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Bedenkliche Hanglage: Um die Sicherheit der geplanten Wohnanlage Am Gschwendt garantieren zu können, werden der östlich befindliche Hang (r.) sowie der Untergrund im Rahmen eines Fachgutachtens geprüft.

Asylwohnhäuser Am Gschwendt

Unsicherer Boden: Bau der Asylhäuser verzögert sich 

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Das Wohnbauprojekt für anerkannte Asylbewerber, das das Staatliche Bauamt Rosenheim Am Gschwendt in Miesbach plant, ist ins Stocken geraten. Schuld sind frühere Bergwerkaktivitäten.

Miesbach - Es ist ruhig geworden um die geplanten Wohnhäuser für Asylberechtigte, die am Miesbacher Friedhof entstehen sollen. Ursprünglich war geplant, dass im Sommer mit dem Bau begonnen werden soll, doch dieser Zeitplan ist nicht zu halten. Der Grund: Es gibt Probleme mit dem Untergrund.

Wie berichtet, hat die Regierung von Oberbayern dem Staatlichen Bauamt in Rosenheim den Auftrag erteilt, Am Gschwendt Wohnraum für Asylberechtigte zu schaffen. Insgesamt sind 22 Wohneinheiten à 45 Quadratmeter geplant, die jeweils mit drei bis vier Personen belegt werden sollen. Das Sofortprogramm setzt dabei auf einen einfachen Bau- und Wohnstandard – ohne Keller. Anfang 2018 sollten die sechs Wohnhäuser fertiggestellt sein.

Doch dieser Zeitplan ist nicht zu halten, wie Doris Lackerbauer erklärt. „Tatsächlich war geplant, noch heuer mit den Bauarbeiten zu beginnen“, sagt die neue Leiterin des Staatlichen Bauamts. Es hätten alle Nachbarn zugestimmt. Auch habe die Stadt vorbehaltlich einer Kostenübernahmeerklärung zur Erschließung des Bauvorhabens ihr Einvernehmen in Aussicht gestellt. Der Baubeginn verzögere sich jedoch, da mittlerweile die Nutzung durch den Bergbau im 19. Jahrhundert in den Vordergrund gerückt sei.

„Das Bauamt steht derzeit in enger Abstimmung mit dem Bergamt Südbayern an der Regierung von Oberbayern. Dieses hat dem Bauamt empfohlen, zunächst einen Fachgutachter für Bergbau einzuschalten“, sagt Lackerbauer. „Realistisch betrachtet wird sich somit der Baubeginn auf Frühjahr 2018 verschieben.“ Dabei werde auch die Sicherheit des Untergrunds hinsichtlich der Flöze weiter untersucht.

Bekanntlich wurde bis 1911 auf der westlichen Seite der Schlierach im Bereich der heutigen Bergwerkstraße Kohle abgebaut. Dieses Areal liegt unterhalb des geplanten Standorts für die Asylwohnhäuser. Im Dialog mit der Stadt Miesbach wurde das Staatliche Bauamt auf etwaige Probleme aufmerksam. Ein Gutachten soll nun endgültig klären, ob ein Bau Am Gschwendt Risiken birgt. In dieses Gutachten wird auch die Hangkante mit Blick auf ein eventuelles Abrutschen in Richtung Frauenschulstraße einbezogen.

Für die ebenfalls schwierige Versickerung des Oberflächenwassers ist laut Lackerbauer im Einvernehmen mit Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt eine technisch sehr gute Lösung gefunden worden: Sämtliches anfallendes Niederschlagswasser wird auf dem Grundstück selbst mittels Rigolen versickert, sodass die Nachbarschaft nicht beeinträchtigt wird. Die Kosten für die Erschließung durch die Kanalisation übernimmt der Freistaat Bayern. Die sei nach wie vor der Fall.

ddy

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