfarrkirche?

Siegfried Rummel: (lacht) Nein, ganz so streng bin ich dann auch wieder nicht. Rein energetisch betrachtet ist aber fast jede Kirche eine Katastrophe. Auch wir haben nur einglasige Fenster, und aus den Türen zieht es die Wärme raus. Viel machen kann man da aber nicht, weil das nicht mehr wirtschaftlich wäre. Immerhin haben wir die Temperatur um ein Grad abgesenkt. Jetzt sind es 14 Grad bei Gottesdiensten und neun Grad zu allen anderen Zeiten. Damit sparen wir sechs Prozent Heizkosten ein. Langfristig denken wir noch darüber nach, den Teer rund um die Kirche durch Pflaster zu ersetzen und damit versiegelten Boden wieder freizugeben.

-Und doch ist die Kirche nicht die einzige Baustelle der Pfarrei. Wie schaut es denn bei den anderen Gebäuden in Sachen Nachhaltigkeit aus?

Siegfried Rummel: Es ist auf jeden Fall schon einiges passiert. Der Kindergarten ist saniert, und auch im Pfarrhaus haben wir ein paar Maßnahmen umgesetzt. Zum Beispiel eine strikte Mülltrennung, energiesparende LED-Lampen und Steckdosenleisten, um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Für Ausdrucke und den Pfarrbrief verwenden wir umweltfreundliches Papier. Unser Aushängeschild wird aber sicher das neue Pfarrheim, das nach neuesten Vorgaben und mit einer Pelletheizung komplett CO2-neutral gebaut wird. Als Umweltauditor werde ich aber weitere Dinge prüfen und schauen, wo wir auch im Bestand noch was tun können.

-Wie ist die Erzdiözese eigentlich auf die Idee gekommen, Ehrenamtliche zu Umweltauditoren auszubilden?

Siegfried Rummel: Ausgangspunkt war die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, in der er einen Aufruf gestartet hat, achtsam mit der Umwelt umzugehen. Zur Umsetzung hat die Erzdiözese diese Initiative ins Leben gerufen. 30 Pfarreien werden dabei zertifiziert.

-Und die Pfarrer stehen da voll dahinter? Empfinden sie es nicht als Einmischung, was die Umweltauditoren machen?

Siegfried Rummel: Das kommt natürlich auf den jeweiligen Pfarrer an. Bei uns funktioniert es aber sehr gut. Mit Gemeindereferent Johannes Mehringer habe ich einen „Internen“, der mich sehr gut unterstützt und voll hinter dem Projekt steht.

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