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„Ein paar tausend Euro für die, die wenigen, die sich einen Neuwagen leisten können“: Umweltprämie.

Was mich bewegt:

Kolumne zum Wochenende: Warum ich die Umweltprämie für irrsinnig halte

Unser Autor Daniel Krehl wollte sich eigentlich ein neues Auto kaufen - und hat sich dann mit Schrecken abgewendet. Dank der Umweltprämie. Die er doppelt unsinnig findet.

Was mich bewegt? Klar: mein Auto. Sorry, aber diesen Kalauer wollte ich hier schon längst mal unterbringen. Aber mein Auto bewegt mich in der Tat täglich von A nach B, und dies relativ zuverlässig. Gut, zweimal ging es vergangenes Jahr nicht mehr vorwärts, und seitdem bewegt mich mein Auto auch gedanklich. Soll eine neue Karre her? Es winkt ja die von diversen Herstellern offenbar noch mal verlängerte Umweltprämie. Ein paar Tausend Euro Vergünstigung für jene, die sich einen Neuwagen überhaupt leisten können. Menschen mit kleinerem Geldbeutel gehen da leer aus. Und das doppelt.

Denn: Die alten Dieselfahrzeuge werden größtenteils verschrottet. Eigentlich gute Autos, die sich früher zum Beispiel jüngere Leute mit handwerklichem Geschick – oder einem Mechaniker-Spezl – gekauft haben. Jetzt wandern sie zu Tausenden in die Schrottpresse.

Da frage ich mich schon: Ist das nicht irrsinnig? Die Autos wurden mit hohem Energie- und Rohstoffverbrauch gebaut. Gleiches gilt für die Neuen. Stimmt da die Ökobilanz? Ich hab’s nicht recherchiert. Mir genügt vorläufig das ungute Gefühl, das ich hätte, wenn mein elf Jahre alter, aber noch sehr gut zu gebrauchender Diesel verschrottet werden würde.

Gut, ich zähle wohl zur Spezies der „Jäger und Sammler“, hab nie meine Schallplatten verkauft oder weggeworfen, und sogar von einem Schrank voller VHS-Kassetten werde ich mich wohl erst beim nächsten Umzug trennen. Wegwerfgesellschaft? Ich bemüh’ mich, da so gut es geht außen vor zu bleiben. Ebenso bei der – nennen wir es mal – Verschwendungsgesellschaft. Diesbezüglich gibt es ja ebenfalls Autos, die bewegen. Diese sinnlos platz- und gern auch mal spritfressenden SUVs. Dafür einen soliden, sparsamen Kleinwagen verschrotten lassen? Lieber erst mal nicht.

Daniel Krehl

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