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Sechs Unternehmer aus dem Landkreis berichten über ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen als Arbeitskräfte.

Wo sehen sie Chancen, wo Probleme?

Unternehmer über Flüchtlinge als Arbeitskräfte

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Landkreis - Asylbewerber als Angestellte? Viele Unternehmer haben damit noch null Erfahrung. Doch einige im Landkreis haben den Sprung schon gewagt - und berichten nun bei uns.

Was muss beachtet werden? Welche Vorschriften gibt es? Und funktioniert das überhaupt? Rund 90 Unternehmer und Helfer im Asylbereich hatten sich bei der Standortmarketing-Gesellschaft des Landkreises (SMG) für den Infoabend angekündigt. Im Festsaal im Kultur im Oberbräu Holzkirchen lauschten sie all jenen, die im Landkreis mit der Unterbringung von Asylbewerbern in Arbeit betraut sind. 

Es referierten alte Bekannte wie die Integrationsbeauftragten Max Niedermeier und Franz Lutje, Stefan Köck vom Landratsamt und Marinco Krstevski von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen.  Für uns waren die Unternehmer selbst besonders spannend - besonders die, die schon Flüchtlinge bei sich beschäftigen. Hier sind ihre Erfahrungen:

Florian Perkmann Bäcker und Konditor in Miesbach

Florian Perkmann, Bäcker und Konditor in Miesbach: "Wir hatten bisher etwa zehn Flüchtlinge, zwei haben wir noch aktuell. Viele haben sich einfach etwas anderes unter einer Bäckerlehre vorgestellt. Aber wir haben alle dazulernen müssen. Es geht nur mit klaren Regeln und harten Zügeln. Viele von denen hatten jetzt lange Zeit keine Struktur. Wir hatten auch schon alle Religionen. Man kann tolerant sein, aber keiner kann für sein Morgengebet um 7 Uhr abhauen."

Hans Vogl, Hotelier, Gasthof Altwirt in Großhartpenning

Hans Vogl, Hotelier, Gasthof Altwirt in Großhartpenning: "Wir haben unbedingt jemand in der Küche gebraucht und ich hätte jemanden zugewiesen bekommen, den ich immer aus dem Container hätte abholen müssen. Ich habe dann auf Eigentinitiative einen Flüchtling aus Nigeria geholt. Der kommt jetzt immer fleißig mit dem Rad. Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Im Dezember nehme ich einen Zweiten, der andere wird dann der Lehrer. Die Unterstützung bei allem war sehr gut."

Stefan Schmid, Firmenchef aus Holzkirchen

Stefan Schmid, Firmenchef aus Holzkirchen: "Wir haben drei Asylbewerber. Einer von ihnen ist Auszubildener, der ist top und lernt unheimlich schnell deutsch. Ein anderer macht eher Hausmeistertätigkeiten und der hat keinerlei Interesse, Deutsch zu lernen. Wenn du dem nicht sagst, was er machen soll, macht er gar nichts. Und wenn er fertig ist, dann findest du ihn nicht mehr. Ich glaube nicht, dass wir aus diesem Pool viele Fachkräfte schöpfen."

Eva-Maria Hasenauer, Hotelmanagerin Lanserhof in Waakirchen

Eva-Maria Hasenauer, Hotelmanagerin Lanserhof in Waakirchen: "Wir haben bei uns bislang einen Asylbewerber eingestellt, und das läuft sehr gut. Er ist bereits anerkannt und arbeitet bei uns als Festangestellter. Die Informationen zu den Anträgen war heute neu, das hat uns bisher immer jemand vom Helferkreis abgenommen. Ich bin für einen Austausch mit anderen gekommen. Deren Erfahrungen waren zum Teil aber ein bisschen ernüchternd. Bei uns läuft das wirklich super."

Andreas Hitzer, Geschäftsführer LTN-Servotechnik in Otterfing

Andreas Hitzer, Geschäftsführer bei LTN-Servotechnik in Otterfing: "Das Thema an sich interessiert mich sehr. Mit wechselndem Erfolg haben wir auch schon Asylbewerber als Helfer eingestellt. Meist ist es aber am Integrationskurs gescheitert. Sie können dann nur noch den halben Tag arbeiten. Ich war positiv überrascht über die breite Basis, die sich mittlerweile zu diesem Thema im Landkreis aufgestellt hat. Ich werde das Thema auf jeden Fall im Auge behalten."

Birgit Baudisch, Rechtsanswältin aus Schliersee

Birgit Baudisch, Rechtsanswältin aus Schliersee: "Ich bin vom Unternehmerverband aus gekommen. Mich hat interessiert, was wir beisteuern können. Es war heute eine gute Mischung aus positiven und schwierigen Erfahrungen. Interessant zu erfahren, wie sich das umsetzen lässt. In meiner Kanzlei ist es schwierig, einen Asylbewerber zu beschäftigen. Wenn ich aber Bedarf sehe, werde ich mich einsetzen und eventuell auch an meine Mandanten vermitteln."

Über diese Serie

In unserer Serie "Anerkannte Flüchtlinge im Landkreis" berichten wir über den schwierigen Weg der Asylbewerber vom Bürgerkriegsflüchtling aus Syrien bis zum ersten Arbeitsmarkt in Deutschland. Jüngst haben wir anerkannte Flüchtlinge bei ihrer ersten Arbeitsstelle besucht.

Das Thema wird den Landkreis so schnell nicht mehr loslassen. Vor den Unternehmern kamen die arbeitswilligen Flüchtlinge zu Wort, die gerade einen Integrationskurs besuchen.

nip

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