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Sprayt seit sieben Jahren: Alexander Huppertz alias „Scale97“ gestaltet die Unterführung beim Caritas Zentrum neu.

Wenig Anerkannte Kunstform

Achtung - das ist Kunst: Unterführung bekommt neues Gesicht

Eigentlich verpönt, hier aber erwünscht. Ein junger Künstler durfte sich in der Unterführung beim Caritas Zentrum Miesbach beim Graffiti-Sprayen austoben. Ein Projekt des Kreisjugendrings.

Miesbach – Graffitis an Schulen, Bahnhöfen und Hauswänden – Für viele bloß Geschmiere, das keiner sehen will und aufwendig entfernt werden muss. Nicht so in der Straßenunterführung beim Caritas Zentrum in Miesbach. Die ehemals verunstalteten Wände zieren nun bunte, ansehnliche Graffities. Die Stadt überließ dem Kreisjugendring Miesbach die Wände für das Projekt im Rahmen des diesjährigen Mottos „Create your summer 2k17“.

Gisela Staudinger vom Freizeit- und Kulturkeller hat gemeinsam mit dem Streetart-Künstler Alexander Huppertz (20) die Unterführung neu gestaltet. „Also eigentlich nur Alex, er ist der Künstler,“ sagt Staudinger. Entgegen der Erwartungen kamen keine weiteren Jugendlichen. „Es haben sich viele Erwachsene gemeldet, aber die Aktion war nun mal für Jugendliche gedacht – und die sind leider unzuverlässig.“

Fast 20 Stunden war der Lehrling aus dem Großhandel am Werk. Trotz mangelnder Unterstützung ließ sich der 20-jährige Darchinger nicht aus der Ruhe bringen. Seit sieben Jahren sprayt er, die Inspiration dazu kam vom Hip-Hop. Seine Ideen bezieht Huppertz aus dem Netz oder von Sprayer-Freunden. Ganze zwölf Wände hat er diesen Sommer schon besprüht, die meisten davon in München oder im Auftrag von Freunden. „Wirklich ins Rollen gekommen ist der Stein noch nicht – aber vielleicht ändert sich das jetzt“, erzählt Huppertz und grinst. Er möchte den Menschen zeigen, dass Graffiti kein Vandalismus, sondern eine Kunstform ist. „Schade, dass so viele Jugendliche den Ruf zerstören.“

von Leah Stefan

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