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Tödlicher Unfall kurz vor Weihnachten: Am frühen Morgen des 23. Dezember 2016 gerät ein 25-jähriger Schlierseer mit seinem blauen Opel Astra auf der B 307 zwischen Miesbach und Agatharied auf die Gegenfahrbahn und kracht in den schwarzen Chevrolet eines 48-jährigen Haushamers. Für den kommt jede Hilfe zu spät.

Polizei: „Sehr schlechte Schutzhelm-Moral“

Unfallbilanz für 2016: Deutlich mehr verletzte Radler

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Weniger Unfälle, mehr Verletzte: Die Unfallbilanz der Polizei für den Landkreis Miesbach fällt für 2016 geteilt aus. Wie 2015 verloren sechs Personen ihr Leben auf den Straßen. 

Landkreis – Sie setzen ihr eigenes Leben aufs Spiel – und nehmen den Schaden anderer billigend in Kauf. Raser sind nach wie vor eine der größten Gefahren im Straßenverkehr. Wie schon 2015 weist die Verkehrsunfallbilanz der Polizei für den Landkreis Miesbach auch für 2016 wieder sechs Tote aus. Fünf von ihnen kamen durch überhöhte Geschwindigkeit um.

Auch im Gesamtbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, das für neun Landkreise mit insgesamt 15 500 Kilometer Straßennetz zuständig ist, spielten die Bleifüße einmal mehr die traurige Hauptrolle bei den tödlichen Zusammenstößen. 32 von 83 Opfern verloren dadurch ihr Leben. „Verkehrsunfälle sind in den meisten Fällen keine schicksalhaften Ereignisse“, sagt Polizeipräsident Robert Kopp.

Die Gesamtzahl der Unfälle hat sich 2016 präsidiumsweit um 0,9 Prozent auf 38 088 erhöht. Im Landkreis Miesbach gab es hingegen einen Rückgang um 1,3 Prozent. 3243 Unfälle hat die Polizei registriert. Getrübt wird die positive Tendenz durch einen deutlichen Anstieg bei den Verletztenzahlen. 745 Verkehrsteilnehmer trugen 2016 einen körperlichen Schaden davon – ein Plus von 6,9 Prozent. Im Gesamtbereich des Präsidiums fällt dieser Zuwachs mit 1,2 Prozent deutlich geringer aus. Keine großen Veränderungen gab es bei den Unfallursachen. Auch 2016 hatte im Landkreis Miesbach das Abbiegen mit 30,1 Prozent die Nase vorn, gefolgt von mangelndem Abstand (16,6 Prozent) und Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebots (zehn Prozent).

Um die Präventionsarbeit besser planen zu können, wertet die Polizei die Unfallzahlen für die einzelnen Verkehrsteilnehmer getrennt aus. Zu den sogenannten „Hauptrisikogruppen“ zählen unter anderem die Radfahrer. Und im Vorjahr erwischte es sie deutlich öfter als 2015. 183 Radler waren im Landkreis Miesbach in Unfälle verwickelt (fast 24 Prozent mehr als 2015), 172 von ihnen wurden verletzt, einer sogar getötet. Auch im südlichen Oberbayern stiegen die Zahl unfallbeteiligter Radfahrer um fast neun Prozent an, die Zahl der Todesopfer verdoppelte sich sogar von acht auf 16. Laut Polizei schlagen sich hier die stark gestiegenen Verkaufszahlen von E-Bikes und Pedelecs nieder. Hinzu komme die „sehr schlechte Schutzhelm-Moral“.

Gefruchtet haben offenbar die verstärkten Kontrollen und Aufklärungsaktionen der Polizei bei den Motorradfahrern. Präsidiumsweit waren 13 Prozent weniger Biker in Unfälle verwickelt, die Zahl der Todesopfer hat sich von 29 auf 15 fast halbiert. Ein erfreulicher Trend, der im Landkreis Miesbach sogar noch getoppt wurde. Hier nahm die Zahl der unfallbeteiligten Motorradfahrer um 27,8 Prozent auf 86 ab. Trotzdem wurden 80 verletzt, einer kam ums Leben.

Nur geringfügige Veränderungen weist die Statistik für den Landkreis bei den Unfällen mit Alkohol (43 Unfälle, 24 Verletzte und ein Todesopfer) sowie bei den Fußgängern (38 Verletzte) auf. Bei letzteren gab es – anders als 2015 – aber kein Todesopfer mehr zu beklagen. Verstärken will die Polizei ihre Präventionsmaßnahmen zur Schulwegsicherheit. Im Landkreis Miesbach hat sich die Zahl der verletzten Kinder im vergangenen Jahr von vier auf sechs erhöht.

Nicht umsonst appelliert Polizeipräsident Kopp an alle Verkehrsteilnehmer, die Grundregel in Paragraf eins der Straßenverkehrsordnung wieder mehr zu beachten: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“

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