Schulterschluss: (v.l.) stellv. Edeka-Marktleiterin Traudl Richter, Marktleiter Georg Gulder, stellv. Landrat Jens Zangenfeind, Vorsitzende der Solidargemeinschaft Oberland Adriane Schua, Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller sowie Solidargemeinschaft-Mitarbeiterinnen Martina Kirmayr und Kathleen Ellmeier beim Auftakt in Miesbach.
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Schulterschluss: (v.l.) stellv. Edeka-Marktleiterin Traudl Richter, Marktleiter Georg Gulder, stellv. Landrat Jens Zangenfeind, Vorsitzende der Solidargemeinschaft Oberland Adriane Schua, Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller sowie Solidargemeinschaft-Mitarbeiterinnen Martina Kirmayr und Kathleen Ellmeier beim Auftakt in Miesbach.

Oberland Solidargemeinschaft

„Je regionaler, desto besser“: Unser Land wirbt in Supermärkten - Gewinnspiel soll Kunden überzeugen

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
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Zwei Monate lang wird die Solidargemeinschaft Oberland – Teil des Dachvereins „Unser Land“ – in den „Fairbraucher Wochen“ Produkte präsentieren. Los ging‘s in Miesbach.

Miesbach – Kathleen Ellmeier steht mit Flyern in der Hand im Eingangsbereich des Miesbacher Alpengroßmarkts. Neben ihr stapeln sich Apfelsaftflaschen, Nudelpackungen und Wiesenheu. Ihr blaues Dirndl ist zusammen mit dem grünen Pendant ihrer Kollegin Martina Kirmayr farblich auf das Logo der Produkte abgestimmt: „Unser Land“ präsentiert sich ungewöhnlich auffällig in der Edeka-Filiale.

Etwa zwei Wochen bleiben die Waren in ihren Aufstellern. In insgesamt rund 30 Supermärkten im Landkreis und 200 im Münchner Speckgürtel sind ähnliche Regale prominent platziert. Sie werben für Klimaschutz und Regionalität. Dabei transportieren sie Authentizität, die sich wohl auch am Charme der Trendwörter „Fair“ und „Öko“ festmachen lässt.

Denn: Bei den Kunden, die am Donnerstagvormittag den Alpengroßmarkt betreten, kommt die Dorfladen-Atmosphäre sofort gut an. Obwohl die Produkte coronabedingt nicht vor Ort probiert werden dürfen, bleiben viele Besucher stehen. Ein Mann sucht das Gespräch mit Ellmeier, erkundigt sich über Ware und Produzenten. Andere stellen ihre Einkaufswägen beiseite, warten geduldig. Auch sie wollen mit den Frauen in Tracht sprechen. Szenen wie diese kennen manche Kunden etwa von Coca-Cola-Ständen – vom Dirndl mal abgesehen. Eine Gratis-Dose am Eingang. Vielleicht ein paar mehr auf dem Kassenband. Adriane Schua, Vorsitzende der Solidargemeinschaft Oberland, grenzt sich davon jedoch klar ab.

Unser Land: „Keine Kunden aus wirtschaftlichen Beweggründen“ - Vorsitzende wirbt für ideelle Ziele

„Wir wollen keine Kunden aus wirtschaftlichen Beweggründen werben“, erklärt sie. Der Verein Solidargemeinschaft Oberland – Teil des Dachvereins Unser Land – verfolge ideelle Ziele. Freilich gibt es neben dem gemeinnützigen Part auch die Unser Land GmbH. „Sie übernimmt wirtschaftliche Aufgaben in der Vermarktung, hat aber keinen Gewinnauftrag“, sagt Schua. Ihre Mitarbeiterinnen Ellmeier und Kirmayr sind in Miesbach für eben diesen ideellen Teil des Vereins vor Ort.

Statt Drinks in Dosen gibt’s bei ihnen „bei echtem Interesse“ eine Auszeichnung: Kunden können sich den Titel „Fairbraucher“ verdienen. Das Wortspiel soll Verbraucher im Rahmen der Aktionswochen auf regionale, klimafreundliche Produkte aufmerksam machen. Belohnt werden sie mit Beratung und einem Stoffbeutel. „Ich bin ein Fairbraucher“, prangt auf deren weißer Breitseite. Die Firma Rebeutel hat sie in der Therapiewerkstatt des Betreuungszentrums St. Wolfgang (Kreis Erding) aus recycelten Alt-Texttilien fertigen lassen.

++ Lesen Sie auch: Das Netzwerk Unser Land und der Verein Kulturerbe Bayern arbeiten künftig zusammen. ++

Von der Stofftasche abgesehen: Wie profitieren die Kunden? Schua erklärt die Aktion mit zwei großen Themen dieser Zeit: dem Klimawandel und Corona. „Die Pandemie hatte zur Folge, dass wir lange keine Aktionen für Unser Land machen konnten.“ Und das in einer Zeit, in der Regionalität boomt. Nicht alle Nudeln aus Italien schafften es über die Alpen. „Da hatten wir einen echten Sturm auf unsere Produkte“, sagt Schua. „Auf der anderen Seite steht der Klimawandel“, erklärt die Vorsitzende der Oberland-Solidargemeinschaft. Hier schließt sich ein Kreis. Für Schua müssen Nudeln eben nicht immer aus Italien kommen. „Kurze Transportwege schützen die Umwelt – hier bei uns in der Region.“ Und die Kampagne sei eine tolle Möglichkeit, mit den Menschen vor Ort trotz Corona über das Thema Klimaschutz zu kommunizieren.

Fairbraucher-Wochen starten im Alpengroßmarkt in Miesbach - Zangenfeind und Braunmiller überzeugt

Zum Auftakt der zweimonatigen „Fairbraucher Wochen“ sind im Alpengroßmarkt auch stellvertrender Landrat Jens Zangenfeind (FWG) und Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) zu Gast. Zangenfeind zeigt sich von der Aktion begeistert und sichert Schua Unterstützung zu. „Ich leite die Kampagne an die Rathäuser weiter und werde für die Verbreitung auf deren Websites und Gemeindeblättern werben.“ Er selbst setze gerne auf Qualität statt Quantität. „Zu Hause esse ich lieber nur zweimal pro Woche Fleisch – aber mit echtem Genuss“, sagt der Stellvertreter von Landrat Olaf von Löwis (CSU).

Auch Braunmiller lobt die Arbeit des Vereins und gibt persönliche Einblicke. „Je regionaler, desto besser“, sagt der Bürgermeister. Das gelte auch für seinen Kühlschrankinhalt. Zangenfeind wirbt kurz darauf um Verständnis für Menschen, die sich produzentengerechte Preise nicht immer leisten können oder wollen. Aber: „Weniger ist mehr“ ist seine Empfehlung. „In anderen Ländern hat qualitative Ernährung einen teils höheren Stellenwert als bei uns.“ Daran könnten sich Kunden auch hier orientieren.

„Klimaschutz wird es nicht ohne Verzicht geben“, schloss Schua den Vorstellungstermin. Zumindest qualitativ stünden die Oberland-Produkte jedoch weit vorne.

Infos zur Kampagne und ein Gewinnspiel für Fairbraucher gibt es unter www.unserland.info und www.miesbacherland.info.

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