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Unwegsamer Gehweg: Die angeeisten Reste des zusammengetretenenen Schnees wie hier an der Tölzer Straße machen Fußgängern das Leben schwer.

Unmut über ungeräumte Gehwege in Miesbach

Stadträte hadern mit der Räummoral der Bürger

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Der Katastrophenfall ist überstanden, doch so ganz ist der Schnee noch nicht weggeräumt. Im Bauausschuss übte nun Paul Fertl Manöverkritik und sah trotz der außergewöhnlichen Umstände Handlungsbedarf.

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) nutzte im Bauausschuss den Punkt Verschiedenes, um seinem Unmut über die Schneehaufen, die entlang der Tölzer Straße liegen, Luft zu machen. Er selbst sei die Straße entlang gegangen und habe festgestellt: „Das ist sportlich.“ Kaum etwas sei geräumt worden, der Weg führe über Trampelpfade. Manchmal gebe es vereiste Stellen, und man müsse auf die Straße ausweichen. Seine Schlussfolgerung: „Wir müssen überlegen, ob wir als Stadt nicht tätig werden müssen und ob wir gewisse Strecken den Hauseigentümern überlassen können.“

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) gab ihm bedingt recht: „Der Winter hat uns Schwachstellen aufgezeigt. Wir müssen alles überprüfen. Wir nehmen die Punkte auf und werden sie mit der Bauhofleitung durcharbeiten.“ Vieles sei im Vorfeld als nicht so gravierend wahrgenommen worden, wie es sich jetzt in diesem schneereichen Winter darstelle. Dabei sei eines klar: „Je näher wir an die Innenstadt kommen, desto schwieriger wird es.“

Was Hedwig Schmid (SPD) bestätigte: „Sonst gehen die Leute bei ungeräumten Gehwegen auf der Straße, aber die sind jetzt auch nur noch einspurig befahrbar.“ Da werde es eng und gefährlich.

Franz Mayer (CSU) warnte dennoch davor, dass die Stadt räumt, weil das Aufgabe der Anwohner sei: „Da ist es besser, die Stadt fährt durch die Straßen und berechnet jedem das Räumen.“ Es gebe bei den Schneemassen wie zuletzt sicher auch Leute, die für die gesparte Arbeit gerne zahlen würden.

Pongratz stimmte zu: „Wir haben eine Satzung, die wir nicht aufbrechen können. Die Anwohner müssen räumen und sind in der Haftung, wenn jemand stürzt und sich verletzt.“ Dass die Stadt das Räumen übernimmt, sei keine Lösung – auch nicht bei alten Leuten. „Es geht dann um die Frage: Wo fängt man an? Wer muss selbst räumen und wer nicht?“

Mayer sah sich deshalb bestätigt. Die Stadt muss das Pflichtbewusstsein beim Räumen stärker kontrollieren. „Und wer nicht räumt, bekommt ein zeitliches Limit gesetzt.“

Der Ansicht von Manfred Burgers (Grüne), die Verwerfungen seien vor allem in diesem außergewöhnlichen Winter begründet, widersprach Fertl: „Die Tölzer Straße ist immer eine Katastrophe.“ Es gebe aber auch andere Straßen, die nicht geräumt würden, gab Pongratz zu bedenken.

Einen komplett anderen Ansatz brachte Markus Baumgartner (CSU) ins Spiel. Er lobte zunächst, wie akkurat die Treppe vom Jahnweg am Edeka runter zum Schulcampus jeden Tag geräumt werde. „Da steckt jede Menge Arbeit drin. Ich frage mich, ob wir diese Arbeitskraft nicht anderweitig nutzen könnten.“ Deshalb schlug er vor, prüfen zu lassen, ob die Treppe nicht überdacht werden könnte. „Dann wäre sie schneefrei und auch bei Regen trocken, was sie weniger rutschig macht.“ Von einem schrägen Dach würde der Schnee rüber aufs freie Gelände rutschen, „und der Bauhof wäre entlastet“. Die Bürgermeisterin versprach, den Sachverhalt prüfen zu lassen.

ddy


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