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Soll renoviert werden: der Miesbacher Kinderhort „Haus Wirbelwind“ an der Kolpingstraße.

Haus Wirbelwind wird saniert

Umzug auf Zeit: Kinderhort Miesbach muss in Mittelschule ausweichen

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Der Miesbacher Kinderhort zieht um - aber nur übergangsweise. Weil das Haus Wirbelwind saniert wird, müssen die Kinder in die Mittelschule ausweichen.

Miesbach – Aus dem Unterricht in die Nachmittagsbetreuung: Bald müssen die Kinder des Miesbacher Horts dafür nicht mal mehr das Gebäude wechseln. Die Stadt plant, während der Sanierung des Hauses Wirbelwind an der Kolpingstraße übergangsweise Räume in der Mittelschule für das bei Eltern und Kinder gleichermaßen beliebte und praktische Angebot zur Verfügung zu stellen. Eine gute Sache, findet Hortleiterin Ute Braun: „Allemal besser als eine Containerlösung.“

Doch obwohl es der Platz hergibt, ist es auch in der Mittelschule mit einem simplen Aufsperren nicht getan, informierte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) nun im Stadtrat. Es brauche nicht nur eine Nutzungsänderung von Klassenzimmer in Hortgruppen, sondern auch ein Brandschutzkonzept. Ausgerechnet dieses Thema erschwert bekanntlich auch den Umbau des Schaffner-Benefiziatenhauses, in dem der Kinderhort seit 2002 untergebracht ist.

Wie berichtet, wünscht sich der Trägerverein schon länger die Einrichtung einer zweiten Gruppe in den derzeit leer stehenden Wohnräumen im Obergeschoss. Grund: Die Anmeldungen übersteigen längst bei Weitem die verfügbaren Plätze. Nicht zuletzt für die Eltern eine ungute Situation, denn Angebote in der Nachmittagsbetreuung sind gefragt und freie Kapazitäten dementsprechend rar.

Bislang konnte die Stadt diese Wünsche nur schulterzuckend aufnehmen. Weil das Haus der Kirche gehört, hing die Planung und Durchführung des Umbaus vom Erzbischöflichen Ordinariat ab. Dort warnte man aber schon mal vor einer Hoffnung auf eine schnelle Umsetzung. Die Verfahren würden sich hinziehen, gerade wenn auch der Brandschutz eine Rolle spiele.

Jetzt tut sich aber eine Lösung auf. Die Stadt verhandelt mit dem Ordinariat über einen Vertrag im Erbbaurecht. „Dann hätten wir Renovierung und Umbau selbst in der Hand“, erklärt der zuständige Rathausmitarbeiter Alexander Keck auf Nachfrage unserer Zeitung. Einen Zeitplan könne er noch nicht nennen. Man bemühe sich aber um eine zügigen Start der Maßnahmen. Um den Kindern Lärm und Schmutz während der Bauzeit zu ersparen, sei man dann auch die Idee gekommen, den Hort vorübergehend in den Querbau der Mittelschule auszulagern. „Dort sind ein paar Zimmer frei“, sagt Keck.

Im Erdgeschoss könnte man die unterbringen, im Keller eine Essensausgabe. Anders als im Haus Wirbelwind könnten die Betreuer die Kinder hier allerdings nicht frisch bekochen, sondern müssten die Gerichte anliefern lassen. „Sonst bräuchten wir eine Mensa, und die würde weitere Auflagen und damit Kosten nach sich ziehen“, erklärt Keck.

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Braun hofft hingegen, dass sich doch noch eine tragbare Lösung findet. „Wir kochen gerne selbst, weil es gesund ist und wir flexibel auf die Wünsche der Kinder eingehen können.“ Zudem vermittle dies dem Nachwuchs eine echte Familienatmosphäre. Und auch in der Ferienbetreuung gehöre die gemeinsame Essenszubereitung mit Kochen und Backen fest dazu. Die Hortleiterin schlägt vor, eine Küche anzuschaffen, die nach dem Ende der Übergangszeit anderweitig genutzt werden kann.

Die anderen Räume bräuchten hingegen keinen großen Umbau. Die aus dem Haus Wirbelwind bekannte funktionale Unterteilung für Hausaufgabenbetreuung, Basteln und Bewegung lasse sich so ganz leicht wieder herstellen.

Aber auch so gibt es einiges zu beachten. Wie Pongratz im Stadtrat mitteilte, hat das Gremium den Miesbacher Architekt Tom Schneider mit der Ausarbeitung eines Plans beauftragt. Nach einer Begehung der Räumlichkeiten mit einem Experten Ende Oktober habe man zudem die Erstellung eines Brandschutzkonzepts angestoßen.

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Langfristig soll der Hort laut Keck aber wieder ins Schaffner-Benefiziatenhaus zurückziehen. Dann aber in frisch renovierte Räume, die genug Platz für eine zweite Gruppe bieten. Eine Aussicht also, für die Eltern und Kinder den Weg von der Schule an der Münchner Straße runter zum Haus Wirbelwind liebend gern auf sich nehmen würden. Braun: „Das wird bestimmt eine tolle Sache.“

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